LONDON, ENGLAND - DECEMBER 28: Phil Taylor celebrates after winning his Third Round Match against Keegan Brownduring the 2018 William Hill PDC World Darts Championships on Day Twelve at Alexandra Palace on December 28, 2017 in London, England. (Photo by Justin Setterfield/Getty Images)

Ende einer Ära: Taylor tritt mit Niederlage im WM-Finale ab

via Sky Sport Austria

(SID) – Als Phil Taylor im tosenden “Ally Pally” mit einer Niederlage Abschied von der großen Bühne nahm, ging im Dartsport eine Ära zu Ende. Sichtlich gerührt ließ sich der Rekordweltmeister nach dem 2:7 im WM-Finale gegen Rob Cross feiern, gemeinsam mit dem neuen Weltmeister reckte er den 3500 Fans die Trophäe entgegen. Und dann küsste er den Pokal ein letztes Mal.

16 WM-Titel hatte Taylor im Laufe seiner Karriere selbst gewonnen, in London gab er nun den Staffelstab weiter. “Phil hat 1990 das erste Mal gewonnen, da bin ich geboren”, sagte Cross: “Er hat so viel für diesen Sport getan, ich hoffe er tritt zufrieden zurück.”

Und Taylor räumte ohne Bitterkeit ein, er habe einfach “nicht mehr die Energie, einen Mann wie Rob Cross zu schlagen. 30 Jahre lang war das hier mein Leben, und nun startet seine Karriere. Ich sehe bei ihm viele Parallelen zu mir, er opfert sich für diesen Sport. Die Konkurrenz wird mit ihm ein großes Problem haben. Ich mag ihn sehr gerne.”

Der 27 Jahre alte Cross erhält für den Triumph bei seinem WM-Debüt neben der Sid-Waddell-Trophäe einen Siegerscheck über umgerechnet 450.000 Euro. Taylor bekommt für seinen zweiten Platz umgerechnet 210.000 Euro.

Im ersten Aufeinandertreffen mit Taylor zeigte Cross die konstantere Leistung. Mit 107,41 Punkten pro Aufnahme kam er zwar nicht an den WM-Rekord von Michael van Gerwen (114,05 Punkte) heran, erzielte aber einen deutlich höheren Schnitt als der 30 Jahre ältere Taylor (102,26).

Während des Endspiels nahm Taylor immer wieder Kontakt zu den Fans und seinem Manager Robert Glenn auf. Phasenweise wirkte er nicht konzentriert und akzeptierte, dass ihm sein Kontrahent spielerisch weitestgehend überlegen war.

Trotz der mangelnden Erfahrung präsentierte sich Cross von Beginn an nervenstark. Er gewann neun der ersten elf Legs und ging mit 3:0 nach Gewinnsätzen in Führung. Im fünften Satz verpasste Taylor nur das Doppelfeld für ein perfektes Leg, das ihm umgerechnet rund 22.500 Euro Bonuspreisgeld eingebracht hätte. Cross ließ sich den Vorsprung jedoch nicht mehr nehmen und beendete Taylors Titelträume mit der Doppel 16.

Damit tritt Taylor, der in seiner fast 30-jährigen Karriere umgerechnet 8,1 Millionen Euro Preisgeld verdient hat, mit 83 Major-Siegen ab. Für Cross war es der erste große Titel bei einem Turnier der höchsten Kategorie der Professional Darts Corporation (PDC).

Bevor der 57-Jährige die Bühne verließ, wurde ihm noch ein letzter Wunsch erfüllt: Zu “Viva La Vida” von Coldplay tanzte Taylor vor den Zuschauern im altehrwürdigen Alexandra Palace. Zum Abschied hatte er sich den Song der britischen Band gewünscht.

Taylor wird sich nach seinem Karriere-Ende eine zweiwöchige Auszeit in Australien nehmen und im Jahr 2018 180 Showmatches bestreiten. Cross, der auf Platz vier der Weltrangliste vorrückt, wird als gesetzter Spieler an der prestigeträchtigen Premier League teilnehmen.

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