Leichtathletik: Verband reagiert entsetzt auf Linzer Stadionpläne

via Sky Sport Austria

Die Pläne für die Rückkehr des Fußball-Bundesligisten LASK auf die Linzer Gugl sorgen bei den Leichtathleten, die derzeit dort ihre Bleibe haben und nun weichen müssen, für Unmut. “Wir können nicht glauben, was hier passiert”, sagte ÖLV-Generalsekretär Helmut Baudis in einer Presseaussendung am Donnerstag. Man hätte von den Plänen erst am Mittwoch aus den Medien erfahren.

Der oberösterreichische Sportlandesrat Markus Achleitner (ÖVP) hat für Freitag Gespräche mit dem Leichtathletik-Landesverband angekündigt, um Alternativlösungen auszuloten. Der Verband hätte am liebsten wieder einen Standort auf der Gugl, u.a. um am Olympiazentrum angeschlossen zu bleiben.

“Uns war natürlich von Anfang an bewusst, dass die große Lösung für den LASK und den FC Blau-Weiß-Linz auch eine neue Situation für die Leichtathletikanlage auf der Gugl mit sich bringt”, erklärte Achleitner am Donnerstag in einer Aussendung. Auf der Gugl sei noch mindestens ein Jahr lang die volle Nutzung für die Leichtathletik möglich, bis dahin müsse man eine Lösung finden und umsetzen.

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Stefan Bachl, Sportdirektor des OÖ Leichtathletikverbandes, geht zuversichtlich in das Gespräch mit dem Land, hat aber doch einige wichtige Anliegen: Zum einen brauche man acht Rundbahnen, um österreichische und internationale Wettkämpfe abhalten zu können, erklärte er im Gespräch mit der APA. Das sei auf dem Areal in der Wieningerstraße baulich schwierig umzusetzen.

Zudem befinde sich auf der Gugl nicht nur das Büro des Verbandes, für das man Ersatz finden muss, sondern auch das Olympiazentrum. Mit diesem sei man eng verzahnt, so Bachl – dort finden etwa Kurse, Therapien sowie Trainingseinheiten statt. Aber auch der Nachwuchs sei betroffen. “Die Kindergartenolympiade wird es nicht mehr geben”, sagte Bachl. Zu dem Event kommen regelmäßig rund 4.000 Kinder aus dem gesamten Bundesland auf die Gugl. Das sei in der Wieningerstraße nicht möglich.

ÖLV-Athleten kritisieren Pläne

“Die Leichtathletik wird jedenfalls auch künftig in Oberösterreich beste Infrastrukturbedingungen zur Verfügung haben”, versprach Achleitner im Vorfeld des Gesprächs. Siebenkämpferin Verena Preiner bedauerte in der Aussendung des Landesrats zwar, dass eine Anlage für Wettkämpfe wegfalle, verwies aber auch auf die Trainingshalle in der Wieningerstraße mit “Top-Infrastruktur” und das geplante Mehrkampf-Kompetenzzentrum.

Aber auch der ÖLV bekam Schützenhilfe von Athleten. “Ich empfinde es als ein Zerstören der Wirkungsstätte vieler Sportlerinnen und Sportler”, kritisierte etwa Lukas Weißhaidinger, der EM-Dritte im Diskuswurf. “67 Jahre lang war die Gugl die Heimstätte der oberösterreichischen Leichtathletik-Szene, die Gugl Games zwischen 1988 und 2008 waren legendär.”

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Auch Ivona Dadic reagierte schwer enttäuscht: “Obwohl ich seit einigen Jahren in Niederösterreich lebe und trainiere, bricht es mir das Herz, wenn ich sehe, wie hier in Linz vorgegangen wird”, sagte die Mehrkämpferin. ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler sprach zudem von einem “schwarzen Mittwoch für die Leichtathletik”. ÖLV-Präsidentin Sonja Spendelhofer pochte darauf, dass die “Leichtathletik-Hochburg Linz eine staatsmeisterschaftstaugliche Anlage und gute Trainingsstätten” brauche.

In der Linzer Stadtpolitik hat die Entscheidung für den LASK ebenfalls Auswirkungen: Die Volksbefragung gegen das ursprünglich geplante und nun verworfene Stadion am Pichlinger See dürfte vom Tisch sein. Die Grünen, KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn sowie NEOS-Gemeinderat Lorenz Potocnik haben einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag, der eigentlich am Donnerstag auf der Tagesordnung des Gemeinderats gestanden wäre, zurückgezogen, berichtete Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ).

Bürgerinitiative kippt Bau von LASK-Stadion

Gegen den Bau in einem Naherholungsgebiet hatte eine Bürgerinitiative mobil gemacht und erst vergangene Woche für eine Volksbefragung knapp 9.000 Unterschriften – mehr als nötig, um ein Votum zu erzwingen – präsentiert. Daraufhin reagierte die Politik mit der Lösung, dass der LASK, der 2021 aus der TGW-Arena in Pasching ausziehen muss, auf die Gugl zurückkehren kann.

Nachdem der LASK das alleinige Nutzungsrecht für die Gugl erhält, musste auch für den Zweitligisten FC Blau-Weiß Linz ein neuer Heimspielort gefunden werden. Mithilfe von Stadt und Land wird der Verein das Donaupark-Stadion für maximal neun Millionen Euro neu bauen. Und auch die Volley- und Handballer bekommen eine neue “Bundesliga-Ballsporthalle” in Linz-Kleinmünchen, hat Achleitner angekündigt. Nun muss noch eine Lösung für die Leichtathleten gefunden werden.

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Beitragsbild: GEPA
(APA)