Erste Liga startet: Zum Abschied bis zu drei Aufsteiger

via Sky Sport Austria

Wien (APA) – Die Erste Liga startet am Freitagabend zum letzten Mal unter diesem Namen in die Saison. Thema gibt es nur eines: Wer schafft 2018 den Sprung in die dann reformierte oberste Spielklasse? Neben dem Meister und dem Zweiten darf auch der Dritte der Abschlusstabelle noch auf den Einzug in die dann auf zwölf Teams aufgestockte Bundesliga hoffen. Die Kandidaten dafür geben sich nicht zurückhaltend.

Es sind die üblichen Verdächtigen, die den Aufstieg im Visier haben. Zum einen peilt die SV Ried den sofortigen Wiedereinzug in die Bundesliga an, dazu kommt der Kapfenberger SV und die Topteams aus dem Westen. Wacker Innsbruck strebt wie Austria Lustenau nach Höherem. Dazu kommt die WSG Wattens, die sich im Frühjahr stark präsentierte. Ein Faktor im Titelrennen bleibt der nicht aufstiegsberechtigte FC Liefering.

“Wir schauen nur nach vorne. Wir möchten in die Bundesliga zurück, haben einen Super-Kader und ein gutes Trainerteam”, betonte Rieds Coach Lassaad Chabbi im Rahmen eines Pressetermins der Erste-Liga-Trainer am Dienstag in Wien. Erster oder Zweiter werden sei das deklarierte Ziel. Die Relegation des Dritten gegen den Letzten der Bundesliga wollen sich die Rieder, die mit einem Heimspiel gegen Wr. Neustadt starten, ersparen.

Sieben Akteure stehen aus der Mannschaft der abgelaufenen Saison noch im Kader, darunter Kapitän Thomas Gebauer, Abwehrchef Thomas Reifeltshammer oder Mittelfeldmann Marcel Ziegl. Gekommen sind mit Peter Haring, Pius Grabher, Ilkay Durmus und Julian Wießmeier gleich vier Profis von Konkurrent Lustenau, dem Ex-Club von Chabbi. In Vorarlberg war man irritiert, Chabbi meinte dazu trocken: “So ist der Fußball, das ist das Geschäft.”

Keine Vorwürfe gibt es von seinem Nachfolger im Ländle. Andreas Lipa gab sich von den anwesenden Coaches am angriffslustigsten. “Als Ziel ist der Aufstieg ganz klar definiert. Ich wünsche mir, dass wir Meister werden”, sagte Lustenaus Trainer. Nicht weniger als 17 neue Spieler wurden verpflichtet, darunter eine ganze Handvoll Brasilianer. Sie sollen das seit Jahren anvisierte Ziel Aufstieg realisieren.

In Innsbruck und Kapfenberg wurde ebenfalls kräftig rochiert. Die Tiroler gaben 14 Akteure ab, die Steirer 15. Unter anderen muss Wacker auf Torschützenkönig Patrick Eler (24 Treffer) verzichten, der zum französischen Zweitligisten Nancy ging. Als Ersatz wurde der 48-fache slowenische Nationalspieler Zlatko Dedic geholt. “Es hat bei uns große Veränderungen gegeben. Aber wir haben versucht, uns punktuell zu verstärken”, sagte Trainer Karl Daxbacher.

 

 

“Wir haben hohe Ziele, um die zu erreichen, heißt es besser spielen als in der Vorsaison”, hielt Daxbacher fest. Da belegte Wacker am Ende nur Rang vier. Noch schlechter war Kapfenberg als Sechster klassiert. Der im Saisonfinish als Chefcoach engagierte Robert Pflug soll die “Falken” aber beflügeln. “Ich hoffe schon, dass wir in dieser Saison eine große Rolle spielen werden”, sagte der 72-Jährige.

Als gefährlicher Außenseiter wird Wattens eingestuft, auch wenn Trainer Thomas Silberberger (“Wir wollen das letzte Jahr bestätigen”) davon wenig wissen wollte. Vor dem Ligastart gab es für die WSG einen schweren Dämpfer im ÖFB-Cup, ein 1:5-Debakel beim Regionalligisten Bad Gleichenberg. Die nach dem Abgang von Thomas Letsch nun von Janusz Gora betreuten Lieferinger wollen vorne mitspielen, sehen ihre eigentliche Aufgabe aber als Ausbildungsstätte von Red Bull Salzburg.

Am anderen Ende der Tabelle sieht die Lage anders aus. Der Letzte steigt im nächsten Jahr nicht zwingend ab, sondern spielt Relegation gegen einen Regionalligisten. Nichtsdestotrotz will damit natürlich kein Verein zu tun haben. Neue Chefs gibt es bei Blau Weiß Linz mit Günther Gorenzel-Simonitsch, dem FAC mit Thomas Eidler, bei Wiener Neustadt mit Roman Mählich und Hartberg mit Christian Ilzer. Der ehemalige Assistent von WAC-Coach Heimo Pfeifenberger will mit dem Liga-Rückkehrer aus der Steiermark “so schnell wie möglich ankommen”.

Ab 2018 wird die zweithöchste Spielkasse als Zweite Liga fungieren. Dann wird die Liga in eine semiprofessionelle Klasse mit 16 Teilnehmern umgewandelt. Die Auflagen werden wesentlich geringer ausfallen, die Anzahl der Bewerber größer werden. Aus den Regionalligen werden zumindest acht Vereine den Sprung nach oben schaffen. “Die Zweite Liga wird ein neues Gesicht bekommen, eine sehr vielfältige Liga werden. Sie wird nationalen ebenso wie regionalen Charakter bekommen”, sagte Liga-Vorstand Reinhard Herovits.