Österreich holt Hallenhockey-Weltmeistertitel

(APA) – Österreichs Hockey-Herren-Nationalteam hat am Sonntag bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Berlin erstmals Gold geholt. Im Finale gegen den dreifachen Titelträger und Gastgeber Deutschland kam man nach 1:3-Rückstand noch ins Penaltyschießen und setzte sich dort schließlich mit 3:2 durch. Nach WM-Bronze 2011 und WM-Silber 2015 komplettierte Österreich damit den Medaillensatz in der Halle.

Edelmetall war aus österreichischer Sicht das klare Ziel bei der 5. Hallen-WM in Berlin gewesen. Dass Michael Körper und Co. am späten Nachmittag in der vollbesetzen Max-Schmeling-Halle Gold entgegennehmen durften, kam dann aber doch etwas überraschend. Zumal man sich im Finale just gegen den favorisierten Gastgeber durchsetze. Der war durch Martin Häner (6.) und Martin Zwicker (8.) zwar plangemäß mit 2:0 in Führung gegangen und durch Christopher Rühr (26.) auch 3:1 vorangelegen, doch das reichte nicht.

Denn die Österreicher, die dank Dominic Uher (9.) zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzt hatten, steckten nicht auf und retteten sich mit zwei Strafecken-Treffern von Körper in der 33. bzw. in der Schlussminute noch ins Penalty-Schießen. Dort sorgte dann der in Hamburg spielende Körper mit seinem Versuch für die Entscheidung. Mit 17 Toren musste er sich in der WM-Schützenwertung nur Rühr (19) geschlagen geben. Ein schwacher Trost für den Deutschen, der einen seiner zwei Penalty-Versuche vergab.

Für die Deutschen war es die zweite Niederlage gegen Österreich innerhalb von vier Wochen. Auch bei der Hallen-EM in Antwerpen behielt Rot-Weiß-Rot am 14. Jänner im Halbfinal-Penaltyschießen die Oberhand. Damals allerdings war Deutschland im Gegensatz zu Berlin nur mit einer B-Truppe angetreten. „Wenn du am Ende ohne Titel dastehst, fühlt sich das Scheiße an“, brachte Rühr die Stimmung der Gastgeber auf den Punkt.

Körper: „Es ist unglaublich“

Michael Körper war im Finale gegen Deutschland Österreichs Matchwinner, er rettete sein Team nicht nur ins Penaltyschießen, sondern behielt dort auch als letzter Schütze die Nerven. „Es war ein fantastisches Turnier, es ist unglaublich, wir sind Weltmeister“, sagte der auf Vereinsebene in Hamburg spielende Körper.

Den Erfolg habe man sich erarbeitet. „Wir waren 0:2 und 1:3 zurück, sind aber mit einem starken Spiel zurückgekommen. Wir haben hart gearbeitet in der Defensive und tapfer gekämpft. Wir können stolz sein auf das Spiel“, resümierte der Stürmer. Noch am Sonntagabend war in der Heimat eine Siegesparty angesetzt. „Jetzt gilt es den Moment einfach zu genießen“, betonte Körper.

Körper belegte in der Turnier-Schützenliste Rang zwei hinter Christopher Rühr. Der Deutsche wurde auch als Spieler des Turniers ausgezeichnet. Österreich stellte mit Fabian Unterkircher den besten Nachwuchsspieler.

Bei den Damen, wo Österreich nicht vertreten war, wurden die Deutschen ihrer Favoritenstellung hingegen gerecht und holten den dritten Hallen-WM-Titel. Im Finale feierten die DHB-Damen ein 2:1 (0:0) gegen Titelverteidiger Niederlande.

Beitragsbild: GEPA