GUESSING,AUSTRIA,10.MAY.15 - BASKETBALL - ABL, Admiral Basketball League, play off semifinal, Guessing Knights vs ece bulls Kapfenberg. Image shows head coach Michael Schrittwieser (Bulls) leaving after being expelled. Photo: GEPA pictures/ David Rodriguez Anchuelo

Bulls-Coach Schrittwieser: “Ich lasse mir nichts mehr bieten”

via Sky Sport Austria
  • Der Bulls-Coach über eine mögliche Sperre: “Wenn ich nicht auf der Bank sitzen darf, dann spielen wir halt nicht”
  • Matthias Zollner: “Habe so etwas noch nie erlebt”
  • Manfred Klepeisz: “Wenn wir nächstes Jahr keine Heimstätte haben, dann ist der Verein tot”
  • Karl Schweitzer: “Die Hallen-Situation in Güssing ist unerträglich”

Wien, 10. Mai 2015. Die Güssing Knights gewinnen Spiel 1 der Semifinalserie mit 88:71 gegen die Kapfenberg Bulls. Alle Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria.

 (Präsident ):

…über die Güssinger Hallensituation: “Es ist für mich unverständlich, dass man auf so verhärtete Fronten stößt. Es war an sich alles geklärt, wir haben zu Beginn der Saison die Erklärung der Gemeinde bekommen, dass die Halle für die gesamte Meisterschaft zur Verfügung steht, sonst hätte Güssing die Lizenz nicht erhalten. Umso enttäuschter bin ich, dass die Zusage nicht hält, weil die Playoffs mal wieder dazu benutzt werden Machtinteressen auszuspielen. Das hat auf Dauer enorme Konsequenzen für den Klub, für die Liga und den Basketballsport. Die Situation ist unerträglich.”

…über die Einflussmöglichkeiten der Liga: “Wenn wir bei der Vergabe der Lizenz eine klare Zusage der Gemeinde haben, dass die Halle für die gesamte Saison zur Verfügung steht, dann gehe ich davon aus, dass diese Zusage auch Gehalt hat. Das wir jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt werden als Verein und Liga, das ist eine Frechheit, der man mit Entschiedenheit entgegentreten muss. Bis zum 20. Mai muss für die nächste Saison von allen Klubs die Halle sichergestellt sein und wir werden bei Güssing ganz harte Massstäbe anlegen, weil ein nächstes Mal wird es nicht mehr geben.”

…über mögliche Konsequenzen für den Verein: “So wie der Lizenzausschuss diese Zusage der Gemeinde für voll genommen hat, so hat natürlich auch der Klub daran geglaubt, dass die Halle diesmal garantiert ist. Deshalb glaube ich nicht, dass es in dieser Situation angebracht ist den Klub, der ohnehin genug Probleme aufgrund dieser Situation hat, noch zusätzlich zu bestrafen.”

 (Obmann-Stellvertreter ):

…über die erneute Unsicherheit der Hallennutzung: “Wir waren der Meinung, dass endlich gut verhandelt wird zwischen dem Besitzer und der Gemeinde, die Probleme werden gelöst und wir können endlich in unserer Heimstätte spielen. Aber jetzt haben wir wieder das gleiche Problem wie letztes Jahr, was für den Verein natürlich sehr unbefriedigend ist. Es war nicht absehbar, wir sind davon ausgegangen, dass eine Lösung erzielt worden ist. Uns ist jede Lösung lieb und teuer, weil wir nur wollen, dass wir hier spielen können.”

…über die Bedeutung für den Verein: “Der Verein ist der Arme und Leidtragende und letztendlich dann auch der Sport. Wenn es zu keiner Lösung kommt, dann wird der Verein auf der Strecke bleiben, wir werden aufgerieben zwischen zwei Parteien und das soll es ja wohl nicht sein. Wenn wir nächstes Jahr die selben Probleme haben und keine Heimstätte haben, dann ist der Verein tot. Das ist Realität.”

