METZ, FRANCE - JUNE 04: Laurent Koscielny of France (R) celebrates his team's third goal with team mates during the International Friendly between France and Scotland on June 4, 2016 in Metz, France. (Photo by Daniel Kopatsch/Getty Images)

Hochstimmung bei Gastgeber Frankreich vor EURO-Start

via Sky Sport Austria
Metz (APA/Reuters/dpa/AFP) – Der vielfach kritisierte Olivier Giroud und seine Nebenleute haben am Samstag bewiesen, dass beim Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft 2016 zumindest sportlich alles passt. Auch dank des Doppelpacks des Arsenal-Stürmers besiegten die Franzosen Schottland in Metz mit 3:0, womit sich die “Equipe Tricolore” voller Vorfreude auf das Auftaktmatch gegen Rumänien vorbereiten kann.

“Wir haben Lust, dass es nun ernst wird, selbst wenn wir die Testspiele auch alle sehr ernst genommen haben. Wir freuen uns, wenn diese EM beginnt”, kann Giroud die Partie im Stade de France in Saint-Denis kaum noch erwarten. Anpfiff am kommenden Freitag ist um 21.00 Uhr.

Am Samstagabend war Giroud im Stade Saint-Symphorien für die ersten beiden Treffer zuständig. Beim 1:0 in der achten Minute düpierte er den schottischen Keeper mit einem Fersentrick, in der 35. Minute legte er mit einem klassischen Abstauber nach einem von Schuss Dimitri Payet nach. Das 3:0 erzielte sein Arsenal-Kollege Laurent Koscielny nach einem Payet-Eckball per Kopf.

Am Montag hatte sich Giroud beim 3:2-Sieg gegen Kamerun trotz seines Treffers noch Pfiffe anhören müssen. Auch in London muss sich der 29-Jährige oft mit Kritik von Fans und Medien auseinandersetzen. Mit seinen Toren 16 und 17 im Team bewies er nun, dass Nationaltrainer Didier Deschamps bei der französischen Titelmission sehr wohl auf ihn zählen kann. Nach dem Verzicht auf Karim Benzema wird der 49-malige Nationalspieler als Sturmspitze seinen Mann stehen müssen.

Zuvor war er auch beim 3:2 gegen die Niederlande zur Stelle gewesen – nur beim 4:2 gegen Russland ging Giroud in diesem Jahr leer aus. “Ich hoffe, dass meine Serie der Mannschaft weiterhin hilft, Spiele zu gewinnen”, sagte der Mann aus der Region Savoyen.

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Frankreich hat neun der vergangenen zehn Spiele in der Vorbereitung auf das Turnier gewonnen. Lediglich gegen England gab es im November eine 0:2-Niederlage, wobei das Match vier Tage nach den Paris-Anschlägen stattfand. In den jüngsten vier Testpartien erzielten “Les Bleus” 13 Tore. Am Samstag blieb die Mannschaft zudem erstmals im Kalenderjahr ohne Gegentreffer.

Die nicht für die EM qualifizierten Schotten, die keinen einzigen Torschuss abgaben, waren freilich kein hochkarätiger Gegner. Speziell in der Anfangsphase dominierte Frankreich in allen Belangen. In der zweiten Halbzeit nahmen die zahlreichen Wechsel dem Spiel etwas den Fluss. Der starke Eindruck, den die Deschamps-Elf hinterließ, blieb aber.

“Das ist positiv, aber wir werden jetzt nicht abheben, auch nicht die Spieler. Es ist ein schöner Abend für jeden, um Selbstvertrauen zu tanken und eine gute Stimmung reinzubringen”, meinte der Teamchef nach dem Schlusspfiff. “Es gibt noch immer Sachen, die wir verbessern müssen. Ich hätte gerne noch ein oder zwei Spiele mehr gehabt, aber wir werden bereit sein.”

Das unerprobte Innenverteidiger-Tandem Koscielny und Adil Rami war diesmal nicht gefordert. Erfreulich für Deschamps war zudem die Vorstellung von N’Golo Kante, der im zentralen defensiven Mittelfeld die Position von Lassana Diarra einnahm. Der Legionär vom englischen Premier-League-Meister Leicester City überzeugte mit seiner Robustheit und Übersicht.

Die jüngsten Resultate würden auch dabei helfen, die Leidenschaft der Fans weiter anzufachen, meinte Deschamps. “Die Leute lieben die französische Mannschaft, stehen hinter ihr und das ist wichtig für die Spieler. Damit schießt man zwar keine Tore, aber es schafft ein Klima, das es den Spielern ermöglicht, über sich hinauszuwachsen”, erklärte er.

Von Metz ging es für den 23-köpfigen Kader und den Trainerstab ins Centre National du Football in Clairefontaine. Bei wenig sommerlichen 13 Grad Celsius bat Deschamps sein Team zum Training am Sonntag auf den Platz. “Wir legen jetzt den Schalter um und konzentrieren uns auf den Titelkampf, der nun kommt”, betonte Kapitän und Tormann Hugo Lloris. Neben den Rumänen sind Albanien und die Schweiz die weiteren Gruppen-Gegner der Franzosen.

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