Tennis
30.05.2023

„Schön, zurück zu sein“: Zverev feiert erfolgreiche Paris-Rückkehr

Rückkehr geglückt: Ein Jahr nach seiner Knöchelverletzung ist Alexander Zverev zurück in Paris – und steht in der zweiten Runde.

Alexander Zverev lächelte breit und sonnte sich im warmen Applaus des Pariser Publikums. „Es ist schön, wieder zurück zu sein“, sagte er nach dem gelungenen Comeback am Ort seines großen Traumas. 361 Tage nach der Horrorverletzung im Halbfinale hat der Olympiasieger seine Auftakthürde bei den French Open mit Mühe gemeistert. Mit Yannick Hanfmann kämpfte sich ein zweiter deutscher Spieler ebenfalls in Runde zwei.

„Ich bin glücklich in drei Sätzen gewonnen zu haben, aber ich weiß, dass ich besser werden muss“, gestand Zverev, der in Paris nach schwierigen Monaten auf einen Befreiungsschlag hofft. Das 7:6 (8:6), 7:6 (7:0), 6:1 gegen den Südafrikaner Lloyd Harris war zumindest der erste kleine Schritt in die richtige Richtung. In der zweiten Runde wartet nun der ungesetzte Slowake Alex Molcan.

„Er arbeitet ja hart, er ist diszipliniert, und irgendwann wird auch die Form kommen“, gab sich Tennis-Legende Boris Becker am Eurosport-Mikrofon optimistisch. Und auch Zverev macht sich keine Sorgen – trotz der ausbaufähigen Leistung. „Ich habe noch nie in meinem Leben bei einem Grand Slam eine gute erste Runde gehabt“, sagte er im Presseraum, den er wenig später an der Seite von Bruder Mischa und dessen gleichnamigen Sohn betrat.

Zverev kann schwachen Beginn umdrehen

Am Tag nach dem bitteren Aus des zweiten deutschen Hoffnungsträgers Jan-Lennard Struff, der dem Tschechen Jiri Lehecka in einem Fünfsatz-Krimi unterlegen war, fand Zverev auf dem Court Simonne-Mathieu in Roland Garros nur schwer in die Partie. Bemerkenswerte 20 vermeidbare Fehler produzierte er im ersten Durchgang – seine Returns, die er immer wieder weit hinter der Grundlinie nahm, strahlten keinerlei Gefahr aus. Immerhin: In den entscheidenden Momenten stimmte der Kampfgeist – Zverev zitterte sich zweimal im Tiebreak zum Satzgewinn.

Seit der dramatischen Fußverletzung im Halbfinale 2022 gegen Rafael Nadal, als er auf dem spielerischen Höhepunkt seiner Laufbahn folgenschwer umgeknickt und anschließend sieben Monate ausgefallen war, sucht Zverev noch immer nach seiner Topform. Für den Kopf war die Rückkehr nach Paris aber kein Problem: „Das spielt keine Rolle. Solange ich keine Schmerzen habe, ist bei mir alles gut“, sagte der 26-Jährige. Im dritten Satz ließ Zverev, der über die gesamte Spieldauer immerhin mit seinem Aufschlag zu überzeugen wusste, dann nichts mehr anbrennen.

Auch Hanfmann weiter

Hanfmann nutzte anschließend seine unverhoffte Chance. Der Karlsruher, der in der Qualifikation gescheitert und nur als „Lucky Loser“ ins Hauptfeld eingezogen war, erreichte zum ersten Mal in seiner Karriere die zweite Runde von Paris. Hanfmann schlug den Brasilianer Thiago Monteiro nach einer Energieleistung 6:3, 7:5, 6:7 (6:8), 6:7 (2:7), 6:4. Im dritten Satz vergab Hanfmann zunächst einen Matchball, im fünften drehte er einen 1:4-Rückstand. Hanfmann trifft am Donnerstag auf Francisco Cerundolo aus Argentinien (Nr. 23).

Schon ausgeschieden ist derweil einer der absoluten Topfavoriten. Daniel Medwedew, vor kurzem noch beim Sandplatz-Masters in Rom erfolgreich, scheiterte sensationell in der ersten Runde. Gegen 172. der Weltrangliste, Thiago Seyboth Wild aus Brasilien, verlor der 27 Jahre alte ehemalige US-Open-Sieger nach fünf umkämpften Sätzen. Auch Dominic Thiem kam nicht über die erste Paris-Runde hinaus. Gegen den Argentinier Pedro Cachin gab es eine Niederlage über fünf Sätze.

Werbung

(SID)

Mehr Tennis

Mehr Sport-Videos