SALZBURG,AUSTRIA,03.NOV.20 - SOCCER - UEFA Champions League, group stage, Red Bull Salzburg VS FC Bayern Muenchen. Image shows Maximilian Woeber (RBS), Thomas Mueller (Bayern) and Andre Ramalho (RBS). Photo: GEPA pictures/ Jasmin Walter

Jesse Marsch: „Für 75 Minuten haben wir auf Augenhöhe mit der besten Mannschaft der Welt gespielt“

via Sky Sport Austria
  • Maximilian Wöber: „Nach dem 4:2 haben wir uns aufgegeben, dafür gibt es keine Entschuldigung“
  • Zlatko Junuzovic: „Das Ergebnis passt nicht zum Spiel“
  • Hansi Flick über Salzburg: „Die Energie in diesem Verein hat man schon damals, als ich da war, gespürt“
  • Thomas Müller: „Am Ende waren sie dann aufgrund ihrer Spielweise schon richtig platt“
  • David Alaba: „Es wurde mir ein Vertrag hingelegt, wo mir die Anerkennung und die Wertschätzung nicht gegeben wurde“
  • Hasan Salihamidzic: „Ich weiß jetzt nicht mehr, wie wir zusammenfinden sollen“
  • Hans Krankl: „Jetzt geht es auf beiden Seiten schon ein bisschen schmutzig zu“
  • Andreas Herzog: „Zum Schluss ist es nochmals richtig bitter geworden“

FC Salzburg verliert den Champions League Kracher gegen FC Bayern München mit 2:6. Alle Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria.

FC Salzburg – FC Bayern München 2:6 (1:2)
Schiedsrichter: Danny Makkelie (NED)

Jesse Marsch (Trainer FC Salzburg):
…nach dem Spiel: „Ein 6:2 spiegelt das Spiel nicht wider. Wir waren für 75 Minuten richtig gut und dann kommt ein Standardtor und dann kommen noch drei Tore dazu. Aber für 75 Minuten haben wir auf Augenhöhe mit der besten Mannschaft der Welt gespielt. Ich bin nicht enttäuscht. Das Ergebnis ist enttäuschend, aber die Leistung war an unserer Leistungsgrenze. Wir haben richtig gut gespielt.“

…über die Schiedsrichterleistung: „Heute muss man sagen, dass es nicht gut war.“

…vor dem Spiel: „Wir haben so viel Respekt vor diesem Gegner, aber wir müssen auch mutig und mit unseren Qualitäten und mit Selbstvertrauen spielen. (…) Heute ist es der Test: ,Wie gut können wir mit unserem Fußball gegen den besten Gegner sein´.“

Zlatko Junuzovic (FC Salzburg):
…nach dem Spiel: „Wir wollten zu viel. Wir waren am 3:2 sehr knapp dran und hätten es mit mehr Entschlossenheit vielleicht auch machen müssen. Dann fällt das 2:3 und dann geht es zu hoch aus. So eine hohe Niederlage haben wir uns nicht verdient. Es klingt nach einem 2:6 vielleicht blöd, aber heute war viel, viel mehr drinnen. (…) Wir wollten das Spiel dann gewinnen. Bei 2:2 läufst du alleine aufs Tor. Wenn du da das 3:2 machst, dann sieht es vielleicht anders aus. Mit dem 2:3 war es dann der Knackpunkt. Aber wir können viel Positives aus dem Spiel mitnehmen. (…) Das Ergebnis passt nicht zum Spiel.“

Maximilian Wöber (FC Salzburg):
…nach dem Spiel: „Das 2:3 ist in der 80. Minute gefallen. Bis dahin waren wir auf Augenhöhe, haben selbst richtig gute Chancen auf das 3:2. Nach dem 3:2 haben wir alles nach vorne geworfen und bekommen in der nächsten Aktion gleich das 4:2. Dann haben wir uns aufgegeben, dafür gibt es keine Entschuldigung. Trotzdem müssen wir das Positive aus dieser Partie herausfiltern, weil wir gegen Bayern München 80 Minuten auf Augenhöhe gespielt haben, was für einen Verein wie Red Bull Salzburg nicht selbstverständlich ist.“

