SAINT PETERSBURG, RUSSIA - JUNE 15:  A sign is held by fans in support of Iranian women in football during the 2018 FIFA World Cup Russia group B match between Morocco and Iran at Saint Petersburg Stadium on June 15, 2018 in Saint Petersburg, Russia.  (Photo by Alex Livesey/Getty Images)

Iranische Frauen erstmals bei Public Viewing in Stadion

via Sky Sport Austria

Teheran (APA/dpa/Reuters) – Verloren und doch gewonnen. Erstmals seit 40 Jahren durften Frauen im Iran ein Fußballspiel legal im Stadion verfolgen. Sie sahen beim Public Viewing im Teheraner Azadi-Stadion die 0:1-Niederlage des Iran bei der Fußball-WM gegen Spanien. „Das war der eigentliche große Sieg“, sagte die Frauenaktivistin Tajebeh Siawoshi laut Nachrichtenagentur Isna.

Nach nationalen und internationalen Protesten hatten die iranischen Behörden den Frauen im Land Zugang zum Stadion gestattet. Obwohl auch diesmal die Polizei zunächst mit Hinweis auf „infrastrukturelle Mängel“ das Ganze absagen wollte, kam vom Innenministerium die Anweisung, alle ins Stadion zu lassen. Die Polizei musste nachgeben. „Vor zwei Dingen sind wir immer machtlos: Frauen und Fußball“, soll laut sozialen Medien ein Polizist vor der Arena gesagt haben.

Die Frauen verfolgten das Spiel auf der großen Stadion-Videowand und konnten zum ersten Mal direkt die Stadionstimmung erleben. „Ich wusste nicht, dass es so viel Spaß macht, zwei Stunden herumzubrüllen und kurz vor dem Herzinfarkt zu stehen“, schrieb eine Frau nach ihrer Stadionpremiere auf Twitter. Aktivisten sind zuversichtlich, dass dies der Auftakt für die generelle Aufhebung des Stadionverbots für Frauen sein könnte.

In Kasan war jedoch der iranischen Aktivistin Maryam Qashqaei Shojaei mit einem Transparent der Zutritt zum Stadion und dem Match des Iran gegen Spanien von Ordnungskräften verwehrt worden. Die Frau wurde nach eigenen Angaben zwei Stunden lang festgehalten und konnte ihren Slogan #NoBan4Women nicht so wie beim ersten Spiel ihres Teams auf der Tribüne präsentieren. Die FIFA und das Organisationskomitee hatten Transparente mit dieser Aufschrift vor der WM genehmigt.

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