Freiburg Kübler

Farbenblind: Freiburg-Profi spricht offen über Sehschwäche

Er hatte sich einst Trainer Christian Streich anvertraut. Nun hat Freiburg-Verteidiger Lukas Kübler seine Farbsehschwäche öffentlich gemacht.

Lukas Kübler hat als erster deutscher Bundesliga-Profi offen über seine Farbsehschwäche und die damit verbundenen Probleme gesprochen. Die größten Schwierigkeiten im Fußball gebe es bei den Trikotfarben, viele Kombinationen seien kaum auseinanderzuhalten, sagte der Spieler des SC Freiburg der Süddeutschen Zeitung. So spielte der SCF unter anderem im Frühjahr 2021 mit Kübler zuhause überraschend in gelben Ausweichdressen, anstatt in den gewohnten roten Trikots – gegen den in grün spielenden FC Augsburg.

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„Bei Rot gegen Grün ist es bei mir extrem, aber ich kann auch andere Farben, die nahe beieinander sind, nicht so gut unterscheiden. Gerade im Spiel ist es schwierig, wenn alles schnell geht“, meinte der 33-Jährige und ergänzte: „Da spielen dann auch andere Faktoren mit hinein: das Flutlicht, der grüne Rasen, die Kleidung der Zuschauer.“

Auch mit Gelben und Roten Karten habe er Probleme, bekannte Kübler, sowie mit den beliebten Trainingsleibchen in Gelb und Orange oder roten Übungshütchen, die für ihn auf dem grünen Rasen „untergehen“.

Vor Kübler äußerte sich nur Delaney

Vor Kübler hatte sich aus der Bundesliga nur der Däne Thomas Delaney (Werder Bremen, Borussia Dortmund, TSG Hoffenheim) öffentlich zu seiner Schwäche bekannt. Kübler glaubt, dass sich andere betroffene Kollegen aus Angst vor hämischen Reaktionen im Netz zurückhalten. „Irgendwelche Deppen finden dann einen Grund mehr für einen negativen Kommentar. Wenn jemand sagt, dass er farbenblind ist, schreibt bestimmt einer: Jetzt wird mir einiges klar…“

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Kübler ist einer von vermutlich mehr als 3,5 Millionen Deutschen, die farbsehschwach sind. Jeder zwölfte Mann und jede 200. Frau sind betroffen, meist wegen eines angeborenen Gendefekts. Weltweit sind demnach über 300 Millionen Menschen davon betroffen. Die Rot-Grün-Schwäche, bei der die beiden Farben und ihre Schattierungen schwer oder gar nicht unterscheidbar sind, ist am häufigsten. Auch viele Fans haben beim Zusehen Probleme.

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(SID/sport.sky.de/Red.)

Beitragsbild: Imago.