Make your Move #39: Ehrensache

via Sky Sport Austria

Ende August hat sich Damir Zeleznik – Klublegende und Assistant Coach in Klosterneuburg – mit der Vereinsspitze der Dukes zusammengesetzt, um über seine Arbeit als Nachwuchstrainer zu sprechen. Der 40-jährige war zuletzt Unter 16-Coach und hatte sich über den Sommer ein paar Neuerungen überlegt. Zwei Tage später klingelt beim ehemaligen Cup-MVP das Telefon und Klubmanager Matthias Hager fragt: “Möchtest du das Bundesliga-Team übernehmen? Werner Sallomon zieht sich wegen der Pandemie zurück.” Damir Zeleznik zögerte keine Sekunde. Für ihn war die Zusage Ehrensache: “Werner hat mir vor zehn Jahren nach meinem Kreuzbandriss eine neue Chance gegeben und ich habe ihn nicht enttäuscht. Jetzt kann ich ihm etwas zurückgeben.”

Entgegen erster Meldungen hat sich Sallomon vor allem deshalb zum Rückzug als Headcoach entschlossen, weil er als Direktor der Sonderschule Klosterneuburg viel Kontakt mit Menschen hat und nicht riskieren möchte, die Spieler des Bundesliga-Teams anzustecken. Seine Tätigkeit als Obmann der Dukes übt Sallomon weiterhin aus, bei den Testspielen ist er regelmäßig unter den Zuschauern. Für Damir Zeleznik bleibt nicht viel Zeit, die Mannschaft auf den Saisonstart in der BSL vorzubereiten.

Unterstützt wird er dabei von Edin Bavcic. Der 36-jährige Bosnier ist ab sofort Spieler und Assistant Coach in einer Person – wohl einmalig in der Geschichte der Bundesliga. Eine der größten Herausforderungen: Die Lücke nach dem Abgang von Moritz Lanegger zu schließen. Der Guard hat sich ja entschlossen, mit dem 3×3 Nationalteam durch Europa zu tingeln.

Edin Bavcic (Mitte) // Foto: GEPA
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Lanegger wird den Dukes als Spieler, aber auch als Persönlichkeit fehlen. “Wir müssen Momo quasi doppelt ersetzen. Einerseits als extrem wertvollen Stabilisator unserer Defense, andererseits als Führungsspieler. Und zwar auf dem Court und auch außerhalb”, findet der neue Cheftrainer klare Worte. Wobei Routinier Benedikt Danek der logische Nachfolger als Leader im Team ist. Trotz Laneggers Abgang hat Damir Zeleznik den derzeit ausgeglichensten Kader in der BSL zur Verfügung. Jede Position ist doppelt und teilweise sogar dreifach besetzt. Und das fast durchwegs mit erfahrenen Spielern. Neuerwerbung Alex Laurent passt da gut ins Bild. Der Luxemburger ist ein treffsicherer Werfer und für sein Alter von 28 Jahren auch menschlich sehr weit. “Alex ist für unser Team eine echte Bereicherung. Und seine Muttersprache ist deutsch”, betont Damir Zeleznik.

Sprachliche Barrieren sind dem Österreichischen Staatsbürger aber ohnehin völlig fremd. Geboren in Sarajevo, musste Damir seine Heimat wegen des Balkankrieges schon als Kind verlassen. Allerdings war es ihm vergönnt, im slowenischen Adria-Badeort Portoroz weiter aufzuwachsen. „Hätte ich in der Schule in Italienisch mehr Ehrgeiz entwickelt, würde ich jetzt fünf Sprachen beherrschen. Ich komme aber mit Serbokroatisch, Deutsch, Englisch und Slowenisch auch ganz gut zurecht“, lacht Zeleznik. Dazu kommt ein bosnischer Dialekt, den in Klosterneuburg nur Edin Bavcic versteht. “Das ist manchmal recht hilfreich.” Als Vorbild nennt der neue Headcoach neben Werner Sallomon vor allem Ante Perica. Der frühere Dukes-Trainer war dafür bekannt, seine Starting Five ständig durchzumischen. “Das werde ich auch so handhaben”, verrät Zeleznik. Es gilt, die Spannung und Motivation im top besetzten Team des Titelkandidaten hochzuhalten.

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