VIENNA,AUSTRIA,16.JUL.19 - SOCCER - tipico Bundesliga, season opening, press conference. Image shows sporting director Zoran Barisic (Rapid). Photo: GEPA pictures/ Christian Ort

Barisic geht mit neuer Zuversicht und altem Konzept in die Saison

via Sky Sport Austria

Wien Rapid Wien geht nach einem verkorksten Jahr und Platz sieben mit neuer Zuversicht in die Bundesliga-Saison, die am Freitag (20.45/live Sky) mit einem Heimspiel gegen Meister Salzburg beginnt.

Der neue Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic betonte trotz möglicherweise noch bevorstehender Veränderungen das Vertrauen in den aktuellen, zu Beginn seiner Amtszeit verkleinerten Kader.

“Ich glaube, dass der Kader qualitativ einen guten Schritt nach vorne gemacht hat”, sagte Barisic am Dienstag bei Rapids Saisoneröffnungs-Pressekonferenz. Der vom LASK losgeeiste Linksverteidiger Maximilian Ullmann trainierte am Dienstag erstmals mit der Mannschaft.

Neben den weiteren Neuzugängen Thorsten Schick und Taxiarchis Fountas verwies Barisic auch auf die Nachwuchshoffnungen Leo Greiml, Nicholas Wunsch und Kelvin Arase, die zusehends eingebaut werden sollen.

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Für den mit einem Auslandstransfer in Verbindung gebrachten Thomas Murg gibt es laut Barisic keine konkreten Angebote. “Es gibt immer wieder Anfragen, aber es ist nichts Konkretes auf dem Tisch.” Er habe mit dem Offensivmann, der noch bis 2022 unter Vertrag steht, ein persönliches Gespräch geführt, um dessen Fokus auf das Sportliche zu richten.

Verstärkung für die Offensive könnte in Form des japanischen Internationalen Koya Kitagawa kommen, der bei seinem bisherigen Club Shimizu S-Pulse bereits verabschiedet worden ist. Der 22-jährige Stürmer hat bisher acht Länderspiele bestritten, Barisic wollte sich wie bei Murg aber weiter zu keinen Details äußern. “Es gibt nichts zu vermelden, was diese beiden Personalien betrifft.”

Barisic “sehr zuversichtlich”

Oberste Priorität seiner ersten zwei Monate im Amt sei die Kampfmannschaft gewesen. “Es galt, den Kader zu verkleinern und trotzdem Qualität dazuzuholen punktuell. Das ist uns bis jetzt ganz gut gelungen”, meinte der Ex-Teamspieler. Der souveräne Cup-Auftakt am Sonntag beim Regionalligisten Allerheiligen (9:1) sei nicht selbstverständlich gewesen. Barisic: “Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, was die kommende Saison betrifft.”

Bis Dienstag waren für den Schlager gegen Salzburg 18.000 Tickets verkauft. “Eine bessere Konstellation wird es nicht geben. Wir freuen uns auf diesen starken Gegner”, sagte Rapids Sportchef.

Ein Auftakt sei immer auch eine Chance für einen Neubeginn – gerade nach einer Saison wie der vergangenen. “Wir wären alle miteinander gerne in Europa dabei gewesen”, betonte Barisic. Das sei für die kommende Saison auch das Ziel. “Wenn wir uns anstrengen, werden wir die schönen Seiten des Fußballs wiedersehen.”

“Gürtel enger schnallen”

Sein Wirtschafts-Geschäftsführer-Kollege Christoph Peschek formulierte es so: “Wir wollen innerhalb der Bundesliga die Rolle einnehmen, die wir für uns in Anspruch nehmen.” Ziel sei ein höherer Zuschauerschnitt als dies im alten Hanappi-Stadion (17.500) möglich gewesen wäre. In der vergangenen Saison war die Zahl beim Publikumsmagneten der Liga auf durchschnittlich 16.101 zurückgegangen. Peschek: “Wir wollen Hütteldorf wieder zu einer Festung bauen.”

Finanziell sieht sich Rapid gerüstet – auch wenn man sich von der Zielsetzung, aus den nationalen Bewerben eine schwarze Null zu generieren, verabschiedet habe. Die letzten drei Jahre hätten auch Spuren hinterlassen, erklärte Peschek. “Da und dort werden wir den Gürtel enger schnallen müssen.”

Auftrieb gibt den Hütteldorfern ein neuer Premiumpartner, der künftig auf den Hosen zu sehen sein wird: Zweitliga-Bewerbssponsor HPYBET. Die Vereinbarung mit dem Wettanbieter läuft vorerst für drei Jahre. Dazu ist auch der langjährige Hauptsponsor Wien Energie weiterhin an Bord. Details zur Vertragsverlängerung will Rapid aber erst in den kommenden Monaten kommunizieren.

Frauen-Akademie

Peschek kündigte unterdessen die Schaffung einer neuen Frauen-Akademie an, die sich nicht mit den bisherigen Teams in der Bundeshauptstadt in Konkurrenz sieht, sondern ein zusätzliches Sportangebot für fußballinteressierte Frauen bieten soll. “Ob und wann wir den Schritt in den Frauen-Profifußball wagen, wird in hohem Maß von den infrastrukturellen Möglichkeiten abhängen”, erklärte Peschek. Derzeit seien die Trainingsplätze sehr knapp bemessen.

Martin Hiden neu dabei

Neu strukturiert hat Rapid zudem die Scoutingabteilung unter Leiter Matthias Ringler. Verpflichtet wurde dafür unter anderem Ex-Nationalspieler Martin Hiden.

Einheitliche Spiel-Philosophie

Und auch in puncto einer einheitlichen Vereins-Spielphilosophie verriet Barisic Neues: Das frühere Konzept, das er einst als Trainer mit Ex-Sportchef Helmut Schulte erstellt hatte, sei wieder aus der Schublade geholt worden. Gemeinsam mit dem Trainerteam um Dietmar Kühbauer, den Nachwuchstrainern und Talentemanager Steffen Hofmann soll es aber neu überarbeitet werden.

(APA)

Beitragsbild: GEPA