Make your Move #19: #BULLShelfen – Salat für Kamele

von Gerfried Pröll

Den Kapfenberger Basketballern wird auch in der Zwangspause nicht langweilig. Ganz im Gegenteil.

Das von den Bulls vergangene Woche gegründete Lieferservice für ältere Menschen in der Region ist ein voller Erfolg. Unter dem Titel „#BULLShelfen“ wird so gut wie alles geliefert – vom frisch gekochten Mittagessen bis zum Katzenfutter. Das Highlight bisher war eine Lieferung an den „Circus Louis Knie“ in Graz. „Wir haben Kamele und Esel mit einer großen Menge Salat versorgt, die unser Sponsor McDonalds nicht mehr verwenden konnte“, erzählt Sportdirektor Michael Schrittwieser, der selbst auch fleißig ausliefert. Gemeinsam mit den österreichischen Spielern der Bulls, die allesamt zur Kurzarbeit angemeldet sind. „Viel sinnvoller können wir die spielfreie Zeit nicht verbringen. Abgesehen davon stärkt die Initiative unser Image in der Steiermark“, freut sich Schrittwieser.

Die Legionäre sind mittlerweile alle zuhause – auch Marino Sarlija, der am lädierten Knie noch einmal arthroskopiert werden musste. Das abrupte Ende der Meisterschaft hat Bogic Vujosevic am heftigsten getroffen. Dem Point Guard, der die Bulls nach vier Saisonen und zehn Titelgewinnen verlässt, ist ein gebührender Abschied verwehrt geblieben. „Bogey sitzt allein zu Haus in Novi Sad und ist furchtbar traurig. Er wollte sich unbedingt mit einem weiteren Meistertitel aus Kapfenberg verabschieden“, fühlt Schrittwieser mit seinem Spielmacher mit. Sieht man von Vujosevic ab, soll das Gerüst der Mannschaft für die kommende Saison gleich bleiben. In den Verträgen mit den Legionären gibt es Optionen auf Verlängerung. „Ob wir sie alle ziehen werden, hängt auch vom wirtschaftlichen Schaden ab, den die Corona-Krise unweigerlich anrichtet“, räumt der Sportdirektor ein.

Schrittwieser wäre aber nicht Schrittwieser, würde er nicht große Ziele für die Saison 20/21 haben. Er geht davon aus, dass die Bulls auch diesmal den österreichischen Startplatz für den Europacup bekommen. „Und diesmal wollen wir eine deutlich bessere Rolle spielen als in der abgelaufenen Saison.“ Wenn es nach Schrittwieser geht, wird der Headcoach der Bulls auch weiterhin Mike Coffin heißen. „Er steht für mich außer Diskussion, wir arbeiten hervorragend zusammen.“ Auf nationaler Ebene soll die fast schon unheimliche Titelserie prolongiert werden. Damit jene Bulls-Fans Recht behalten, die für die Playoffs T-Shirts mit der Aufschrift „Wir sind unschlagbar“ drucken lassen wollten. „Da haben wir noch nicht gewusst, dass es doch jemanden gibt, der uns stoppen kann. Dieses verdammte Virus.