INNSBRUCK,AUSTRIA,13.APR.19 - SOCCER - tipico Bundesliga, qualification group, FC Wacker Innsbruck vs FC Admira Wacker Moedling. Image shows the rejoicing of Sasa Kalajdzic (Admira) and Patrick Schmidt (Admira). Photo: GEPA pictures/ Amir Beganovic

Admira-Stürmer Kalajdzic: Vom Dauerverletzten zum Shootingstar

von Martin Wallentich

Durch einen Sieg im heutigen Duell gegen Hartberg kann der FC Flyeralarm Admira, nach der Winterpause noch Liga-Schlusslicht, nicht nur den Vorsprung zum Tabellenende ausbauen, sondern auch den besten Bundesliga-Frühjahrsstart der Vereinsgeschichte fixieren.

Als die Herbstrunde im Dezember des Vorjahres zu Ende ging, wartete die Admira als Liga-Zwölfter bereits zehn Spiele auf einen vollen Erfolg. Stürmer-Talent Sasa Kalajdzic erholte sich gerade von seiner zweiten schweren Verletzung innerhalb eines Jahres und bestritt im gesamten Herbst nur 60 Spielminuten.

Zum Frühjahrsstart begann sich das Blatt nun doppelt zu wenden: Die Admira ergatterte in den ersten sieben Spielen des Jahres 14 Punkte – mithilfe von Kalajdzic, der nun bei fünf Saisontreffern hält und in der Vorwoche gegen Innsbruck seinen ersten Doppelpack erzielte.

Doch der Doppelschlag in Innsbruck soll nicht der letzte starke Auftritt des 2-Meter-Stürmers gewesen sein. „Zählt der dritte Treffer auch?“, scherzte Kalajdzic noch nach dem 3:1-Sieg. Tatsächlich hatte Kalajdzic neben seinen zwei erzielten Treffern noch den Assist zum dritten Tor beigesteuert.

Admira-Stürmer Kalajdzic: “Hat bei jedem Klick gemacht”

Doch welche Rolle nimmt Kalajdzic tatsächlich im formstarken Kollektiv der Admira ein? Trotz seiner Körpergröße ist er kein klassischer Stoßstürmer, wie man dies auf den ersten Blick erwarten würde. Kalajdzic kippt oft in Richtung Mittelfeld ab und ist gleichzeitig ein wichtiger Faktor bei den erfolgreichen Standardsituationen der Admiraner. 16 der 30 Saisontore fielen auf diese Weise. Was die Variabilität des Offensivspielers betrifft, so könnten die beiden Treffer gegen Innsbruck nicht unterschiedlicher sein: Während er beim ersten Tor der Innsbrucker Defensive enteilte und platziert einschieben konnte, erzielte er seinen zweiten Treffer per Kopf.

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Im Schatten seines Doppelpacks stellte der Stürmer indes einen neuen Saisonrekord auf: Insgesamt sieben Torschüsse in einem Spiel sind ligainterner Höchstwert – noch vor Salzburgs Munas Dabbur und LASK-Spieler Joao Victor. Mit fünf Toren in erst acht bestrittenen Spielen hat Kalajdzic außerdem die zweitbeste Torquote nach Einsatzzeit – nicht einmal 80 Minuten benötigt der Mittelstürmer im Schnitt für einen Torerfolg.

Dabei war mit einer derartigen Leistungssteigerung vorab nicht wirklich zu rechnen. Zwar gilt der U21-Nationalspieler bereits seit längerem als großes Talent, durch zwei langwierige Verletzungen geriet die Karriere des Offensivmannes dennoch zuletzt ins Stocken. Zunächst setzte Kalajdzic ein Mittelfußbruch außer Gefecht. Nach drei Kurzeinsätzen in der Bundesliga folgte der nächste Rückschlag: Ein Syndesmosebandriss beendete die Herbstrunde endgültig.

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Dieses Verletzungspech spielte in den wegen zu hoher Ablöseforderungen gescheiterten Transferverhandlungen wohl ebenfalls eine Rolle, weshalb der SK Rapid Wien schlussendlich Aliou Badji den Vorzug gab.

Kandidat fürs Nationalteam? Serbien soll Kalajdzic beobachten

Doch das plötzliche Formhoch macht den neuen Südstadt-Goalgetter derzeit zu einer der begehrtesten Transferaktien – so soll einerseits Rapid nach wie vor als potenzieller Interessent gelten. Darüber hinaus versucht der serbische Fußballverband laut eines „Kurier“-Artikels den Stürmer derzeit von einer möglichen Karriere für Serbiens Nationalteam zu überzeugen. Derzeit ist Kalajdzic im Kader des U21-Nationalteams und spätestens seit den beiden Treffern gegen Innsbruck ein großes Thema für die U21-Europameisterschaft im kommenden Sommer.

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Beitragsbild: GEPA