Dominik Szoboszlai (FC Salzburg):
…nach dem Spiel: „Bis zur 80. Minute haben wir richtig geil gespielt. Wir hatten keine Angst, aber trotzdem, wenn man ins Internet oder ins Fernsehen schaut und ein 6:2 sieht, dann zeigt es nicht, was wir eigentlich verdient haben. Trotzdem ist es keine Ausrede, wenn wir in den letzten 10 Minuten noch vier Tore bekommen. Wir müssen bis zum Ende kämpfen. Ein 3:2 hätte besser ausgeschaut, als ein 6:2.“

André Ramalho (FC Salzburg) im Videobeitrag vor dem Spiel:
…über die Tabellensituation in der Champions League und auf die Frage, ob man gegen die Bayern punkten muss: „Es ist noch alles möglich. Wir können noch 12 Punkte holen. Aber wenn wir weiterkommen wollen, dann müssen wir auch gegen die Bayern punkten.“

…über Duelle gegen Topmannschaften: „Schon als Kind träumt man immer davon, Champions League und gegen die Besten zu spielen.“

…angesprochen auf sein Wunsch-Ergebnis gegen die Bayern: „Ein 1:0 wäre schon genug.“

Hansi Flick (Trainer FC Bayern München):
…vor dem Spiel über Salzburg: „Die Energie in diesem Verein hat man schon damals, als ich da war, gespürt. Für die fußballerische Entwicklung in den letzten Jahren muss man Salzburg auch ein riesiges Kompliment machen. (…) Wir wollen unser Spiel durchziehen und unsere Qualität und unsere Stärke heute in jedem Pass, in jedem Zweikampf und in jedem Torschuss reinlegen.“

…angesprochen auf die Causa Alaba: „Ich habe es unserem Präsidenten und unseren Vorständen gesagt und ich denke, es ist für einen Trainer auch legitim, weil es mit Salzburg und Dortmund eine wirklich wichtige Woche für uns ist.“

Jerome Boateng (FC Bayern München):
…über das Spiel: „Es war das erwartet schwere Spiel heute. Die Salzburger haben sehr gut gespielt. Wir hatten gute, aber auch schlecht Phasen, aber am Ende haben wir gezeigt, dass wir unbedingt gewinnen wollen und haben dann auch verdient in dieser Höhe gewonnen. (…) Wir wussten, dass die Salzburger ein sehr intensives Spiel spielen und am Ende ein bisschen müde werden und haben es dann ausgenützt.“

…auf die Frage, wie groß das Thema Alaba intern sei: „Nicht so groß, wie es gemacht wird. Er und wir konzentrieren uns auf das Wesentliche und das sind die Spiele. Dass es für ihn keine einfache Situation ist, ist klar, aber er hat heute wieder ein super Spiel gemacht und wir als Mannschaft stehen absolut hinter ihm.“

Thomas Müller (FC Bayern München):
…über Salzburg: „Salzburg ist eine gute Mannschaft und vor allem eine Mannschaft mit einer interessanten Spielweise. Sie verstecken sich nicht und stellen sich nicht nur in die eigene Box und verteidigen, sondern wollen fußballerisch was zeigen und schnell umschalten. Manchmal lassen sie dann auch viel Platz. Aber insgesamt war es heute schon ein offener Schlagabtausch, was wir eigentlich nicht wollen. Am Ende waren sie dann aufgrund ihrer Spielweise schon richtig platt. Es muss dann nicht 6:2 ausgehen, aber warum auch nicht.“

David Alaba (FC Bayern München) im Videobeitrag vor dem Spiel:
… über die gescheiterten Vertragsverhandlungen: „Ich war irgendwie überrascht und vielleicht auch enttäuscht, weil ich es, wie ihr, aus den Medien erfahren habe. Aber ja.“

…über seine Gefühle im Zusammenhang mit den Verhandlungen: „Es wurde mir ein Vertrag hingelegt, wo mir die Anerkennung und die Wertschätzung nicht gegeben wurde.“

…über die Gerüchte über immense Gehaltsvorstellungen: „Die Summen, die in den Raum gestellt werden, entsprechen nicht der Wahrheit. Ich war in den letzten Monaten dann auch enttäuscht, dass diese Gerüchte von offizieller Seite nicht dementiert wurden.“

