ADMIRAL Bundesliga
27.05.2023

Ried-Abstieg nach Niederlage in Hartberg besiegelt

Die SV Ried ist zum dritten Mal nach 2003 und 2017 aus der Bundesliga abgestiegen. Die Innviertler mussten sich am Samstag beim TSV Hartberg mit 0:2 (0:0) geschlagen geben und können SCR Altach in der letzten Runde nicht mehr einholen. Hartberg gewann dank Treffer von Ruben Providence (65.) und Donis Avdijaj (76.) hoch verdient und wahrte die Chance auf das Europacup-Playoff.

Ried-Trainer Maximilian Senft musste seinen verletzten Abwehrchef Tin Plavotic vorgeben und nahm für das Spiel der letzten Chance fünf Umstellungen vor. Die Oberösterreicher taten sich aber schwer, Chancen herauszuspielen. Einzig ein zurecht wegen Abseits aberkannter Mikic-Treffer (15.) brachte in der ersten Halbzeit wirklich Gefahr. Zudem musste Marcel Ziegl, der in dieser Saison wegen einer Knie-Arthroskopie sieben Monate ausgefallen war, in der 33. Minute mit neuerlichen Problemen im verletzten Knie vom Feld.

Hartberg war klar besser und machte das Spiel, im Abschluss klappte es aber eine Stunde lange nicht. Mamadou Sangare (3.), Providence ins Zusammenspiel mit Dominik Frieser (15.), Frieser (39.) und wieder Providence (45.+2) brachten den Ball nicht im Tor unter.

Providence und Avdijaj treffen

Hartberg-Trainer Markus Schopp reagierte in der Pause mit einem Dreifachtausch, brachte den starken Avdijaj, Mario Tadic und Manfred Gollner. Die erste große Chance nach dem Wechsel hatte aber Ried, TSV-Torhüter Raphael Sallinger war gegen Leo Mikic auf dem Posten (50.). Danach hatte Hartberg aber wieder alles im Griff. Jürgen Heil (51.) und Providence (54.) vergaben noch, ehe Providence doch zuschlug. Nach Avidjaj-Pass spielte der Franzose seine Schnelligkeit aus und schoss zum 1:0 ein (65.).

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Mit einer ähnlichen Szene in umgekehrten Rollen machte der TSV alles klar. Providence schickte Avdijaj, der souverän zum Endstand einschoss (76.). Damit hat Hartberg am kommenden Freitag in Lustenau ein direktes Duell um Rang zwei in der Qualifikationsgruppe, der einen Platz im Halbfinale des Play-off bringt.

Ried zum dritten Mal abgestiegen

Die SV Ried steht zum dritten Mal nach 2003 und 2017 als Absteiger aus der Fußball-Bundesliga fest. Den eigenen Ansprüchen hechelten die Innviertler in den vergangenen drei Saisonen seit dem Wiederaufstieg vergeblich hinterher. Unter Jung-Trainer Maximilian Senft, dem siebenten Trainer seit der Bundesliga-Rückkehr, folgt der Gang in Liga zwei.

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Vier Siege in 31 Spielen lautet die abstiegswürdige Bilanz der Spielvereinigung, die ihre ehemalige Heimfestung Ried schon im Frühjahr des Vorjahres aufgeben musste. Seit Februar 2022 gelangen in der Liga nur zwei Heimsiege. Schon 2021/22 schaffte der zweifache Cupsieger (1998, 2011) den Klassenerhalt erst auf dem letzten Drücker nach nur einem Sieg in der Qualifikationsgruppe. Diesmal blieb das Happy End aus.

Alles andere als der direkte Wiederaufstieg als Ziel würde nun dennoch überraschen. Die jüngere Statistik allerdings gibt wenig Hoffnung. Keinem Club in Österreich gelang in den vergangenen 25 Jahren die sofortige Rückkehr in die Beletage. Selbst im zweiten Versuch schafften es nur drei Clubs (zweimal Wacker Innsbruck, Ried, und Mattersburg). Zuletzt brauchte Ried drei Anläufe. Schwächer ist die Konkurrenz in der 2. Liga seitdem wohl nicht geworden.

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Dem Vernehmen nach sind die „Wikinger“ aktuell wirtschaftlich so solide aufgestellt, dass ein ähnliches Schicksal ohne Schiffbruch durchgetaucht werden könnte. Die allermeisten Spielerverträge sind laut APA-Informationen auch in der 2. Liga gültig, der aktuell verletzte Abwehrchef Tin Plavotic, Mittelfeldspieler Michael Martin und Torhüter Samuel Sahin-Radlinger dürften am Transfermarkt die gefragtesten Spieler sein.

Die Funktionärsriege ist in der Region teils tief verwurzelt. Wolfgang Fiala (Sportvorstand) und Thomas Reifeltshammer (Sportdirektor) leiten die sportlichen Geschicke. Ob es diese Doppelspitze auch als Zweitligist braucht, wurde in den vergangenen Tagen in Lokalmedien diskutiert. Reifeltshammers Legendenstatus bekam durch einige Fehlgriffe (Kragl, Diawusie, Kronberger, Cosgun, Ungerath) am Transfermarkt Kratzer, wiewohl sich die Kritik der Fans zuletzt gegen das Präsidium um Club-Präsident Roland Daxl richtete.

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Daxl, der nach dem Abstieg 2017 das Ruder als Geschäftsführer übernommen hat, blieb der in Ried bereits zuvor eingeübten Hire-and-Fire-Politik am Trainersektor treu. Der Kredit von Aufstiegstrainer Gerald Baumgartner war bis Dezember 2020 aufgebraucht, danach folgten Miron Muslic, Andreas Heraf, Christian Heinle, Robert Ibertsberger, wieder Heinle und Senft.

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Unter dem 33-jährigen Senft gelang im Frühjahr in 13 Pflichtspielen nur ein Sieg. Eine funktionierende Achse, auf die er hätte bauen können, gab es nicht. Stefan Nutz fehlte nach seinem Kreuzbandriss als Einfädler an allen Ecken und Enden, Sahin-Radlinger zeitweise verletzt als Ruhepol, Seifedin Chabbi und Christoph Monschein stehen stellvertretend für die Torflaute im Sturm. Zwar kam offensiv zuletzt Bewegung rein, Siege feiern konnte die Spielvereinigung aber nicht.

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Die Tore im Video:

1:0 – Providence

2:0 – Avdijaj

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(APA)/Bild: GEPA

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