Ex-Weltfußballer George Weah neuer Präsident von Liberia

via Sky Sport Austria
Monrovia (APA/dpa) – Der frühere Weltfußballer George Weah setzte sich bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Liberia gegen den bisherigen Vizepräsidenten Joseph Boakai durch. Der heute 51 Jahre alte Weah spielte zu seinen besten Zeiten unter anderem für AS Monaco, Paris Saint-Germain, AC Mailand sowie FC Chelsea. 1995 wurde er zum Weltfußballer gewählt.
Die bisherige Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf war nicht erneut angetreten. Rund 2,2 Millionen Liberianer sind wahlberechtigt. Belastbare Ergebnisse der Abstimmung werden nicht vor Jahresende erwartet.

Weah von der Koalition für Demokratischen Wechsel (CDC) bewarb sich zum zweiten Mal um das Präsidentenamt. 2005 war er der beliebten Johnson-Sirleaf von der Partei für Einheit (UP) unterlegen. Weah will als Präsident für Wachstum und eine Verringerung der Armut zu sorgen.

Liberia hat erst 2003 einen 14 Jahre langen Bürgerkrieg überwunden. Johnson-Sirleaf (79) wurde 2011 für ihre Arbeit zur Befriedung des Landes mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Ihr Nachfolger wird indes alle Hände voll zu tun haben, die Wirtschaft des Landes wieder anzukurbeln. Diese erholt sich nur langsam von der verheerenden Ebola-Epidemie, an deren Folgen von 2013 bis 2015 mehr als 4.000 Liberianer starben. Zudem brachen noch die Preise von Gummi und Eisenerz ein, wichtigen Exportprodukten des Landes.

Nach einem umfassenden Index der Vereinten Nationen gehört das Land mit rund 4,6 Millionen Einwohnern zu den 15 ärmsten Ländern der Welt. Die Lebenserwartung liegt laut Weltbank bei 62 Jahren, in Österreich sind es 81 Jahre. Liberias lange Bürgerkriege, in denen auch viele Kindersoldaten kämpften, haben schätzungsweise 250.000 Menschen das Leben gekostet; erst 2003 kehrte Ruhe ein. Nach einem Friedensabkommen stellte sich Johnson-Sirleaf 2005 erstmals der Wahl.