Madl – der Dirigent

via Sky Sport Austria

Dass sich Sturm Graz in der laufenden Saison unter Franco Foda nicht nur zu einer erfolgreichen, sondern auch zu einer spielstarken Mannschaft entwickelt hat, wurde bereits an anderer Stelle erörtert. Dieser Beitrag widmet sich einer zentralen Personalie in diesem Spiel der Grazer – dem Verteidiger Michael Madl.

Madls Stärken im Defensivverhalten und als Organisator der Abwehr sind wohl unumstritten. Der Innenverteidiger spielt aber auch eine wichtige Rolle im Offensivspiel der Grazer. Die erste Analyse- Szene aus Runde 20 zeigt einen typischen Spielaufbau über den passsicheren Madl, der durch ein vertikales Zuspiel die Abwehrreihen der tief und kompakt stehenden Neustädter in Bewegung bringt und auseinanderzieht. Danach bereitet er durch eine gute Spielverlagerung den entscheidenden Pass in die Tiefe hervorragend vor. Dieser Pass in die Tiefe genügt in diesem Fall, dass Neustadt die Passwege nicht mehr ausreichend zustellen kann und um Kienast ausreichend Platz zu verschaffen, den Ball zu verarbeiten. Währenddessen bewegen sich drei weitere Grazer Offensivspieler geschickt im Zwischenlinienraum und stoßen in den unmittelbaren Gefahrenbereich vor. Durch den Rhythmuswechsel und die aufeinander gut abgestimmten Handlungen der Steirer bekommen die Neustädter keinen Zugriff und Ehrenreich kann erfolgreich abschließen.

Wie so oft, agiert Madl in dieser Szene als jener Spieler, der den Angriff einleitet, dirigiert und den Rhythmus vorgibt:

 

Folgende Analyseszene vom vergangenen Spiel gegen Grödig, das Sturm erst in der Nachspielzeit entscheiden konnte, zeigt aber, dass die gegnerischen Mannschaften bereits probate Mittel gegen das gute Eröffnungsspiel von Madl und Co. gefunden haben: Bei diesem Angriff bieten sich die Sechser Hadzic und Piesinger für den Spielaufbau an, bevor der Ball wieder zu Madl kommt. Grödig schließt im 4:1:4:1-System die Passwege, speziell beim Spiel ins Zentrum, sehr gut. Sie unterbinden dadurch nicht nur sehr oft das Grazer Aufbauspiel, sondern haben durch die hohen Ballgewinne selbst die Möglichkeit schnell um zu schalten. In der Folge kommt Sturm hier zwar wieder rasch in Ballbesitz, die Grödiger setzen aber sofort nach, pressen weit vorne, lassen die Grazer Spieler in Ballbesitz nicht drehen und unterbinden dadurch das starke Spiel von Sturm von hinten heraus.

Sollten sich die kommenden Gegner am Grödiger Spiel gegen den Grazer Ballbesitz ein Beispiel nehmen, werden sich Madl und seine Mitspieler wohl neue Lösungen im Spielaufbau suchen müssen.