Trauner im Sky-Podcast „DAB | Der Audiobeweis“: „Der LASK ist bereit für eine neue Ära und da gehört ein richtiges Fußballstadion dazu“

via Sky Sport Austria
  • Der LASK-Kapitän über seine Zukunft: „Zurzeit bin ich noch fit und kann mir noch ein paar Jahre Profifußball vorstellen – und ja, wenn das beim LASK ist, dann bitte gerne“
  • Gernot Trauner über die Spielausrichtung der Linzer: „Wir wollen natürlich die LASK-DNA mit unserem Gegenpressing nicht verlieren“
  • Alfred Tatar: „Die Teams wissen mittlerweile, wie man gegen den LASK in Pasching auftritt“
  • Der Podcast DAB | Der Audiobeweis ist ab sofort frei empfangbar auf skysportaustria.at sowie auf den gängigen Plattformen Spotify, Apple Podcast, Google Podcast, FYEO und Deezer abrufbar

Zu Gast im Sky Sport Austria Podcast DAB | Der Audiobeweis waren Gernot Trauner, Kapitän LASK, und Sky Experte Alfred Tatar.

DAB | Der Audiobeweis Folge #97 mit Gernot Trauner

Alle Stimmen zu „DAB | Der Audiobeweis“

Gernot Trauner (Spieler LASK):
…über das Spiel gegen den SKN St. Pölten: „Ich glaube, dass wir einfach gestern versäumt haben, den Sack vorzeitig zuzumachen. Ich denke, wir haben vieles richtig gemacht im Spiel, lange die Kontrolle gehabt und dann es einfach versäumt vorzeitig das Spiel zu entscheiden. Und dann passiert es natürlich – wie es zurzeit üblich ist – durch einen Standard, dass der Gegner herankommt, den Anschlusstreffer erzielt. Und das ist dann natürlich immer eine ungute Situation. Und zurzeit ist das dann alles nicht so selbstverständlich bei uns, dass wir das dann sauber fertigspielen, sondern dann kommt die ein oder andere Unsicherheit dazu.“

…über das neue Stadion und die Vorfreude darauf: „Wir freuen uns natürlich auf das neue Stadion. Die Vorfreude hält sich jetzt natürlich noch ein bisschen in Grenzen, weil wir noch eineinhalb Jahre bis dorthin haben. Ich glaube, der LASK ist bereit für eine neue Ära und da gehört ein richtiges Fußballstadion dazu. So ehrlich muss man sein: Das Waldstadion in Pasching ist nicht mehr 100 Prozent am aktuellen Stand. Und der LASK hat sich sportlich extrem weiterentwickelt, zu einer Top-Adresse entwickelt und da gehört ein gutes Bundesliga-Heimstadion dazu. Von dem her ist das der logische Schritt, der jetzt kommt.“

…über seine Zukunftspläne: „Ich habe immer gesagt: Wenn es ein interessantes Angebot aus dem Ausland gibt, dann werde ich mich damit auseinandersetzen. Ich weiß gleichzeitig, was ich am LASK habe, was meine Position beim LASK betrifft. Ich fühle mich extrem wohl, ich fühle mich akzeptiert, ich spüre eine hohe Wertschätzung mir gegenüber. Gleichzeitig habe ich hier in Oberösterreich meine ganze Familie um mich, was mir auch sehr wichtig ist. Von dem her muss schon etwas richtig Interessantes kommen, damit ich mich damit auseinandersetze. Ich habe nichts dagegen, wenn ich den Vertrag erfülle und dann darüber hinaus noch einmal verlängere. Also zurzeit bin ich noch fit und kann mir noch ein paar Jahre Profifußball vorstellen – und ja, wenn das beim LASK ist, dann bitte gerne.“

…über das Thema Nationalteam: „Ich habe einfach versucht, meine Leistungen beim Verein zu bringen und mehr kann ich nicht machen. Ich hoffe natürlich, dass ich eine Rolle spiele und dass ich bei der Europameisterschaft dabei sein kann. Ich konzentriere mich da auf meine Sache hier vor Ort, das ist das einzige, was ich machen kann. Was dann kommt, das kann ich eh nicht beeinflussen, das entscheidet dann der Teamchef. Ich glaube, dass ich mich beim letzten Lehrgang positiv zeigen konnte und ich hoffe, dass ich meine Chance kriege, mich vielleicht nochmal zu beweisen, bevor dann die Entscheidung ansteht.“

