VIENNA,AUSTRIA,14.FEB.16 - SOCCER - tipico Bundesliga, FK Austria Wien vs SK Rapid Wien. Image shows a ball. Keywords: Wien Energie. Photo: GEPA pictures/ Philipp Brem

Vision 2020: Über 10.000 Zuschauer im Schnitt und CL-Fixplatz

via Sky Sport Austria

Die tipico Bundesliga hat sich für die nächsten Jahre große Ziele gesetzt. Wie die Bundesliga kürzlich erst verkündete, will man bis zum Jahr 2020 den Zuschauerschnitt in der höchsten österreichischen Spielklasse auf 10.000 heben. Sportlich muss das Ziel ein fixer Startplatz für die UEFA Champions League sein, heißt es seitens der Bundesliga.

Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer ist sich aber der Schwierigkeit des Unterfangens bewusst: “Der Champions League-Fixplatz ist natürlich ein hohes Ziel. Dafür müssten wir den 12. Platz im UEFA-Ranking erreichen. Derzeit sind wir ein bisschen abgesunken, aber ich hoffe, dass Rapid Valencia schlägt. Dann könnten wir schon für die nächste Saison (Anm. d. Redaktion: Saison 2017/18) den fünften Startplatz erhalten und in den nächsten zwei Jahren durchstarten.” (Anm. d. Redaktion: Das Interview wurde am Samstag, den 13.02.2016 aufgenommen)

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Bundesliga-Vorstand Ebenbauer zur Vision 2020

 

Österreich liegt momentan auf Rang 16 der UEFA-Fünfjahreswertung. Rumänien, aktuell auf Platz 15, hat momentan noch 0,283 Punkte Vorsprung, ist aber in der aktuellen Saison mit keinem Team mehr international vertreten. Rapid könnte trotz des gestrigen 0:6-Debakels in Valencia mit einem Heimsieg gegen die Spanier, Österreich auf den 15. Platz bringen. Dieser würde fünf Startplätze für die Saison 2017/18 bedeuten. Auf den angestrebten Platz 12 (Schweiz) fehlen aktuell 7,87 Punkte.

Rapid will Rückspiel gegen Valencia gewinnen

 

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Aufholbedarf beim Zuschauerinteresse

In Sachen Zuschauerinteresse gibt es auch noch großen Aufholbedarf. In der laufenden Saison kommen im Schnitt 6.442 Fußballfans ins Stadion um ein Spiel der tipico Bundesliga zu verfolgen. Es würde bis zum Jahr 2020 einer Steigerung um über 50 Prozent bedürfen, um das ausgegebene Ziel zu erreichen.

Für Ebenbauer auch eine Frage der Zusammensetzung der Liga: “Wichtig ist, dass mit Rapid jetzt auch wieder ein Zugpferd da ist. Auch bei Salzburg, Sturm und der Austria wird man die 10.000er-Grenze hoffentlich auch wieder überschreiten. Aber das kann sich natürlich schnell ändern, aufgrund der Ligenzusammensetzung.” Deshalb sei es auch wichtig, dass man den Zuschauerschnitt auch mit der Auslastung der jeweiligen Stadien sehe. “Ich bin aber zuversichtlich, dass wir diesen Schnitt ereichen können”, so Ebenbauer weiter.

Sind die Ziele realistisch?

 

Stimmen der Klubverantwortlichen:

Christian Haas (SV Grödig)

 

Die Vereinsverantwortlichen in der tipico Bundesliga sind sich ob der hoch gesteckten Ziele nicht ganz einig. Grödig-Manager Christian Haas beispielsweise glaubt an die Erreichung eines Champions League-Fixplatzes, hält den hohen Zuschauerschnitt aber für unrealistisch: “Da müssten die großen Vereine aus der zweiten Bundesliga aufsteigen und die kleinen Vereine müssen absteigen. Die kleinen Vereine, so wie wir, werden sich aber bis zum Schluss wehren, dass wir nicht absteigen.”

Gerhard Goldbrich (SK Sturm Graz)

 

Auch Sturm-General Manager Gerhard Goldbrich sieht es ähnlich: “Es hängt sicherlich auch damit zusammen, welche Vereine in der obersten Liga spielen. Wenn man sieht, dass der LASK mit 500 Fans unter der Woche zum Cup-Auswärtsspiel zur Austria reist, dann sieht man das vorhandene Potenzial.”

 

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Stefan Reiter (SV Ried)

 

“Bei Rapid ist mit dem neuen Stadion sogar ein 20.000er-Schnitt möglich. Auch bei der Wiener Austria ist ein Schnitt von klar über 10.000 möglich. Und auch Salzburg und Graz haben schon so viele Zuschauer gehabt und können das sicher auch wieder erreichen”, glaubt Ried-Manager Stefan Reiter an einen möglichen Zuschauerschnitt im zweistelligen Tausenderbereich.

Christoph Längle (SCR Altach)

 

Altach-Geschäftsführer Christoph Längle sieht der Zukunft ebenfalls positiv entgegen: “Red Bull Salzburg hat es international immer wieder bewiesen, heuer zeigt es Rapid. Wenn in Zukunft noch ein Zweiter hinzukommen kann, glaube ich auch, dass dieser Champions League Fixplatz erreicht bzw. gefestigt werden kann.” Um den Zuschauerschnitt zu erreichen, brauche man bessere Stadion. Dann sei auch das eine realistische Zielsetzung”, so Längle weiter. “Ich denke der Fußball in Österreich wird immer wieder sehr schlecht geredet. Wenn man nach Deutschland in die zweite Bundesliga schaut, sieht man sportlich keinen Unterschied, aber es sitzen viel mehr Leute auf der Tribüne. Das hängt aber natürlich auch damit zusammen, dass Deutschland zehn Mal größer ist”, so Längle abschließend.

Dietmar Riegler (Wolfsberger AC)

 

WAC-Präsident Dietmar Riegler glaubt ebenfalls an einen möglichen Fix-Startplatz in der Königsklasse. “Natürlich ist es komisch, wenn dann von zehn Mannschaften, fünf international spielen. Aber wir sollten froh sein, dass es so ist und diese Chance nützen”, meint Riegler optimistisch.

Markus Kraetschmer (FK Austria Wien)

 

“Es ist sicherlich ein ambitioniertes Ziel, aber wenn es gelingt das die Spitzenvereine im Europacup Punkte sammeln, dann können wir das schaffen”, glaubt auch Austria-Finanzvorstand Markus Kraetschmer an einen Champions League Fix-Startplatz. “Der Fußball boomt, nicht zuletzt durch die Erfolge des Nationalteams. Man sieht, wenn wir Spitzenspiele haben, sowie das Wiener Derby oder Spiele gegen Salzburg, dann kommen die Zuschauer auch in die Stadien”, so Kraetschmer.

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Bild: GEPA