ANALYSE: Schwächelt die LASK-Offensive?

via Sky Sport Austria

LASK

Der Linzer ASK ging als Meisterschaftsfavorit in die Frühjahrssaison. Speziell die Offensivabteilung gilt als Stärkste der gesamten Liga. Dennoch reichte es in den letzten vier Spielen nur zu 2 Torerfolgen (2:2 in Hartberg und 3 Mal 0:0). Schwächelt etwa der Linzer Angriff oder passt die Zusammenstellung nicht?

Das 0:0 des LASK gegen St. Pölten in der ersten Frühjahrsrunde war charakteristisch für die Serie mit wenigen Torerfolgen. Die Gegner der Oberösterreicher stehen gegen die starken Linzer meist sehr tief und versuchen speziell im Abwehrdrittel stark zu verdichten. St. Pölten war zudem taktisch sehr gut eingestellt und bestach durch eine gute Abwehrleistung. Prinzipiell kontrollierte aber die Daxbacher Elf das Spielgeschehen mit sicherem Passspiel im kontinuierlichen Spielaufbau. Dies spiegelt sich auch in der Passstatistik wider (siehe Grafik): 506 Pässe gegenüber 288 der St. Pöltner, fast nur halb soviele lange Pässe und außerdem eine hohe Passquote (74,9%).

 

Weiters zeigt die Heatmap aller Linzer Ballaktionen, dass sie im Mittelfeld über die gesamte Breite extrem präsent sind und in den ersten beiden Dritteln Ball und Gegner kontrollieren. Aber es ist auch erkennbar, dass diese Dominanz vor dem Angriffsdrittel endet. Dies lag einerseits an den sehr gut und straff organisierten St. Pöltnern, andererseits aber auch am LASK selbst, der Probleme hatte, in das letzte Drittel vorzudringen und dort Anschlussaktionen und Toraktionen heraus zu spielen.

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Die erste Analyseszene veranschaulicht eine typische Szene dieses Spiels:

Der LASK kommt mit kontinuierlichem Spielaufbau schnell über den starken Dovedan. Im Angriffsdrittel bieten sich die Spieler jedoch nicht in der Tiefe an, sondern kommen kurz. Dadurch hat St. Pölten die Zeit sich zu ordnen und erzeugt eine 6 zu 2 Überzahl. LASK findet daher keinen Abnehmer im Angriffsdrittel.

Bei allem Positiven im Offensivspiel des LASK fehlte gegen St. Pölten doch oft der Überraschungsmoment und die Geschwindigkeit um Torchancen zu erzeugen. Gründe hierfür waren sicherlich die fehlende Unterstützung im Zwischenlinienraum von Fabiano, der seine Position sehr tief stehend interpretierte und der an diesem Tag über weite Strecken isolierte Drazan.

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In der zweiten Analyseszene ist zunächst Fabiano zu sehen, der sich aus der Tiefe (wo er sich in diesem Spiel zu oft aufgehalten hat) den Ball holt. Er kommt dann in die Position neben Savic im Zwischenlinienraum, in der er zu selten präsent war. Savic setzt sich technisch perfekt durch. Dann sieht man, wie wichtig Fabiano in dieser Position wäre: Er bringt Zuordnungsprobleme in die St. Pöltner Abwehr. Beim finalen Pass stimmt hier jedoch das Timing mit Vujanovic nicht perfekt.

Ein weiter Schwachpunkt im Linzer Angriffsspiel gegen St. Pölten war das fehlende Ausnutzen vorhandener Räume, wenn sich diese einmal ergeben haben. In der dritten Analyseszene wird der auffällige Erbek gut in Szene gesetzt – sehr gute Abstimmung mit dem nach innen gerückten Drazan. Im Strafraum sind die St. Pöltner jedoch wieder gut organisiert und der Rückraum bleibt unbesetzt. Hier hätten die Linzer schneller umschalten müssen und diesen Raum besetzen.

Beim Heimspiel des LASK gegen Austria Lustenau ist wohl wieder ein ähnliches Gegner-Auftreten zu erwarten. Karl Daxbacher muss seiner Mannschaft diesmal daher bessere Lösungsmöglichkeiten mitgeben, um vorhandene Räume im schnellen Umschaltspiel zu nützen bzw. bleibt abzuwarten, ob die starken Individualisten des LASK es schaffen, ihr Positionsspiel kreativer anzulegen.