SANKT POELTEN,AUSTRIA,31.JAN.18 - TENNIS - ITF Davis Cup, Austria vs Belarus, training. Image shows Oliver Marach (AUT).  Photo: GEPA pictures/ Walter Luger

Marachs nächstes Saison-Ziel: “Die Nummer eins”

via Sky Sport Austria
St. Pölten (APA) – Oliver Marach hat sich mit dem am vergangenen Wochenende realisierten Gewinn der Australian Open einen Tennis-Traum erfüllt. Der 37-jährige Steirer hat seinen ersten Grand-Slam-Titel geholt, die sportlichen Ziele sind ihm deswegen aber nicht ausgegangen. Noch heuer will Marach auf den Weltranglisten-Thron, die Doppel-Nummer eins ergattern. Fünf Positionen fehlen ihm dazu noch.

Nummer eins
Dabei hat diese Zielsetzung nicht direkt mit dem aktuellen Höhenflug von ihm und seines Partners Mate Pavic zu tun. “Das Ziel Nummer eins – das habe ich mir schon im letzten Jahr gesteckt”, sagte Marach beim Davis Cup gegen Weißrussland in St. Pölten. “Wir wissen, dass wir vorne mitspielen können, alle schlagen können. Wenn wir so weiterspielen, uns so präsentieren, haben wir gute Chancen, am Ende des Jahres Nummer eins, Nummer zwei zu sein.”

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Erfolgsgrundlage für Marach und den Kroaten Pavic sei ein perfektes Umfeld und harte Arbeit. “Das Team ist perfekt, es könnte nicht besser laufen”, verdeutlichte Marach. “Unser Coach (John Farrington, Anm.) pusht uns so weit vor.” Ein weiterer Punkt ist Mentaltraining. “Mindestens pro Tag eine Stunde. Ich habe Programme für mich. Im Doppel ist das Selbstvertrauen das Wichtigste, aber für mich ist das auch wichtig.”

Freundschaft
Als die sportliche Partnerschaft Marachs und Pavic’ im vergangenen Frühjahr begonnen hatte, waren die Erfolge noch überschaubar gewesen, ein Ende der Kooperation stand kurz bevor. “Wir haben nicht so viel geredet und gesagt, wir trennen uns nach der Rasen-Saison.” Da folgten dann aber drei Finalvorstöße en suite – Stuttgart, Antalya und vor allem Wimbledon. “Damit hat sich alles wieder alles geändert, sind wir wieder mehr zusammengekommen.”

Mit den Siegen als Basis lief es zwischen den beiden auch privat besser. Marach: “Da tust du dir dann natürlich auch leichter. Das ist eine super Partnerschaft und Freundschaft mittlerweile. Wir reden auch nicht nur über Tennis. Er ist ein Lebemensch, ich muss ihn manchmal zügeln. Aber er ist erst 24, das ist normal. Als ich 24 war, war ich auch nicht der Bravste. Wir hoffen auf ein erfolgreiches Jahr und wenn es passt, danach auch noch.”

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Aufgrund der 13 Jahre Unterschied zu Pavic muss Marach mehr investieren, um den Level zu halten oder zu steigern. “Ich arbeite sehr hart, auch an meinem Körper – fitnessmäßig.” Dennoch ging der Familienvater da mit einem Defizit in die Saison, da wegen seines lädierten Rückens kein gezielter Aufbau möglich gewesen ist. “Ich habe daher versucht, an den Pausentagen in Australien laufen zu gehen. Ich habe so gut wie möglich versucht, fitter zu werden.”

Familienmensch
In ein bis zwei Monaten möchte Marach sein Fitness-Ziel erreicht haben. Kraft sollte ihm auch das baldige Wiedersehen mit seiner Frau Jessie und seinen Töchtern Leah (5,5 Jahre) und Amelie (knapp 3) geben. Das “Dreimäderlhaus” wartet daheim in Panama auf den erfolgreichen Ehemann und Vater. “Ich bin ein extremer Familienmensch. Am liebsten hätte ich meine Familie in Australien dabei gehabt, hätte die Kinder auf den Platz geholt. Das tut halt sehr weh.”

In einer Woche reisen Marach und Pavic zum Hallenturnier in Rotterdam, danach geht es für eine Woche heim und dann gemeinsam zum ATP-500-Event nach Acapulco. “Das ist eines meiner Lieblingsturniere. Die Kids sind da direkt am Strand, haben einen Spaß.” Beim Davis Cup drücken ihm am Samstag im Doppel Eltern, Schwester und Nichte vor Ort die Daumen. Und am Sonntag wird gemeinsam in Graz auf den Grand-Slam-Titel angestoßen.

Am Dienstag geht es weiter nach Zagreb, wo Marach mit Pavic den Triumph endlich auskosten wird. “Ich glaube, die ersten zwei Tage werden wir feiern.” Feiern können Marach und Pavic quasi auch schon ihre heurige Teilnahme an den ATP-Finals. Mit ihrem Major-Titel ist zumindest eine Wildcard so gut wie fix. “Aber wir haben schon 2.500 Punkte. Wenn wir uns nicht ganz blöd anstellen, sollten wir das auch von den Punkten her schaffen. Es schaut ziemlich gut aus.”

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