Hasan Salihamidzic (Sportvorstand FC Bayern München):
…über die Zukunft von David Alaba beim FC Bayern München: „Wir haben verhandelt, wir haben ihm ein Angebot vorgelegt, welches er abgelehnt hat. Wir haben uns dann vor 10 Tagen nochmals zusammengesetzt und ihm ein verbessertes finanzielles Angebot mit einer Frist vorgelegt. Vor Ablauf der Frist haben wir David und seinen Berater nochmals davon informiert, dass wir das Angebot zurücknehmen werden, wenn die Frist abgelaufen ist. Das ist die Sachlage. Wir schätzen ihn sehr und wir werden professionell damit umgehen.“

…auf die Frage, ob es ein endgültiges Aus sei: „Ich weiß jetzt nicht mehr, wie wir zusammenfinden sollen. Jetzt müssen wir uns damit beschäftigen, dass uns David verlassen wird.“

…über David Alaba: „Wenn so ein Spieler ablösefrei den Club verlässt, ist das der Super-Gau.“

Hans Krankl (Sky Experte):
…nach dem Spiel: „10 Minuten haben ein sehr, sehr gutes Resultat für die Salzburger zunichte gemacht. Die Bayern haben eine solche Qualität – du kannst den Bayern auch nicht einmal 10 oder 12 Minuten schenken. Dann fahren sie ab.“

…vor dem Spiel: „Wenn die Salzburger einen sehr, sehr guten Tag erwischen, dann können sie auch die Bayern schlagen. Natürlich dürfen die Bayern aber auch nicht ihre Hochform erwischen. Dann könnte was für die Salzburger gehen.“

…über den Vertrags-Poker von David Alaba und den Bayern: „Jetzt geht es auf beiden Seiten schon ein bisschen schmutzig zu. Ich denke aber, dass er bei den Bayern bleiben wird. Wenn er sich anders entscheidet, dann soll er sich schnell entscheiden. Dieses ewige Hin und Her ist für sein Image nicht gut.“

Andreas Herzog (Sky Experte):
…nach dem Spiel: „Das Ergebnis ist zu hoch, keine Frage. Bei 2:2 hat Salzburg die große Chance und dann sieht man aber trotzdem den Qualitätsunterschied. Zum Schluss ist es nochmals richtig bitter geworden. 2:6 ist viel zu hoch.“

…vor dem Spiel: „Für Salzburg geht es heute wieder gegen einen regierenden Champions League Sieger. Letztes Jahr gegen Liverpool hat man zwei Mal ganz gut ausgesehen, hat aber trotzdem beide Spiele verloren. Jetzt wird man sehen, ob Salzburg dazugelernt hat und die Fehler, die letztes Jahr passiert sind, heuer nicht mehr macht. In den ersten beiden Runden konnte man die Fehler nicht abstellen und man hat fünf Tore bekommen. Jetzt gegen die Bayern, die sicher besser als Atlético Madrid und Lok Moskau sind, werden die Salzburger trotzdem ihre Spielphilosophie mit dem aktiven Spiel, dem Pressing und dem schnellen Umschaltspiel genauso beibehalten. Aber natürlich haben sie mit den Bayern einen extrem spielstarken Gegner, der jede Schwäche knallhart ausnützen wird. (…) Selbst wenn es gegen eine Übermannschaft wie die Bayern geht, dann hat jeder Österreicher einen Funken Hoffnung, dass wir vielleicht wieder einmal eine deutsche Topmannschaft besiegen können, weil wenn wir gewinnen, dann sind es ja WIR, wenn sie verlieren, dann sind sie wieder die Salzburger.“

…angesprochen auf das Thema Vertragsverlängerung von David Alaba: „Heute habe ich schon wieder gehört, dass die Tür nicht komplett zu ist. Fakt ist, dass der David seit 12 Jahren bei den Bayern ist, die Bayern ihn schätzen und er die Bayern schätzt. Dann holt man einen Manager wie den Pini Zahavi dazu, der dir natürlich beim beinharten Verhandeln hilft, aber trotzdem hat der Spieler eine andere Beziehung zum Verein und wenn man dann so einen Haifisch dazwischen stellt, dann wird viel zerstört.“