FC Red Bull Salzburg: Der große Meisterkandidat

via Sky Sport Austria

Der FC Red Bull Salzburg geht wieder einmal als großer Favorit auf den Meistertitel ins Rennen. Doch heuer scheint es noch deutlicher werden zu können, als in den vergangenen Jahren: Die Bullen müssen im Sommer nur zwei Stammspieler abgeben. Das große Ziel – die Gruppenphase der UEFA Champions League zu erreichen – ist zum Greifen nahe.

Der Meister startete vor ziemlich genau einem Monat nach vier Wochen Urlaub ins Training. Eine Erkenntnis aus dem Vorjahr war, dass man in der Vorbereitung noch nicht ganz an die Grenzen gehen muss: “Wir holen die Jungs, die schon länger bei uns sind, auf einem höheren Level als im Vorjahr ab”, so Trainer Marco Rose. Interessant ist, dass die Bullen, egal ob offensiv oder defensiv, nie ohne Ball trainieren.

Die Testspielergebnisse der Salzburger lesen sich unglaublich positiv: Aus sechs Spielen holten die Rose-Elf sechs Siege – bei einem Torverhältnis von 24:2! Die beiden Gegentreffer musste man erst im letzten Vorbereitungsmatch gegen Rizespor hinnehmen. Tests sollte man niemals überbewerten, allerdings hatte man mit dem FC Utrecht (1:0), Stade Rennes (3:0) und eben Rizespor (5:2) nicht nur No-Name-Teams als Gegner. Rückkehrer Smail Prevljak ist mit vier Treffern der beste Schütze in der Vorbereitung.

Mehr ein Test- als ein Pflichtspiel war auch der erste Cup-Auftritt der Salzburger: Die Bullen fertigten den ASKÖ Oedt mit 6:0 ab. Reinhold Yabo, Xaver Schlager (beide mit je zwei Toren), Prevljak und Munas Dabbur sorgten für klare Verhältnisse.

Stammpersonal konnte großteils gehalten werden

Die diesjährige Sommer-Transferphase beweist, dass das Ziel Champions League nicht nur ein Wunsch ist, sondern tatsächlich Realität werden könnte. Mit Vizeweltmeister Duje Caleta-Car (Olympique Marseille) und Valon Berisha (Lazio Rom) gab es „nur“ zwei Stammspieler-Abgänge und das trotz überragender internationaler Saison mit dem Halbfinale in der UEFA Europa League. Stefan Lainer konnte vorerst gehalten werden, obwohl ihn der SSC Napoli mit Trainer Carlo Ancelotti haben wollte. Der Teamspieler, der einen Vertrag ohne Ausstiegsklausel unterschrieben hat, musste mit dieser Enttäuschung erst einmal umgehen. Nach einem Gespräch Anfang dieser Woche sagte Sportchef Christoph Freund: „Stevie ist jetzt körperlich und geistig voll bei uns.“

Dazu hat man sich mit Königstransfer Zlatko Junuzovic für das Mittelfeld namhaft und qualitativ hochwertig verstärkt. „Zladdi“ macht den Verlust von Berisha mehr als nur wett. Caleta-Car war fixe Größe in der Innenverteidigung, sein Abgang schmerzt mehr als jener von Berisha.

Aber auch für die zentrale Abwehr gibt es mit Pongracic, Onguéné und dem Neuen Jasper von der Werff einige sehr junge und hochtalentierte Alternativen. Durch die schwere Verletzung von Farkas (Kreuzbandriss) musste mit Todorovic ein Backup für Ulmer und Lainer verpflichtet werden. Prevljak verstärkt die Offensivabteilung, er hat sich in Mattersburg hervorragend weiterentwickelt und kam mit 18 Toren, viel Selbstvertrauen und als bosnischer A-Teamspieler von der Leihe im Burgenland zurück. Dazu konnte Erfolgstrainer Rose gehalten werden. Sportchef Christoph Freund hat einen fantastischen Job gemacht.

Walke verliert Stammplatz und Kapitänsbinde

Mannschaftsintern hat sich trotz der wenigen Abgänge einiges getan: Cican Stankovic wird in der Liga das Tor hüten, Alexander Walke dagegen sowohl im UNIQA ÖFB Cup als auch im Europacup. „Wir wollen beiden Tormännern gerecht werden“, sagt Rose zur Torhüterthematik. Außerdem wird damit auch der Generationenwechsel zwischen den Pfosten eingeläutet.

Dies hat auch zur Folge, dass es bei den Bullen einen neuen Kapitän gibt. Andreas Ulmer übernimmt die ‘Schleife’ von Walke.

Hee-Chan Hwang fehlt den Bullen in den wichtigen Playoff-Spielen zur Champions League, weil er im August mit Südkorea an den Asienspielen teilnimmt. „Das hat einen irrsinnigen Stellenwert für ihn und sein Land. Seine Teilnahme war Bestandteil der Vertragsverlängerung“, sagt Sportchef Freund. Sollten sich die Südkoreaner für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifizieren, entfällt für die Spieler der 21-monatige Militärdienst.

Hwang zieht Asienspiele möglichem CL-Playoff vor

Prognose

Salzburg kommt in die Champions League. Entweder schon heuer über die Qualifikation, spätestens aber im kommenden Jahr als Meister von Österreich (UCL-Fixplatz!). Die Bullen werden aufgrund der höchsten Kaderqualität und -dichte den Titel erneut verteidigen. Der Vorsprung auf die Konkurrenz wird im Vergleich zu den vergangenen Saisonen aber wegen der Punkteteilung nur einstellig sein.

Beitragsbild: GEPA