FIFA-Chef Infantino verteidigt hohe Ticketpreise

Hohe Ticketpreise & Visa-Affäre: FIFA-Präsident Infantino äußert sich

Gianni Infantino hat die umstrittenen Ticketpreise bei der Fußball-WM verteidigt. „Es ist nicht so, dass jemand aufwacht und die Preise festlegt“, sagte der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA und verwies auf die Preise für Eintrittskarten bei anderen Topsportarten in den USA.

Der Einstiegspreis von 60 Dollar für WM-Karten sei der niedrigste in dem Vergleich, meinte Infantino in Mexiko-Stadt. Genauso sei das beim Durchschnittspreis von 500 Dollar.

„Bevor wir 6,5 Millionen Tickets verkauft haben, haben wir uns mit den besten Anwälten abgesprochen“, betonte Infantino, der immer wieder zwischen Englisch und Spanisch wechselte. Beim Thema Ticketpreise, das die Gemüter angesichts astronomischer Preise auf dem von der FIFA abgesegneten Zweitmarkt besonders erhitzt, verteidigte er das Vorgehen seines Verbandes. „Jeder Dollar, den wir generieren, fließt zurück in den Fußball.“ Wer investiere schon beispielsweise im Südsudan, fragte er und gab gleich die Antwort: „Wir tun es.“ Und das dank der Erträge.

Extreme Preise, Ermittlungen in den USA

Für das Finale der WM in New Jersey wurden auf dem Zweitmarkt auch schon Hospitality-Pakete für bis zu 600.000 Euro angeboten. Zwischenzeitlich standen hier sogar Endspiel-Tickets für mehrere Millionen Euro zum Verkauf. Eintrittskarten für Gruppenspiele zwischen den Außenseitern Haiti und Schottland oder zwischen Ghana und Panama waren aber ab 330 oder 440 Euro zu bekommen.

Ermittlungen in den USA verfolgt Infantino nach eigenen Worten „sehr relaxed“. In Kalifornien schickte der Generalstaatsanwalt ein Schreiben an die FIFA, um mögliche Verstöße gegen kalifornisches Verbraucherschutzrecht zu prüfen. Die Generalstaatsanwältinnen von New Jersey und New York kündigten eine Untersuchung wegen Berichten über möglicherweise irreführende Ticketvergabepraktiken des Weltverbandes an.

Infantino zu Visa-Affäre: „Nicht die Könige der Welt“

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat im Fall des von den USA abgewiesenen Schiedsrichters um Verständnis für die Position des Fußball-Weltverbands geworben. „Wir versuchen immer, Lösungen zu finden“, sagte Infantino am Mittwoch in Mexiko-Stadt. „Aber wir müssen respektieren, dass wir nicht die Könige der Welt sind, die über Regierungen und die Polizei bestimmen. Wir sind eine Sportorganisation.“

Es sei „natürlich unglücklich“, dass Omar Artan aus Somalia die Einreise verweigert worden sei. „Wir kontrollieren nicht alles. Wir versuchen, wir werden diskutieren, wir werden sprechen, wir werden sehen. Manchmal ist es gut, einfach zu chillen, relaxen. Wir versuchen, alles zu lösen“, sagte Infantino. Später sagte er zu dem Thema Einreisen: „Wir hoffen, dass wir gute Nachrichten haben“, wurde dabei aber nicht konkreter, was er meinte.

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Sicherheitsbedenken als Grund für Ablehnung

Artan sollte als erster Schiedsrichter Somalias bei einer Weltmeisterschaft Spiele leiten, nachdem er es auf die finale Liste des Weltverbands FIFA geschafft hatte. Für die verweigerte Einreise sollen Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation der Grund gewesen sein, hatte ein namentlich nicht genannter Vertreter der US-Regierung dem Nachrichtensender CNN mitgeteilt. Somalia gehört zu den 39 Staaten, deren Staatsangehörige von den verschärften Einreisebestimmungen der US-Regierung von Präsident Donald Trump betroffen sind. Bürger dieser Länder werden bei der Einreise zusätzlichen Überprüfungen unterzogen.

Die FIFA hatte zuvor bereits darauf verwiesen, dass wie bei vorherigen Turnieren das Gastgeberland das ultimative Recht habe, über die Visavergabe zu entscheiden. „Die FIFA ist nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der Entscheidung über Visaanträge“, hieß es vom Weltverband.

Kritik am Weltverband

Dies hatte für deutliche Kritik gesorgt. UN-Menschenrechtschef Volker Türk hatte die USA in der Diskussion um die Einreiseprobleme vor der WM grundsätzlich zu einem Politikwechsel aufgefordert.

Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter griff seinen Nachfolger verbal an. „Der amtierende Präsident sollte beweisen, dass er stärker ist als sein guter Freund im Weißen Haus, nicht wahr?“, sagte Blatter der „L’Équipe“ in Anspielung auf das gute Verhältnis von Infantino zu Trump.

„Unglaublich und absurd“: Blatter kritisiert FIFA nach Abweisung von Referee

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(APA)/Bild: Imago