VAL GARDENA,ITALY,16.DEC.20 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, downhll training, men. Image shows Max Franz (AUT). Photo: GEPA pictures/ Thomas Bachun

Max Franz und sein Wohlfühl-Ort Gröden: “Das brauche ich jetzt”

via Sky Sport Austria

Für Max Franz geht die Weltcup-Saison an diesem Wochenende so richtig los. Der Speed-Spezialist kehrt nach Gröden in sein “Wohnzimmer” zurück. Vier seiner zehn Stockerlplätze hat der Kärntner allein auf der Saslong eingefahren. “Ich fühle mich hier einfach wohl”, sagte Franz. “Wellen habe ich schon von klein auf gern mögen, damit kann ich gut umgehen.”

Diese Liebesbeziehung mit der Piste und ihrem Herzstück, der Ciaslat, gipfelte bisher in einem vollen Stockerlsatz in der Abfahrt – Sieg 2016, Rang zwei 2018 und Rang drei 2017 sowie einem zweiten Rang im Super-G (2017). In die Saison gestartet ist Franz verhalten mit den Rängen 14 (Super-G) und 12 (Abfahrt). Nach einer mauen Vorsaison habe in Frankreich “die Überzeugung” noch nicht ganz gepasst. “Aber ich habe im Training gesehen: Der Grundspeed ist da.”

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Im Grödnertal soll beim Super-G am Freitag und in der Abfahrt am Samstag (jeweils 11.45 Uhr) nicht nur die Geschwindigkeit passen. “Wo hin zu kommen und zu wissen: Wenn du keinen großen Blödsinn machst, bist du dabei – das macht es viel leichter. Ich glaube, das brauche ich jetzt auch, dass ich wieder zu diesen Ergebnissen komme, wo ich einmal gewesen bin.”

Die Voraussetzungen dafür sieht Franz geschaffen. “Ich habe meine Hausaufgaben im Sommer erledigt.” Der Körper spielt wieder mit, das ermöglichte hohe Trainingsumfänge. “Es war letztes Jahr ein Kampf mit dem Kreuz und dann Kampflinie selbst die restliche Saison, weil die Ergebnisse nicht da waren.” Er hofft nun, dass nach dem Gröden-Wochenende die “nötige Lockerheit” da ist. Ein Wermutstropfen ist, dass sein Fanclub coronabedingt heuer nicht vor Ort sein darf.

In Sachen “Lockerheit” ist Christian Walder seinem Kärntner Kompagnon einen Schritt voraus. Mit Rang zwei im Super-G fuhr Walder erstmals im Weltcup aufs Podest. Den Grund für den Befreiungsschlag sieht der bereits 29-Jährige neben konditionellen und skitechnischen Fortschritten im neuen Arbeitsgerät. “Der Materialwechsel hat mir sicher gut getan. Ich komme mit Salomon irrsinnig gut zurecht.”

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Auch Vincent Kriechmayr hat sein Material gewechselt, das ihm im Vorjahr in Gröden einen seiner zwei Saisonsiege im Super-G beschert hat. “Natürlich war das letztes Jahr ein ganz guter Tag für mich”, bemerkte der Oberösterreicher lapidar. Sein Fokus liegt in der Gegenwart: “Neues Jahr, neuer Tag und aufs Neue hin versuchen, vorne mitzufahren.”

Die Pistenbeschaffenheit dürfte sich noch ändern. Es werden klare Nächte angesagt, die Läufer berichteten von “viel Feuchtigkeit” im Untergrund. “Dann kann sich das zu einer sehr schnellen Strecke entwickeln, dann schaut das Ganze anders aus”, sagte Kriechmayr am Donnerstag. “Da herunter verlangt es sehr feinfühliges Fahren. Der Walchhofer Michi (3 Siege, Anm.) hat das immer ganz gut vorgemacht, der Max genau gleich.”

An norwegische Athleten dachte Kriechmayr wahrscheinlich auch. Das Grödnertal war in der jüngeren Vergangenheit bevorzugtes “Revier” der “Elche”, im Super-G triumphierten die Skandinavier in sechs der vergangenen acht Rennen. Vier Mal schlug der nunmehrige Ski-Pensionär Aksel Lund Svindal zu, zweimal gewann Kjetil Jansrud (2014, 2016). Mit Weltcup-Gesamtsieger Aleksander Kilde, dem Abfahrtssieger von 2018 und Adrian Smiseth Sejersted, der im Auftakt-Super-G zuletzt Zweiter hinter dem Schweizer Kugelgewinner Mauro Caviezel wurde, kommen weitere Podestanwärter hinzu.

(APA)

Artikelbild: GEPA