KITZBUEHEL,AUSTRIA,17.JUL.15 - TENNIS - ITF, Davis Cup, Austria vs Netherlands. Image shows the rejoicing of Dominic Thiem and captain Stefan Koubek (AUT). Photo: GEPA pictures/ Matthias Hauer

Davis Cup: Koubek und Co. reisen zuversichtlich nach Portugal

via APA

Südstadt (APA) – Österreichs Davis-Cup-Mannschaft reist Sonntagfrüh in einer kleineren Delegation als ursprünglich erwartet zum Auswärts-Länderkampf der Europa-Afrika-Zone (1. Runde) nach Guimaraes. Die Gründe sind aber durchaus erfreulich: Dominic Thiem steht im Einzel-Finale von Acapulco, Doppel-Spezialist Alexander Peya am gleichen Schauplatz an der Seite von Philipp Petzschner (GER) im Doppel-Endspiel.

Die spätere Anreise dieser Spieler beunruhigt Kapitän Stefan Koubek gar nicht. “Es ist natürlich eine andere Situation, wenn wir mit einem kleineren Team anreisen. Aber wir freuen uns, wenn die anderen zwei dazu stoßen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, weil die super drauf sind, da macht es Spaß, dorthin zu fahren”, sagte der Kärntner am Samstag bei einem Pressetermin im Tennis-Leistungszentrum Südstadt. Natürlich ist der tolle Lauf von Dominic Thiem auch im ÖTV-Team Thema Nummer eins.

“Der ist so gut drauf, hat einen richtigen Lauf in den letzten drei Wochen. Alex spielt auch Finale – das taugt mir.” Neben Thiem wird erstmals Gerald Melzer fix im Einzel aufgeboten. Der jüngere Bruder von Jürgen, der wie Andreas Haider-Maurer wegen einer Langzeitverletzung fehlt, ist erstmals in dieser Situation. Auch Melzer junior ist von den Leistungen Thiems angetan. “Einfach beeindruckend. Größten Respekt, was Dominic abliefert. Ich glaube, dass das bei weitem noch nicht das Ende der Fahnenstange war”, sagte Gerald Melzer.

Melzer junior hat mit drei Challenger-Siegen ebenfalls einen starken Saisonstart hinter sich. An der Ausgangslage hat all dies dennoch wenig geändert. “Die Chancen sind immer noch so wie davor. Ich bin immer davon ausgegangen, dass Dominic spielt. Auf dem Papier sind wir Favoriten, was allerdings beim Davis Cup ziemlich wurscht ist, wir spielen auswärts. Aber ich fahre mit einem richtig guten Gefühl hin, weil ich weiß, welche Mannschaft ich habe”, sagte Koubek.

Wie sein Bruder Jürgen ist auch Gerald Melzer Feuer und Flamme für das Davis-Cup-Team. “Wir sind so aufgewachsen. Es ist eine Ehre, für sein Land zu spielen”, sagte der Niederösterreicher. “Ich habe viele Matches gewonnen, das gibt Selbstvertrauen”, meinte Gerald Melzer, der sich gegen die portugiesische Nummer eins, Joao Sousa, als Außenseiter sieht und gegen Gastao Elias ein ausgeglichenes Match erwartet.

Auch für Jürgen Melzer, der weiter an seinem für den Sommer erhofften Comeback nach seiner Schulter-OP arbeitet, ist es eine neue Situation. “Dadurch, dass ich verletzt war, war ich doch bei sehr vielen Trainings von Gerald dabei und ich habe Zeit gehabt, mir seine Challenger-Matches anzuschauen”, so Jürgen Melzer, der eben erst von einem zweiwöchigen Urlaub auf den Malediven zurückgekehrt ist. Geralds Leistungsentwicklung macht auch den ehemaligen Weltranglisten-Achten sicher, dass sein Bruder die Situation gut meistern wird. “Da werde ich entspannter vor dem Fernseher sitzen.”

Jürgen Melzer selbst hofft insgeheim, dass er im Falle eines Sieges in Portugal beim nächsten Davis-Cup-Termin Mitte Juli wieder dabei sein kann. “Ja, es ist noch weit weg, aber der Wettkämpfer oder der Patriot in mir hofft das.”

Mit dabei in der am Sonntag abreisenden “Vorhut” ist auch Dennis Novak, der erstmals fix im Team nominiert ist. Er wird aber aller Voraussicht nach nicht zum Einsatz kommen. Koubek hofft bei normalem Verlauf auf die Einzelspieler Thiem und G. Melzer und würde im Doppel neben Fixstarter Alex Peya gerne Thiem aufbieten. Novak ist ein sehr guter Freund und auch Trainingspartner Thiems bei Günter Bresnik.

Artikelbild: GEPA