ALPINE SKIING - FIS WC Garmisch Partenkirchen GARMISCH-PARTENKIRCHEN,GERMANY,01.MAR.15 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, giant slalom, men. Image shows the rejoicing of Benjamin Raich (AUT). PUBLICATIONxINxGERxHUNxONLY

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Benjamin Raich: “37 ist ja schon fast ein biblisches Alter”

via Sky Sport News HD

Wien, 9. März 2015. Im Exklusiv-Interview mit Sky Sport News HD spricht Benjamin Raich, Doppel-Olympiasieger und dreimaliger Weltmeister, über seinen dritten Platz in Garmisch und die bevorstehende Entscheidung über Ende oder Fortsetzung seiner aktiven Karriere.

Benjamin Raich…

…auf die Frage, wie er als 37-Jähriger seinen Podestplatz von Garmisch einschätzt: “Das Alter ist da, es wird natürlich nicht leichter, andererseits hat man viel Erfahrung. Ich bin nach wie vor sehr fit, so ist es möglich.”

…ob er damit gerechnet habe, dass er noch ganz vorne mitfahren kann: “Ich habe es mir schon gedacht, vor allem bei der WM, da war ich extrem gut drauf, aber da ist es leider schief gegangen. Jetzt hab ich das nochmal zeigen können, dass ich wirklich ganz vorne in der Weltspitze mitfahren kann. Das werde ich nun auch bei den nächsten Rennen versuchen.”

…auf die Frage, ob er je daran gedacht habe, mit 37 noch Rennen zu fahren: “Wenn man als junger Athlet vordenkt, ist 37 schon fast ein biblisches Alter. Mit 25 oder gar 20 kann man sich das nicht vorstellen, dass man mit 37 noch dabei sein wird. Doch erstens vergeht die Zeit sehr schnell und zweitens: Wenn man mit Begeisterung dabei ist und Freude an dem hat, was man tut und auch noch erfolgreich sein kann – wieso sollte man es lassen? Es ist für mich sehr gut so, wie es gelaufen ist.”

…über die Bedeutung, der älteste Podestfahrer im RTL zu sein: “Das unterstreicht die Leistung. Ich fahre nicht für irgendwelche Statistiken, das ist ganz klar. Aber trotzdem: Es zeigt letztendlich schon, dass man sehr viel richtig gemacht hat.”

…ob er Marlies Schild, die sich ob der Fortsetzung seiner Karriere vor Saisonbeginn überrascht zeigte, noch einmal überraschen wird: “Das weiß ich selber noch nicht, vielleicht werde ich mich selber überraschen. Ich habe mir das vorher schon zurechtgelegt, dass ich diese Entscheidung nicht im Winter treffe, sondern eher im Sommer. Ich möchte nicht den ganzen Winter, wenn von Journalisten immer wieder diese Fragen kommen – die ja berechtigt sind – dauernd überlegen, wie ich weitermache. Meine Antwort ist: Meine Entscheidung fällt im Sommer und da habe ich genug Zeit, zu überlegen.”

…über Motivationsfaktoren, um weiterzumachen: “Man muss natürlich ein Ziel finden, das ist ganz wichtig. Das ist aber nicht der Hauptpunkt. Es ist auch einfach die Freude und Begeisterung daran das Um und Auf, dann kann man auch Ziele erreichen. Im Sommer und Herbst, wo man alleine irgendwo durch den Wald läuft und sich in der Kraftkammer schindet oder auch am Skihang etwas testet…das alles muss man einfach gerne machen, diese Herausforderungen muss man annehmen. Wenn das Spaß macht und dann auch noch Erfolg möglich ist, dann sind sehr viele Aspekte gegeben, um weiter zu fahren.”

…auf die Frage, ob ein Jahr ohne Großereignis und die übermächtige Konkurrenz in seinen Paradedisziplinen eine Rolle in seinen Überlegungen spielen: “Konkurrenz habe ich noch nie gescheut. Und ein Jahr ohne Großereignis kann Vor- aber auch Nachteile haben. Davon werde ich es nicht abhängig machen. Ich werde in mich hineinhören und wenn die paar Parameter, die ich vorhin angesprochen habe, passen, werde ich weiterfahren. Ansonsten eben nicht.”