Geschenke erwünscht: Schröder legt in Gladbach los

Rouven Schröder hatte für seinen 50. Geburtstag ganz andere Pläne. Doch statt bei einer gemütlichen Feier in Österreich findet sich der neue Sportchef von Borussia Mönchengladbach nun plötzlich mitten im Stress des Abstiegskampfs wieder. Und so wird der aus Salzburg geholte Hoffnungsträger des Krisenklubs wohl noch voller Adrenalin stecken, wenn nach dem Auswärtsspiel bei Union Berlin am Freitag (20.30 Uhr/Sky – mit Sky Stream live dabei sein) ab Mitternacht die Glückwünsche ins Haus flattern.

Weil auf Schröder eine Mammutaufgabe wartet, käme ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk der Mannschaft an der Alten Försterei gar nicht schlecht. Seit dem 29. März hat die Borussia kein Spiel mehr gewonnen, bei einer weiteren Pleite würde das Team vorerst wieder auf den letzten Tabellenplatz rutschen. Immerhin: Unter dem Nachfolger von Roland Virkus könnte es ab dann nur noch besser werden.

Vor allem die Trainerfrage muss Schröder lösen. Die Zukunft von Eugen Polanski werde sich erst nach der Verpflichtung des neuen Sportchefs entscheiden, hatte Geschäftsführer Stefan Stegemann zuletzt erklärt. Polanski, der den nach nur drei Spieltagen entlassenen Gerardo Seoane „bis auf Weiteres“ ablöste, muss also Argumente sammeln – am besten schon in Berlin.

Bislang spricht viel für Polanski – trotz des desaströsen Heimspiels gegen Eintracht Frankfurt (4:6) vor drei Wochen, als es nach 46 Minuten 0:6 stand. Laut der Rheinischen Post war es „Teil der Verhandlungen zwischen Schröder und Gladbach“, dass Polanski sich vorerst weiter beweisen darf. Der 39-Jährige soll die Möglichkeit haben, sich für ein dauerhaftes Engagement als Cheftrainer zu empfehlen.

Schröder muss Kader umkrempeln

Polanski begrüßte die Verpflichtung dann auch. „Wir kennen uns schon ein wenig. Rouven ist sehr erfahren und weiß, was für erste Schritte er jetzt machen muss. Er hat sich sehr bewusst für Borussia entschieden, das ist cool“, sagte Polanski.

Schröder muss zudem den Kader planen, im Winter sind Neuzugänge unabdingbar. Und er muss die Fans zurück ins Boot holen und dabei auch davon überzeugen, für seinen neuen Verein zu brennen. Von seinen sieben Funktionärs-Stationen im Profifußball dauerte nur die in Mainz mehr als zwei Jahre, RB Salzburg verließ er nach nur zehn Monaten.

In Gladbach war Schröder schon 2019 und 2022 ein Thema, vor drei Jahren verhinderte Schalke 04 einen Abgang seines Sportdirektors zur Borussia. Wenige Monate später verließ er die Königsblauen aus persönlichen Gründen. Im dritten Anlauf hat es nun geklappt mit dem Wechsel an den Niederrhein. Von Gemütlichkeit ist dort aber keine Spur. Nicht einmal am 50. Geburtstag.

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(SID)/Beitragsbild: Imago