Abschluss der ersten Runde: Portugal und England starten ins Turnier

In Texas steigen am Mittwoch mit Portugal und England zwei hochgehandelte Teams ins Fußball-WM-Turnier ein. Den Gruppe-K-Auftakt bestreiten die Portugiesen um Cristiano Ronaldo in Houston (19.00 Uhr MESZ) gegen die Demokratische Republik Kongo. Kurz darauf stellt sich Kroatien in Pool L den Engländern in Dallas in den Weg (22.00). Die weiteren Spiele zum Abschluss der 1. Runde lauten Ghana gegen Panama (01.00) sowie Usbekistan gegen Kolumbien (04.00).

„CR7“ und Co. klare Favoriten

Die starbesetzten Portugiesen haben sich für die WM in Nordamerika viel vorgenommen. Das wollen Cristiano Ronaldo und Co. bereits im ersten Spiel gegen Außenseiter Kongo demonstrieren. Champions-League-Sieger Vitinha von PSG strotzt vor Selbstbewusstsein: „Wir wissen, dass wir eine hochkarätige Nationalmannschaft haben. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass wir vielleicht noch nie einen solchen Kader hatten.“ In Gedanken dabei ist auch der tödlich verunglückte Diogo Jota. „Er wird uns in entscheidenden Momenten eine zusätzliche Kraft geben“, sagte dessen einstiger Zimmerpartner Ruben Neves.

Ein ganz anderes Selbstverständnis herrscht beim kongolesischen Team, das zum ersten Mal seit 1974 wieder bei der WM vertreten ist. „Ich hoffe, dass die Mannschaft allen Menschen in der Demokratischen Republik Kongo Freude bereitet“, sagte Trainer Sebastien Desabre. In den USA wird es nur wenig Fanunterstützung geben, wegen des Ebola-Ausbruchs in der Heimat gelten strikte Einreisebeschränkungen. Auch das Nationalteam hatte sich vor der Abreise in die USA für eine 21-tägige Quarantänezeit außerhalb des Landes aufhalten müssen, Testspiele wurden abgesagt.

Schwere Auftakthürde für England

Das englische Team startet gleich gegen den wohl hartnäckigsten Gruppengegner, die Kroaten hatten beim letzten WM-Aufeinandertreffen 2018 im Halbfinale die Oberhand behalten (2:1 n.V.). Unter Coach Thomas Tuchel will die Truppe um Kapitän Harry Kane an die starke Qualifikation im vergangenen Herbst anschließen. Die englischen Hoffnungen ruhen dabei auch auf Jude Bellingham von Real Madrid. „Er verleiht unserem Team den gewissen X-Faktor. Er ist ein Spieler, der in wichtigen Partien zur Stelle ist“, meinte Routinier Jordan Henderson, der sich diesen Umstand auch für den WM-Auftakt wünscht.

Ob Kroatien an seine letzten WM-Erfolge (2018 Zweiter, 2022 Dritter) anknüpfen kann, bleibt abzuwarten. Leistungsträger der goldenen Generation wie Kapitän Luka Modric (40) und Ivan Perisic (37) sind in die Jahre gekommen. Das Team von Trainer Zlatko Dalic ist mit Spielern, die in Italien, England oder Deutschland ihr Geld verdienen, noch immer gut besetzt. Die Kroaten bleiben ein unbequemer Gegner, das wollen sie auch in Dallas in einer der bisher hochkarätigsten Partien bei dieser WM den „Three Lions“ beweisen.

Ghana – Panama: Duell der Gruppen-Außenseiter

Um in Gruppe L weiterzukommen, brauchen Ghana und Panama im direkten Duell in Toronto einen Sieg. Denn danach geht es gegen England und Kroatien, die über beide Teams zu stellen sind. Ghana hat sich in den Testspielen schwach präsentiert: Nach einem 1:5 gegen Österreich und einem 1:2 gegen Deutschland war Trainer Otto Addo seinen Job los. Nachfolger Carlos Queiroz schaffte gegen Mexiko (0:2) und Wales (1:1) auch keinen Sieg. Stürmerstar Antoine Semenyo soll gegen Panama für die nötigen Tore sorgen.

Panama geht bei seiner zweiten WM-Teilnahme als Außenseiter ins Turnier, 2018 in Russland gingen alle drei Spiele verloren. Die Chance auf den ersten WM-Punkt ist zum Auftakt am größten. Mit Andres Andrade vom LASK steht auch ein Bundesligaspieler im Aufgebot der Mittelamerikaner.

Usbekistan – Kolumbien: Ein WM-Debüt mit einem Weltmeister

Usbekistan feiert sein WM-Debüt in der Höhenlage von Mexiko-Stadt gegen die favorisierten Kolumbianer. Die Zentralasiaten überzeugten in der Qualifikation mit nur einer Niederlage in 16 Spielen. Seit Oktober 2025 ist Fabio Cannavaro, Weltmeister von 2006, Trainer der Mannschaft. „Sie haben nichts zu verlieren. Sie sollen es einfach genießen. Die Möglichkeit zu haben, bei einer WM zu spielen, ist nicht alltäglich“, erklärte der Italiener, der die usbekische Fußball-Mentalität schätzt: „Usbeken sind zäh und geben niemals auf. Gegen sie zu spielen, ist eine echte Qual.“

Ob das auch Kolumbien zu spüren bekommt, wird sich zeigen. Die Südamerikaner können in Mexiko jedenfalls auf den zwölften Mann bauen, ihre Fans werden im Aztekenstadion in massiver Überzahl sein. Das Offensivtrio mit Luis Diaz, Kapitän James Rodriguez und Luis Suarez soll den Ambitionen des Teams von Coach Nestor Lorenzo in der Portugal-Gruppe mit Toren Auftrieb verleihen.

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