ANALYSE: Altachs Dreierkette gegen die Wiener Austria

via Sky Sport Austria

Damir Canadi möchte seine Mannschaft weiterentwickeln und künftig auch mehr auf spielerische Akzente und das Offensivspiel bauen. Beim letztwöchigen Spiel bei der Wiener Austria unternahm er den ersten großen Versuch in diese Richtung und überraschte mit einer Dreier-Abwehrkette und ungewöhnlich hohem Pressing in einem 3:4:3- bzw. 3:5:2-System. Vom Ergebnis her ist dieser Versuch gründlich misslungen. Die Gegentore waren meist von schweren individuellen Fehlern gezeichnet, aber auch das kollektive taktische Verhalten für diese Art von Spiel ist noch nicht bundesligareif.

In der ersten Analyseszene sind die hoch stehenden Außenspieler Lienhart und Kovacec zu sehen, wodurch sich in der Abwehr eine Dreierkette ergibt. Bei direktem gegnerischem Spiel in die Tiefe haben die Altacher aber mit drei Abwehrspielern große Probleme und schaffen es im Abwehrdrittel nicht geordnet gegen den Ball zu pressen. Außen kann keine Überzahl geschaffen werden, der offensivdenkende Salomon doppelt zu spät raus und dadurch ergibt sich für Meilinger ein gefährlicher Raum, den er mit einem einfachen Haken nutzen kann. Letztendlich ist dann ein schwerer individueller Fehler von Netzer Hauptschuld für das erste Gegentor.

Auch das Tor zum 4:2 offenbart die schweren Altacher-Defensivprobleme mit der neuen Spielanlage im Spiel gegen die Austria. Altach steht hoch und Austria kontert. Obwohl die Vorarlberger im Mittelfeld keinen Druck auf den Ball haben, trichtert die Verteidigung nicht nach hinten, sondern attackiert – eigentlich untypisch für Canadi-Mannschaften – nach vorne raus. Dadurch haben viele Altacher nicht die Möglichkeit nach hinten zu kommen und die Austria, die sehr oft in diesem Spiel mit drei Mann die Abwehr attackierte, bekommt in der letzten Reihe Überzahl.

Es wird spannend, wie Altach diese Runde gegen Wolfsberg auftreten wird. Einerseits ist zu erwarten, dass sie – wie auch schon gegen die Austria – wieder mehr Ballbesitz und Spielkontrolle haben werden. Ob sie es aber wieder so offensiv anlegen und gegen die Umschalt-starken Wolfsberger mit einer Dreier-Abwehr versuchen werden, wird interessant!