VOELKERMARKT,AUSTRIA,12.JUN.18 - ROWING - Photo shooting with Magdalena Lobning. Image shows Magdalena Lobnig (AUT). Photo: GEPA pictures/ Christian Walgram

Österreichs Elite mit Heimbonus um Olympia-Tickets und Medaille

via Sky Sport Austria

Linz/OttensheimDie ersten olympischen Weichen für Tokio 2020 werden ab Sonntag für acht Tage in Linz-Ottensheim gestellt.

Bei den wichtigsten Weltmeisterschaften in diesem Olympia-Zyklus geht es um das Gros der Quotenplätze für die nächstjährigen Spiele. Österreichs 28-köpfige, auf zwölf Boote verteilte Abordnung hat den Heimvorteil auf seiner Seite, mit dem soll es auch zu einem Medaillengewinn reichen.

Medaillenkandidatin Lobnig

Praktisch einzige Kandidatin dafür ist Magdalena Lobnig. Die Kärntnerin reiste am Donnerstag mit der Referenz nach Oberösterreich an, bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften Bronze geholt zu haben.

Je nach Bootsklasse liegen sieben bis neun Japan-Fahrkarten bereit, im von Lobnig bestrittenen Einer sind es neun. Nach eben erst überwundener Nebenhöhlenerkrankung muss sich die Kärntnerin ab dem Vorlauf am Sonntag noch an ihre Topform heranarbeiten.

Die zwei Kilometer lange Regatta-Strecke auf einem Donau-Altarm beschert Lobnig gute Erinnerungen. “Alleine nur, wenn ich an den zweiten Platz beim Heim-Weltcup im letzten Jahr denke.”

Von den Windbedingungen könne es aber tückisch werden. “Je nachdem, von welcher Seite der Wind kommt, sind manche Bahnen dann benachteiligt”, wusste die 29-Jährige, bleibt aber gelassen. “Das sind äußere Einflüsse, auf die man erst kurz vor den Rennen reagieren kann.”

Ruder-Hoffnung Lobnig ohne Druck vor WM: “Medaille ist im Hinterkopf”

Als routinierte Aktive kann die Völkermarkterin in diesem Bereich auf Erfahrungswerte zurückgreifen, in Österreichs Equipe stehen aber auch weniger erfahrene Aktive.

ÖRV-Präsident Horst Nussbaumer schätzt diesen Mix: “Wir haben einerseits sehr arrivierte Teammitglieder, andererseits sehr junge.” Die sollen nachhaltig für die nächsten großen Bewerbe aufgebaut werden. Nussbaumer: “Die WM gibt ihnen die Garantie, dass sie daraus für die nächsten Jahre viel mitnehmen werden.”

Drei Olympia-Plätze plus Medaille

Die drei nominierten Para-Boote mit eingeschlossen, konkretisierte Nussbaumer die sportliche ÖRV-Zielsetzung für die Titelkämpfe: “Wir möchten gerne drei Olympia-Plätze erreichen und mit einem Boot um die Medaillen mitfahren.”

Für die Umsetzung verantwortlich ist neben den Athleten ÖRV-Chefcoach Carsten Hassing. Der Däne war zuletzt zwei Wochen mit vier olympisch geförderten Booten auf Trainingslager in Aiguebelette, der Rest der Equipe hat in Österreich trainiert.

“Es ist gut gelaufen, es war ein gutes Trainingslager”, berichtete der Coach nach der Abreise aus Frankreich. Die Geschwindigkeit sei gesteigert worden, darauf lag das Augenmerk. Da Lobnig nicht dabei war, wollte sich Hassing vor dem WM-Auftakt intensiver mit ihr zusammensetzen. Schließlich ist er aktuell ihr Haupt-Coach. Hassing generell: “Wichtig ist, locker zu bleiben, eine Lösung zu finden. Nicht den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen.”

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Während für das Leichtgewichts-Duo Louisa Altenhuber/Laura Arndorfer in Folge eines Armbruchs Altenhubers schon das WM-Antreten als Erfolg zu werten ist, rechnen ihre Klassenkollegen Matthias Taborsky/Julian Schöberl sowie der Vierer ohne ebenso mit einer reellen Olympia-Chance.

“Unser großes Ziel ist Olympia 2020”, erklärte Rudolph Querfeld. Er zieht gemeinsam mit seinem Bruder Ferdinand sowie Gabriel Hohensasser und Maximilian Kohlmayr an einem Strang.

Als ÖRV-Solokämpfer im Einer tritt wie Lobnig Lukas Reim auf. Seine Klasse ist mit 44 Aktiven die am stärksten besetzte, die Top Neun und damit Olympia sind für den 21-Jährigen da kaum zu holen. Vor kurzem wurde er Fünfter der U23-WM, jetzt geht es eine Stufe höher.

“Gegen die großen Jungs”

“Ich freue mich darauf, bei den ‘Großen Jungs’ mitfahren zu dürfen.” Trainer-Vater Mario Reim: “Die WM ist eine Standort-Analyse, um eventuell im nächsten Jahr um eine Restquoten-Ticket mitkämpfen zu können.”

Rekordbeteiligung

Die im Vorfeld von dem am Mittwoch tödlich verlaufenen Trainingsunfall eines weißrussischen Para-Sportlers überschatteten Titelkämpfe bringen mit rund 1.200 Athleten aus 80 Nationen eine WM-Rekordbeteiligung.

Als einzige Nation haben die USA für alle 29 Bootsklassen genannt, es folgen Italien (25) sowie Deutschland und China (je 22). Auch je ein “Exot” aus den jüngeren Ruder-Nationen Benin, Iran, Katar und Trinidad-Tobago sind gemeldet.

(APA)

Beitragsbild: GEPA