…über das geplante Heimspiel am Mittwoch: “Es ist alles noch offen, ob wir am Mittwoch in Güssing spielen können, es wird in den nächsten zwei Tagen entschieden, ob wir hier spielen oder in einer Auswärtshalle das Heimspiel verrichten müssen.”

 (Trainer ):

…über die Serie: “Wir wollen weiter Baketball spielen, wir müssen unser Spiel durchziehen und dürfen uns nicht ablenken lassen von all den Sachen, die drumherum passieren. Wir konzentrieren uns auf Basketball und wollen nur unser Spiel spielen.”

…über Spiel 2 am Mittwoch: “Kapfenberg wird wahnsinnig motiviert herauskommen, sie werden versuchen aggressiv zu spielen und ihr Spiel aufzuziehen. Wir werden uns darauf einstellen, dass wir alle Eventualitäten unter Kontrolle haben, aber wichtig ist es für uns, dass wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und so spielen wie heute in der zweiten Halbzeit.”

…über den Ausschluss von Kollege Schrittwieser: “Impulsiv zu sein gehört um Spiel, Emotionen gehören dazu. Ich bin jetzt seit gut 25 Jahren im Basketball, aber was dann abgegangen ist habe ich nie erlebt. Es ist auch die Aufgabe von Trainern bei aller Intensität dafür zu sorgen, dass das Spiel in geregelten Bahnen abläuft. Wir wollen keinen Basketball, in dem man, wie beim Fußball, einen 5 Meter hohen Zaun vor die Zuschauer bauen müssen. Das wäre der Tod für die Sportart und von daher bin ich alles andere als glücklich über das heutige Spiel aufgrund dieser Umstände.”

 (Spieler ):

…über das Spiel: “Vor allem im dritten Viertel haben wir gut getroffen, haben defensiv sehr stark agiert, das hat den Unterschied gemacht. Ich mag die Playoffs, wenn Druck da ist. Ich spiele am liebsten im vierten Viertel und entscheide Spiele oder verliere sie mit meiner Mannschaft.”

 (Spieler ):

…über das Spiel: “Es war ein sehr physisches Spiel und wir haben das angenommen, das war der Unterschied. Gegen Kapfenberg ist es immer sehr physisch, darauf müssen wir uns auch im nächsten Spiel einstellen.”

 (Trainer ):

…über seinen Ausschluss: “Sowas kann man nicht planen. Mich freut es, dass ich innerhalb von fünf Minuten nach dem Spiel vier SMS von anderen Vertretern anderer Klubs bekommen, die gesagt haben, dass sich endlich jemand diese Behandlung und Ungleichheit nicht mehr gefallen lässt. Aber am Mittwoch wird das gleiche passieren, aber von mir wird auch das gleiche passieren. Ich lasse mir nichts mehr bieten. Ich weiß nicht, ob ich am Mittwoch auf der Bank sitzen darf, aber dann spielen wir halt nicht. Das ist ein Zeichen, das wir nicht fair behandelt werden. Das zieht sich schon sehr lange durch und heute war der Höhepunkt. Das es so eskaliert ist, war nicht in Ordnung, aber diese Reaktion wurde mir von vielen Seiten bestätigt, das gibt mir Zufriedenheit. Güssing spielt super, physisch und tough und hat halb so viele Fouls. Wie gibt es das?”

…über den Ausschluss von Ray: “Was war das großartiges? Das passiert im Spiel auch vierzig Mal und es wird nicht gepfiffen. Es wäre typisch, wenn es da jetzt noch Konsequenzen gibt, aber das ist eh zu erwarten.”

 (Spieler ):

…über das Spiel: “Güssing ist viele Fast Breaks gelaufen, damit haben wir nicht mithalten können und das war das große Problem. Dann hat jeder ein bisschen die Fassung verloren.”

…über den Ausschluss von Trainer Schrittwieser: “Ich schätze einen Coach, der sich für die Mannschaft einsetzt, vielleicht hat er es da ein wenig übertrieben.”

…über den Ausschluss von Ray: “Ich hoffe, dass er nicht gesperrt wird für die nächste Partie, weil er wahrscheinlich unser bester Verteidiger und vielleicht unser bester Spieler ist.”

