HANOVER, GERMANY - OCTOBER 10: Teresa Enke, wife of former German national goalkeeper Robert Enke (not pictured), presents the "EnkeApp" during a press conference at HDI-Arena on October 10, 2016 in Hanover, Germany. Robert Enke committed suicide on November 10, 2009, following severe depression. Teresa Enke initiated the "Robert-Enke-Stiftung" to fight against depressions inside professional sports and today launched the app for smartphones. (Photo by Alexander Koerner/Bongarts/Getty Images)

“EnkeApp” soll Depressiven helfen

via Sky Sport Austria

(SID) – Die Robert-Enke-Stiftung und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollen depressive Menschen mittels einer neuen App unterstützen. Unter dem Motto “Robert konnten wir nicht retten. Dich schon” bietet die kostenlose Anwendung für mobile Endgeräte ein weitreichendes Hilfsangebot auch für Angehörige, Informationen zum Krankheitsbild oder umfassende Einblicke in die Stiftungsarbeit.

Die “EnkeApp” wurde am Montag im Vorfeld des WM-Qualifikationsspiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Nordirland (Dienstag, 20.45 Uhr) in Hannover vorgestellt. Im Mittelpunkt ihres Menüs steht eine SOS-Funktion, über die der Nutzer schnellstmöglich Hilfe erhalten kann. Außerdem gibt es einen “Moodtracker”, über den Erkrankte über Tage und Wochen ein Stimmungsbild erstellen können.

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“Wir wollen erreichen, dass viele Menschen schnell Hilfe bekommen können und dass es auch und gerade im Sport kein Tabu mehr ist, sich helfen zu lassen”, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel, der dem Kuratorium der Stiftung angehört. Betroffene sollten wissen, “dass sie mit der Krankheit nicht alleine bleiben müssen”, betonte er.

Die Stiftungsvorsitzende Teresa Enke, Witwe des ehemaligen Nationaltorhüters Robert Enke, meinte: “Wir möchten die Menschen aus der Isolation, aus der Verunsicherung holen und ihnen ein Hilfsangebot geben.” Das “Daddeln mit dem Smartphone” könne so “etwas Sinnvolles haben”, sagte sie.

Nationaltorhüter Enke hatte sich im November 2009 das Leben genommen. Wegen Depressionen war er zuvor mehrfach in psychiatrischer Behandlung gewesen. Teresa Enke betonte, es sei für sie “etwas ganz Besonderes”, nun diese App vorstellen zu dürfen. “Es werden viele Erinnerungen wach, wenn ich das Blitzlichtgewitter höre”, sagte sie angesichts des nahenden Jahrestags des Todes ihres Mannes, “es ist viel Zeit vergangen, mir geht es Gott sei Dank wieder gut.”

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