VIENNA,AUSTRIA,03.AUG.19 - SOCCER - tipico Bundesliga, FK Austria Wien vs Linzer ASK. Image shows sport chairman Peter Stoeger (A.Wien). Photo: GEPA pictures/ Christian Ort

Konkurrenten kritisieren LASK scharf: “Pures Gift”

via Sky Sport Austria

Tabellenführer LASK hat sich heftigen Zorn der gesamten Konkurrenten in der österreichischen Fußball-Bundesliga zugezogen. Die Oberösterreicher sollen die Corona-Regeln missachtet und bereits wieder mit dem Mannschaftstraining begonnen haben. “Pures Gift für unsere Bemühungen und einfach nur disziplinlos und egoistisch”, erklärten die Austria-Vorstände Markus Kraetschmer und Peter Stöger.

Nachdem der Bundesliga ein Video übermittelt worden ist, in dem der LASK offenbar ein eigentlich erst ab Freitag erlaubtes Mannschaftstraining abhielt, leitete die Liga ein Verfahren gegen die Linzer ein. Während sich der LASK über Wirtschaftsspionage beklagte, ließen die anderen elf Clubs in einer gemeinsamen Medienaussendung ihrem Ärger und Unverständnis freien Lauf.

Verfahren gegen LASK wegen Missachtung der Corona-Regeln

Ein Verstoß gegen das Fair-Play, ignorieren der Verantwortung des Fußballs, der als erster Mannschaftssport wieder beginnen will, und Sorge um das Bild in der Öffentlichkeit sowie Angst um die Fortsetzung des eingeschlagenen Wegs prägten die Reaktionen. Immerhin hatte die Liga erst am Dienstag von der Regierung das Okay erhalten, die Saison unter strikten Sicherheitsmaßnahmen fortsetzen zu dürfen.

“Wir sind schockiert und fassungslos über die Vorgehensweise des LASK. Seit vielen Monaten arbeiten wir gemeinsam so hart an Perspektiven, nicht nur für den österreichischen Bundesliga-Fußball. Offensichtlich sind sich nicht alle Clubs und Personen dieser großen Verantwortung bewusst”, erklärte Stephan Reiter, Kaufmännischer Geschäftsführer von Titelverteidiger Red Bull Salzburg.

Bundesliga-Klubs zeigen sich empört über das Verhalten des LASK

“Nachdem wir nun erste wichtige Schritte in Richtung Normalität gehen konnten, ist es umso bedauerlicher, dass ein Mitglied unserer Bundesliga alle Vorgaben der Behörden buchstäblich mit Füßen tritt. Durch ein herkömmliches Mannschaftstraining wollten sich die Oberösterreicher einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen, verletzen damit massiv den Fair-Play-Gedanken und gefährden zudem die weitere Fortführung unseres Sports”, sagten die beiden Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek und Zoran Barisic.

Sie forderten Konsequenzen, ebenso wie Kraetschmer und Stöger. “Wir sind wirklich sehr enttäuscht, weil wir in den vergangenen Wochen unter extremem Einsatz für die Bundesliga und für alle Clubs alles für die Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs unternommen haben und das alles mit solchen fatalen Aktionen dann schwer torpediert wird”, ärgerten sich die Austria-Funktionäre.

Täter auf Video: Wirtschaftsspionage beim LASK

Altach-Geschäftsführer Christoph Längle erinnerte ebenfalls an die großen Anstrengungen, um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu ermöglichen. “Dementsprechend glücklich waren wir, als am Dienstag seitens des Gesundheitsministeriums die Zustimmung zu den geplanten Maßnahmen erfolgte. Leider hat ein Club dieses Vertrauen missbraucht und die Fair-Play-Regeln mit Füßen getreten. Die dabei entstandenen Bilder machen uns sehr wütend, weil der Fußball dadurch großen Schaden nimmt”, erklärte Längle mit.

Noch einen Schritt weiter ging die Admira. “Die Vorkommnisse haben uns zutiefst erschüttert und lassen uns sprachlos zurück. Der FC Flyeralarm Admira behält sich für alle Eventualitäten sämtliche rechtliche Schritte vor”, teilte Präsident Philip Thonhauser mit.

16-05-skybuli-konferenz-mit-bvb-vs-s04

Artikelbild: GEPA