 (Spieler ):

…über seinen Ausschluss nach einem Schubser gegen einen Ordner: “Am Schluss ist es etwas durcheinander gegangen, es sind sehr viele temperamentvolle Spieler und eine heiße Phase des Spiels gewesen. Der Coach wollte etwas bewirken und dann ist diese Schubserei losgegangen, aber so etwas darf mir nicht passieren, das ist unentschuldbar. Aber ich bin auch nur ein Mensch, da ist etwas mit mir durchgegangen und ich hoffe, dass es keine so weitreichenden Folgen hat und ich am Mittwoch spielen kann. Aber das darf nicht passieren und dafür entschuldige ich mich auch.”

 (Sky Experte):

…über den Ausschluss von Trainer Schrittwieser und Shawn Ray: “Das war zu viel. Schrittwieser wollte sicherlich ein Statement setzen, aber so hat er es sicher nicht geplant gehabt. Die Reaktion von Shawn Ray ist völlig daneben und das wird Konsequenzen haben, er wird gesperrt werden höchstwahrscheinlich. Ich bin gespannt wie es ausgeht, aber das ist zu befürchten für die Kapfenberger. Ich wäre mir auch nicht so sicher, ob Schrittwieser im nächsten Spiel auf der Bank sitzen darf nach so einem Eklat, das schwächt die Kapfenberger Mannschaft zu dieser Niederlage natürlich enorm. Er hat es sicherlich riskiert, dass er des Feldes verwiesen wird, aber das es so aus der Ruder läuft, das hat er sicher nicht gewollt. So etwas darf nicht passieren, vor allem war Ray nicht so emotional involviert. Bei Schrittwieser war es etwas anderes, er war wirklich außer sich und dann ist es auch etwas unglücklich, wenn der Ordner sich so nähert. Es wäre viel geschickter gewesen, wenn er Michael Schrittwieser da noch ein paar Sekunden gegeben hätte um durchzuatmen.”

…über die Schiedsrichterleistung: “Die Leistung der Schiedsrichter war sicher nicht so tendenziell, dass man hier so agieren muss. Kapfenberg hätte sicherlich den einen oder anderen Pfiff gern gehabt, aber man muss auch sagen, dass die Kapfenberger Spieler teilweise einfach nicht so geschickt in der Defensive agieren wie die Güssinger. Güssing hat sehr aggressiv verteidigt und ist mit der Aggressivität relativ gut ausgestiegen. Andererseits haben auch die Kapfenberger durchaus körperlich agiert, insofern hätte ich es nicht als spielentscheidend gesehen wie die Schiedsrichter heute agiert haben.”

…über das Spiel: “Kapfenberg hat in entscheidenden Momenten nicht die Leistung geboten, die sie gerne gehabt hätten. Das dritte Viertel haben sie nicht wegen den Schiedsrichtern verloren, sondern weil sie sich zu sehr auf den Wurf von außen verlassen haben und zu wenig aggressiv zum Korb gegangen sind. Gleichzeitig haben die Güssinger sehr aggressiv zum Korb gespielt, haben gut getroffen von außen, waren sehr wach in der Defense und haben das Viertel dominiert. Da war der Knackpunkt des Spiels. Kapfenberg hat über Strecken des Spiels durchaus gut gespielt, vor allem die Aufholjagd war sehenswert.”

…über die Situation von Kapfenberg: “Es ist sicher schwierig für die Mannschaft nach der relativen deutlichen Niederlage mit allem drum herum das aus den Kopf zu kriegen. Es sind ja nur zwei Tage Pause, jetzt muss man auch die Entscheidungen über Schrittwieser und Ray abwarten. Das ist alles andere als eine einfache Situation, wenn es nicht überhaupt eine Vorentscheidung in dieser Serie sein könnte.”

…über Player of the Game Taylor: “Er ist wirklich immens stark. Im Vorfeld haben wir gesagt, dass es wichtig wird ihn einzugrenzen, das haben die Kapfenberger nur ganz selten geschafft. Er ist im Rebound irrsinnig präsent, aber er war auch inside ein ganz wichtiger Faktor.”