GEPA-03081137003 - RIO DE JANEIRO,BRASILIEN,03.AUG.11 - FUSSBALL - FIFA Weltmeisterschaft 2014, Vorschau. Bild zeigt einen Ball im Maracana Stadion. Keyword: Baustelle, Bauarbeiten. Foto: GEPA pictures/ CityFiles/ Andre Durao - Achtung - Nutzungsrechte nur fuer oesterreichische Kunden - ATTENTION - COPYRIGHT FOR AUSTRIAN CLIENTS ONLY

Brasiliens Justiz prüft Korruptionsverdacht bei Fußball-WM-Stadienbau

via Sky Sport Austria
Rio de Janeiro (APA/dpa) – Die Baufinanzierung der Hälfte der WM-Stadien in Brasilien wird nun von der Justiz wegen mutmaßlicher Korruption untersucht. Bei mindestens sechs der zwölf Arenen der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 sollen nach Aussagen verhafteter Bau-Manager Bestechungsgelder an die Auftraggeber geflossen sein, wie das Nachrichtenportal G1 am Freitag berichtete.

Beim Bau des Maracana-Stadions in Rio de Janeiro stiegen die in der Ausschreibung festgelegten Kosten von 700 Millionen Reais auf 1,1, Milliarden (330 Millionen Euro) an. Nach Angaben ehemaliger Odebrecht-Manager war der damalige Gouverneur Sergio Cabral in Gesprächen um Bestechungsgelder verwickelt. Die Justiz ermittelt in diesem Fall gegen Cabral, der bereits im November 2016 wegen anderer Korruptionsfälle verhaftet worden war.

Bei der Vergabe des Baus der Arena Corinthians sei der Gouverneur des Bundesstaates Sao Paulo, Geraldo Alckmin, in Bestechung verwickelt gewesen, erklärte der zu 19 Jahre Haft verurteilte ehemalige Chef des Baukonzerns, Marcelo Odebrecht. Der Oberste Gerichtshof hat für die Aufnahme von Ermittlungen gegen den Gouverneur grünes Licht gegeben.

Wie Nachrichtenportal G1 weiter berichtete, habe es auch beim Bau der WM-Stadien in Brasilia, Recife, Manaus und Fortaleza schwere Unregelmäßigkeiten gegeben. Unter anderem hätten die an den Ausschreibungen teilnehmenden Unternehmen Absprachen über die Angebote getroffen, um den Auftrag zu gewinnen.

Odebrecht, der größte Baukonzern Lateinamerikas, hat im Zuge der Ermittlungen im sogenannten Fall “Lava Jato” zugegeben, seit 2001 in zwölf Ländern Bestechungen von mehr als 785 Millionen Dollar (derzeit etwa 738 Millionen Euro) bezahlt zu haben.