…über das Thema „Elfmeter“ bei LASK und warum nicht er einmal antritt: „Das Thema Elfmeter ist ein ganz großes – ich glaube, seitdem ich beim LASK bin. Wir hatten mit Klauss und Raguz zwei sehr gute Elfmeterschützen, die uns beide nicht mehr zur Verfügung stehen. Und somit hat sich der ein oder andere Spieler probieren dürfen. Und das hat leider in der letzten Zeit immer weniger geklappt. Ich habe mich dann auch schon angeboten, aber ich glaube, dass es Spieler bei uns gibt, die das besser draufhaben. Und da ist halt Philipp Wiesinger mit seiner Schusstechnik rechts wie links ein sehr guter Mann. Darum hat er gestern auch die Verantwortung übernommen. Er hat den souverän reingehaut und wer weiß, vielleicht haben wir dann unseren zukünftigen Elfmeterschützen gefunden.“

…über die taktische Ausrichtung und die LASK-DNA: „Der LASK ist kein Außenseiter mehr, der LASK ist eine Top-Adresse in Österreich und jeder hat Respekt vor uns, wie wir gegen den Ball agieren. Und somit überlegt sich der Gegner was und versucht dann, glaube ich, weniger herauszuspielen, will das Risiko im Spielaufbau minimieren und dann kommen oft die langen Bälle. Und im Gegenzug ist es so, dass sie uns eigentlich eher den Ball geben wollen und wir sollen was mit dem Ball machen – und das ist jetzt die Challenge. Ich glaube nicht, dass das von uns jetzt gezielt der Schwerpunkt ist, dass wir mit dem Ball so viel machen wollen. Aber es entsteht jetzt einfach dieses Spiel aktuell. Und von dem her müssen wir uns dem Thema annehmen und es ist eine große Challenge. Und natürlich ist es schwieriger im Ballbesitz was zu erarbeiten als defensiv gut zu agieren. Da ist Kreativität gefordert. Aber ich glaube, wir haben auf jeden Fall das passende Spielermaterial, damit wir im Ballbesitz gute Aktionen und Lösungen nach vorne finden können. (…) Es ist ein Prozess, der braucht einfach, das dauert seine Zeit. Gleichzeitig wollen wir aber natürlich die LASK-DNA mit unserem Gegenpressing und mit unserem nach Ballgewinn schnellem Spiel nach vorne nicht verlieren.“

…über die eigene Erwartungshaltung beim LASK: „Unsere Erwartungshaltung war vorne dabei zu sein, frühzeitig ins obere Play Off zu kommen. Und ich glaube, da sind wir auf einem sehr guten Weg. Wir haben letztes Jahr als wir ganz vorne waren auch gesagt, es ist wenig Wert zu dem Zeitpunkt, weil die Punkte halbiert werden. Und jetzt ist es so, dass dann wahrscheinlich der Rückstand halbiert wird und von dem her werden wir davon profitieren. Es wird dann kommen und dann müssen wir bereit sein und bei 100 Prozent Leistungsfähigkeit sein. Das sind wir zurzeit sicherlich nicht. Aber ich glaube, wir sind auf einem richtigen Weg und wenn wir an uns arbeiten und an uns glauben, dann können wir sicher eine gute Rolle spielen. Wobei ich jetzt überhaupt nicht von Meisterschaft reden will, weil wir gerade in einer Phase sind, in der wir uns wieder richtig festigen müssen, in der wir hinten einfach stabiler agieren müssen.“

…über die Fitness sowie die Trainings beim LASK. „Wenn Spieler zu uns kommen, dann haben sie mit dieser körperlichen Fitness oft zu kämpfen. Es gibt unterschiedliche Arten von Fitness und das muss auch immer zum Spielstil einer Mannschaft passen. Es gibt Mannschaften, die verteidigen viel, die laufen viel in einem Tempo. Bei uns sind es sehr viele Sprints und da muss man sich als Spieler erst daran gewöhnen. Das fängt bei uns beim Training an, wo wir eigentlich immer kurze Spielsequenzen haben, die dafür im hohen Tempo. Bei uns gibt es kein Ballhalten über vier, fünf Minuten. Das ist bei uns im Training nicht vorgesehen. So wird der Körper vorbereitet auf die intensiven Phasen beim Spiel. Viele wundern sich oft, wenn dann Neuzugänge kommen und die dann am Anfang nicht im Kader dabei sind. Aber ich glaube, das ist ganz normal. Es hat ein James Holland ein halbes Jahr gebraucht bis er da herangeführt wird. Es hat fast jeder Spieler eigentlich seine Zeit gebraucht.“

