Flitzer trüben positive EM-Bilanz der UEFA
Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat kurz vor dem Ende der Fußball-EM eine positive Bilanz gezogen.
„Wir sind sehr, sehr zufrieden, wie das Turnier abgelaufen ist. Wir hatten hier in Deutschland so viele Fans aus ganz Europa, die friedlich hierhergekommen sind und hier gefeiert haben, ihre Mannschaft angefeuert haben“, sagte UEFA-Wettbewerbschef Martin Kallen der dpa. Von 51 Spielen steht nur noch das Endspiel am Sonntag in Berlin zwischen Spanien und England aus.
„Die Organisation war sehr, sehr gut. Die Spiele waren gut. Es hat wenig Überraschungen gegeben“, sagte der Schweizer Kallen bei einem Empfang in München zur Ehrung der Volunteers. „Sehr nervig“ fand Kallen die Flitzer während des Turniers. Da sei zum Teil Kommerz im Spiel und es gebe Leute, die dafür bezahlen, sagte der UEFA-Mann. „Das ist der eine Teil der Flitzer. Der andere Teil war die Ronaldomanie, wo ein Ronaldo als Superstar einfach die Leute so elektrisiert hat, dass die unbedingt mit ihm ein Selfie machen wollten.“
Die Vorfälle seien nicht ideal gewesen. „Man sollte ein Fußballspiel durchspielen können. Aber wir haben damit gelebt und immer wieder angepasst, dass wir immer weniger hatten“, sagte er.
Neben den Flitzern gab es auch immer wieder Schwierigkeiten mit dem Transport und der Deutschen Bahn. Man wisse seit langem, dass die Bahn Probleme habe, sagte Kallen. „Aber was man auch gesehen hat, es hat sehr viele Züge gegeben. Das Angebot ist sehr hoch.“ Er sei jeden Tag mit dem Zug unterwegs gewesen und habe geschaut, dass er mindestens drei Stunden vorher ankomme. Der Puffer habe gereicht. „Ich habe mich dann ein bisschen angepasst. Manchmal ist das ein bisschen mühsam, aber das Angebot ist eigentlich groß und vielfältig.“
Die Bahn war während des Turniers mehrfach für ihre Leistung kritisiert worden. Erst diese Woche musste das niederländische Team wegen eines kurzfristigen Zugausfalls statt mit der Bahn per Flieger zum Halbfinale von Wolfsburg nach Dortmund reisen.
Deutsche Bahn: „Alles aus dem System herausgeholt“
Die Deutsche Bahn (DB) hat vor allem mit Blick auf die Pünktlichkeit ein gemischtes Fazit zu ihrer Leistung während der Fußball-Europameisterschaft gezogen. „Hier wurde das Maximum aus dem Bahnsystem herausgeholt, die Möglichkeiten wurden jedoch durch eine veraltete und überlastete Infrastruktur beschränkt“, teilte die Bahn mit.
Zudem sei der Zugverkehr vor allem auf der Nord-Süd-Route einige Wochen lang durch Hochwasserschäden beeinträchtigt gewesen. „Mehrere hundert ICE-Züge pro Tag mussten umgeleitet werden, die Reisezeit verlängerte sich dadurch um 30 bis 60 Minuten“, hieß es.
Die Deutsche Bahn wurde während des Turniers mehrfach für ihre Leistung kritisiert. Erst diese Woche musste das niederländische Team wegen eines kurzfristigen Zugausfalls statt mit der Bahn per Flieger zum Halbfinale reisen. Zu Beginn des Turniers strandeten zeitweise hunderte österreichische Fans in Bayern, weil eine Baustelle anders als geplant nicht rechtzeitig fertig wurde. Turnierchef Philipp Lahm verpasste in der Gruppenphase wegen Bahn-Probleme den Anpfiff einer Partie.
Die Bahn räumte mehrmals Probleme ein und bat die Fahrgäste um Entschuldigung. „Wir sind in der Tat nicht ganz auf Höhe gewesen, unsere Verkehre bei der Europameisterschaft fuhren nicht rund“, sagte eine Bahnsprecherin Anja Bröker vor einer Woche in einem Fernsehinterview.
Positiv fällt die DB-eigene Bilanz beim Thema Sicherheit aus. Laut dem deutschen Staatskonzern kam es zu „keinen nennenswerten Vorfällen in den Zügen und an den Bahnhöfen“. 5.400 DB-Sicherheitskräfte waren demnach an den Bahnhöfen und in den Zügen unterwegs. Zwölf Millionen Reisende sind während der EM mit den ICE- und IC-Zügen der DB gefahren. Auch der EM-Pokal war mit der Bahn unterwegs und wurde über die Schiene zum Endspielort Berlin transportiert.
(APA).
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