Admira-Trainer Ernst Baumeister: “Ich bin der Ober-Wauwau” – die besten Aussagen von Talk & Tore

via Sky Sport Austria

Wien, 03.04.2016. Zu Gast bei „Talk & Tore – Die Tipico Fußballdebatte” waren am Sonntag Red Bull Salzburg-Sportdirektor Christoph Freund, Admira Wacker-Trainer Ernst Baumeister und Wacker Innsbruck-General-Manager Alfred Hörtnagl. Hier einige Aussagen des von Gerfried Pröll moderierten Live-Talks.

 

 

Christoph Freund:

über das 1:1 im Schlagerspiel zwischen Rapid und Red Bull Salzburg: Wir sind sehr schwer ins Spiel gekommen. Wir haben wenige zwingende Aktionen gehabt, ich glaube, nicht einmal einen richtigen Torschuss. Wir haben Glück gehabt, dass es zur Pause nur 0:0 gestanden ist. Wir haben vorgehabt, dass wir es in der zweiten Halbzeit besser machen, aggressiver machen, besser gegen den Ball spielen. Wir kommen aus der Pause und bekommen gleich nach 50 Sekunden ein Tor, wo die Rapidler sehr schön gespielt haben, aber wir uns sehr passiv angestellt haben. Dann haben wir eine Steigerung gehabt und haben aus einer Standardsituation, was bei uns selten vorkommt, den Ausgleich geschossen. Wir sind sehr glücklich über den Punkt.

über die internen Schwierigkeiten bei Salzburg im vergangenen Jahr: Es war auch sehr schwierig innerhalb der Mannschaft, weil die Mannschaft eine große Erwartungshaltung hatte. Wir haben einige Spieler gehalten und wollten unbedingt international spielen. Das war das große Ziel und dann ist das weggefallen. Man hat dann auch gesehen, dass einige Spieler unterschiedlich mit der Situation umgegangen sind und ihren Unmut auch kundgetan haben. Da waren viele Gespräche notwendig um das Ganze wieder in die Spur zu bringen. Es bringt nichts, die Nerven wegzuschmeissen, das hätte nichts gebracht. Es geht immer weiter im Fußball. Aus solchen Situationen lernt man viel für die Zukunft. […] Eine Lehre ist, dass wir so einen Umbruch wie im Sommer nicht mehr in der Kürze machen dürfen und können. Das ist für uns fast nicht wegzustecken, weil in Österreich die wichtigsten Spiele im Juli und August anstehen.

über Martin Hinteregger und seine weitere Karriere bei Salzburg: Es liegt nicht in unseren Händen. Gladbach hat eine Option und wir werden sehen ob sie diese ziehen. [… ] Bis Ende April ist die Kaufoption zu ziehen.

über einen möglichen Abgang von Führungsspieler Keita: Wir sind sehr stolz, dass wir einen Spieler wie Naby Keita haben. Natürlich weckt so ein Spieler Begehrlichkeiten. Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, der sich in den letzten eineinhalb Jahren außergewöhnlich entwickelt hat. Man wird sehen, wo seine Reise hingehen wird. Es ist immer so, dass die Spieler selber entscheiden können und müssen, wo sie hin wechseln. Es ist nicht so, dass wir zu ihm sagen, der nächste Schritt ist RB Leipzig. Der Spieler muss auch davon überzeugt sein, dass das der nächste Schritt für ihn ist.

 

starter-sport-beitrag

 

Ernst Baumeister:

kann sich in der kommenden Saison sehr gut Europacupduelle in der Südstadt vorstellen: Wenn man in einen Lauf kommt, kann man die Mannschaft gut weiterentwickeln. Das ist uns gut gelungen. Die ersten paar Runden haben wir mehr oder weniger als Kontermannschaft agiert und wenn man uns jetzt sieht, haben wir uns fußballerisch sehr gut weiterentwickelt. Jetzt spielen wir Fußball und spielen die Tore schön heraus, machen nicht nur Kontertore. In den ersten acht, neun Runden hatte der Gegner immer 60:40 Ballbesitz. Jetzt ist es immer umgekehrt. Da sieht man, wie sich die Mannschaft in dieser Saison weiterentwickelt hat. […] Wir wollen jetzt einmal den vierten Platz in der Tabelle verteidigen. Vielleicht ist ja auch noch mehr drin. Und im Cup haben wir auch die Chance.