…über Ex-Trainer Oliver Glasner: „Gerade beim LASK war Oliver Glasner die treibende Kraft in diese Richtung (Pressing, Anm.). Und er hatte da eigentlich Freiheit in alle Richtungen, der Verein hat ihm vertraut und er hat natürlich da die Basis gelegt, den Grundstein, dass das der neue LASK-Weg ist. Und weiterführend haben dann die Trainer, die dann hier hergekommen sind, sich mit dem Thema auseinandergesetzt und versucht, das dann so weiterzuführen. Natürlich bringt jeder dann seine Stärken und Ideen ein, das soll ja auch so sein. Denn sonst brauchen wir ja eh keine Trainer wechseln, wenn der Verein vorgibt, wie man Fußball spielt.“

…über das aktuelle LASK-Trainerteam: „Wir haben jetzt im Sommer ein Trainerteam bekommen, das unglaublich professionell arbeitet, dass sich extrem viele Gedanken macht, das sich auseinandersetzt mit wirklich extremen Details. Wir sind sehr froh über das Trainerteam, das wirklich rund um die Uhr arbeitet und uns eine große Hilfestellung bietet. Es ist natürlich ein bisschen zusammengewürfelt worden im Sommer, aber sie haben sich extrem schnell gefunden und eigentlich von Beginn an gleich wieder den Ton angegeben und versucht, dieses Pressing, Gegenpressing und die hohe Intensität, das wir vielleicht nach der Corona-Pause vermissen haben lassen, gleich wieder einzuführen. Und wir sind dann gleich schnell wieder auf Zug gekommen. (…) Wenn ich mir anschaue, wie wir gegen Tottenham zuhause angelaufen sind und nach 15 Minuten fordert der Trainer nur noch, nicht mehr rauszuspielen und nur noch hohe Bälle, dann glaube ich, spricht das für uns und für unseren Weg. Da haben wir uns schon Respekt erarbeitet und da gehört natürlich auch das ganze Trainerteam dazu, das das vorleben muss.“

…über die Entwicklungen und Veränderungen im Fußball: „Schlussendlich geht es ja trotzdem noch um Fußball und wir haben Spaß dabei, wenn wir am Platz stehen. Man braucht immer wieder Herausforderungen, denn von dem lebt man und an denen will man sich messen. Es ist ja umso schöner, wenn es Herausforderungen gibt und man findet dann eine Lösung dazu, die dann funktioniert. Und genau deswegen geht man tagtäglich auf den Trainingsplatz, damit man sich was erarbeitet, das dann im Spiel auch funktioniert. Und das ist die große Challenge. Ich glaube, dass der Fußball, auch wenn er sich noch so oft verändern wird, immer interessant für die Leute sein wird. Wir lieben alle diesen Sport und er bringt so viel mit. Da kann er sich entwickeln, wie er will, der Fußball wird immer interessant sein.“

…über die allgemeine digitale Entwicklung: „Ich bin selbst mittlerweile Papa von drei Kindern. Und wie oft sieht man es, dass Kinder im Kinderwagen sitzen und die haben das Handy in der Hand. Mich schreckt es teilweise. Mit zwei, drei Jahren können sie ein Handy bedienen. Und ich denke mir: Für was? Das hat es früher alles nicht gegeben und das ist einfach nicht zielführend und hemmt dann, glaube ich, auch die motorische Entwicklung der Kinder. (…) Ich glaube nicht, dass das im allerjüngsten Alter schon passieren muss. Schlussendlich hoffe ich einfach, dass das bei meinen Kindern nicht so ist und ich hoffe, dass da ein gewisses Umdenken stattfinden wird.“

…über das anstehende Spiel gegen Sturm Graz: „Es wird eine riesen Herausforderung für uns am Sonntag. Die Grazer sind so gut in Form wie schon lange nicht mehr. Ich glaube trotzdem, dass wir die richtigen Mittel in der Tasche haben, wir müssen es nur auf den Platz bringen. Es wird ein enges Spiel, aber ich glaube, dass es ein gutes Spiel wird. Wenn wir das umsetzen, was wir uns in den letzten Wochen erarbeitet haben, und unsere Fehler und unser Risiko im Spielaufbau minimieren, dann werden wir eine gute Chancen haben auch ein Spiel wieder einmal zuhause zu gewinnen – das würde uns gut tun.“