über seine positive Art den Spielern gegenüber: Wenn ich etwas gerne und mit Spaß mache, geht auch mehr weiter. Das Leben ist ohnehin ernst genug. Warum soll man da auch noch ernst sein? Das ergibt sich eh von allein. […] Ich habe auch irgendwann einmal selber ganz gut und erfolgreich Fußball gespielt. Die Lockerheit in mir habe ich schon früher als Spieler gehabt. Ich sehe alles positiv. Was soll ich negativ sehen? Das Negative kommt eh von allein.

über Oliver Lederer als zukünftigen Chef-Coach der Admira: Das Einzige, das sich ändern wird ist, dass er nun zu den Interviews gehen darf. Gott sei Dank. Er wir der Cheftrainer, ich mache einen Schritt zurück. Er macht auch jetzt die Trainingssteuerung. Er ist ein sehr guter Trainer, ein junger, ehrgeiziger Trainer. Da stehe ich ihm nicht im Weg. Ich greife nur ein, wenn mir etwas nicht gefällt. […] Ich bin der Ober-Wauwau, bin jeden Tag bei ihnen am Platz und sorge für Stimmung.

über die Leistungsexplosion von Christoph Knasmüllner: Jeder andere Spieler hätte schon den Hut draufgehaut. Er hat trainiert wie ein Weltmeister und wenn wir ihn spielen haben lassen, hat er es nicht rübergebracht. Wir haben ihn dann schon ein bisschen fallen lassen. Er war oft schon bei den er 18 nicht mehr dabei. Dann haben wir gesagt, einmal geben wir ihm noch die Chance und er hat sie dann wirklich genützt und seitdem spielt er überragend. Wir wissen, was er kann. Jetzt setzt er es auch im Match um. Er ist von Ingolstadt und Bayern München zur Admira gekommen und hat geglaubt, das geht so im vorbeigehen. Das geht aber nicht und das hat er kapiert.

 

Alfred Hörtnagl:

über größer Budgets bei Wacker Innsbruck in den nächsten Jahren: Man muss immer schauen, dass man das ausgibt, was man auch erwirtschaften kann. Diese Stabilität ist nun eingekehrt. Das war ein wichtiger Faktor. Und da wollen wir nun schauen, dass wir aufbauen. Ich hoffe, dass das nun schon rausgekommen ist. Wir haben uns da kein kurzfristiges Ziel gesetzt, erste Bundesliga und das war es dann. Wir wollen den Verein ganzheitlich einfach weiterbringen.

über die schwache Frühjahrsbilanz seines Teams: Dass die Spieler, die gekommen sind, einschlagen, damit haben die wenigsten gerechnet. Dass zum Beispiel Thomas Pichlmann vorne so einschlägt oder Christoph Freitag auch im Zentrum sehr gut gespielt hat. […] Wir haben einen sehr guten Herbst gespielt, mit dem niemand gerechnet hat. Da haben wir die Zielsetzung intern so ausgegeben, dass wir gesagt haben, wir wollen den Kontakt zur Spitze halten. Mit diesem Ziel haben wir alle sehr gut umgehen können, auch die Mannschaft. Dann haben wir in der Rückrunde intern gesagt, jetzt wollen wir es schon wissen, so viele Spiele wie möglich gewinnen. Wir gehen aber nicht mit der Zielsetzung offensiv raus, sondern das kommt dann eh, wenn die Leistung passt. Und da muss man zugeben, dass wir nicht optimal rausgestartet sind, zu wenige Punkte bis jetzt gesammelt haben. Deswegen ist es jetzt wichtig, dass wir die Spur finden, nicht locker lassen und auf Zug bleiben.

 

starter-sport-beitrag

 

Wiederholungstermine der aktuellen Sendung auf Sky Sport Austria HD:
Montag, 04. April, 15.30 Uhr und 23.45 Uhr
Dienstag, 05. April, 8.15 Uhr
Mittwoch, 06. April, 18.45 Uhr