Alfred Tatar (Sky Experte):
…darüber, warum sich der LASK zuletzt auswärts leichter tat als zuhause: „Gegen Rapid hat man zuhause verloren, das war der Spielweise von Rapid geschuldet. Die haben sofort versucht das ganze Spiel in einen Ping-Pong-Zirkus zu verwandeln. Das heißt: Keine Kontrolle für beide. Und das war für die Linzer noch schlechter als für die Wiener und die haben das halt gewonnen. Was ich sagen will ist, dass die Teams mittlerweile wissen, wie man gegen den LASK in Pasching auftritt. Nämlich so, dass man das Spiel der Linzer durch mehr oder weniger Aktionen aus dem ,Werkl‘ nimmt, die den Energiestrom vom LASK dämpfen. In Auswärtspartien scheinen die Heim-Mannschaften dann so einen Hebel nicht zu haben.“

…über die Entwicklung des Fußballs: „Ich sehe bei der Weiterentwicklung auch oft eine Gefahr, dass der Fußball seine Bodenhaftung verliert oder dass das, was ihn seit Jahrzehnten oder seit Jahrhunderten auszeichnet, irgendwie auch verloren geht. Das ist das einfache am Fußballspiel. Das war ja der Grund, warum es so einen Siegeszug angetreten hat. Heutzutage in dieser Entwicklung, die der Fußball genommen hat, ist der Computer und damit die digitale Revolution ein Werkzeug, das jetzt in die Hand genommen wurde, um Dinge besser zu machen, besser funktionieren zu lassen. Speziell schon in der Sprache findet sich der Einzug des Computers wieder, wenn man vom Schnittstellenpass oder vom Zugriff finden redet. Das heißt, der Computer hat im Speziellen bei der jungen Trainergeneration mehr oder weniger die Betrachtungsweise auf das Spiel gekapert. Und dadurch kommt etwas ins Spiel, was den Computer auszeichnet: nämlich Daten. Das heißt also, die Trainer die heute auf den Fußball schauen, schauen auf Daten.“

…über die digitale Revolution und den Nachwuchsfußball: „Wir sind im Begriff, dass wir den Nachwuchs verlieren. Zum einen, da die jungen Menschen gar nicht mehr zum Fußball gehen, weil eben die Computer- und die digitale Revolution so intensiv ist, dass man sie von zuhause nicht mehr wegkriegt. Und zum anderen, weil auch da das wesentliche Element, die Freude am Spiel, schon mit Beginn der Trainingssozialisation einer funktionalen Sichtweise untergeordnet wird.“

…über die Wichtigkeit des „Auge des Trainers“: „Da kommt ein neuer Trainer und der hat eine Vorstellung im Kopf, wie er spielen möchte. Würde er dem Trainerauge zuerst folgen und sehen, was ist überhaupt der Spieler zu leisten im Stande, was ist überhaupt das Team zu leisten im Stande, dann würde das sofort Einfluss nehmen auf die Art und Weise, wie er spielen will. Aber in den meisten Fällen ist es umgekehrt: Die Trainer kommen und sind so überzeugt von ihrem eigenen Konzept, von ihrer Art und Weise, wie sie glauben, dass dieses Team spielen soll. Und sie vergessen dabei, einmal einen Spieler anzuschauen. Das Trainerauge ist ja auch dafür da, einen Spieler anzusehen – nicht nur, was er auf dem Spielfeld zu leisten vermag, sondern auch, wie seine psychische und mentale Verfassung ist. Ob er das überhaupt kann.“

…über das ÖFB-Nationalteam und den Vorteil der Legionäre: „In der Fremde agierende Spieler zählen mehr als in der Heimat agierende. Ich sehe schon seit geraumer Zeit eine Art Ausleseverfahren bei der Rekrutierung von Nationalteamspielern, wo einfach jene, die im Ausland spielen, ein höheres Standing haben als Spieler, die in der österreichischen Bundesliga spielen. Und das ist schade, weil man sein eigenes Produkt, nämlich den österreichischen Fußball, letztlich auch ein wenig in Mitleidenschaft zieht.“

DAB | Der Audiobeweis ist der Fußball- und Sport-Podcast von Sky Sport Austria. Hier diskutiert Kommentator Otto Rosenauer mit Moderator Martin Konrad, Sky Experten und Gästen über die Tipico Bundesliga, das ÖFB-Team, Österreichs Legionäre und internationalen Fußball, wie die Deutsche Bundesliga, die Premier League, die UEFA Europa League sowie die UEFA Champions League.

Die neueste Folge ist ab sofort frei empfangbar auf skysportaustria.at/podcasts/dab-der-audiobeweis/ sowie auf den gängigen Plattformen Spotify, Apple Podcast, Google Podcast, FYEO und Deezer abrufbar