Messi-Transfer zu PSG „außerhalb der Norm“

via Sky Sport Austria

Wie sich Paris Saint Germain den Messi-Transfer leisten kann, ist eine Frage, die sich womöglich viele Fans und auch außenstehende Personen stellen. PSG-Präsident Al-Khelaifi sagt am Mittwoch in der Pressekonferenz: „Für uns ist es immer klar, dass wir die Regeln des Financial Fair Play einhalten wollen“. 

Der ehemalige argentinische PSG-Stürmer Carlos Bianchi stellte als Kommentator der „L’Equipe“ fest: „Paris hatte große Transfers, aber Messi ist außerhalb der Norm.“ So wird die neue Nummer 30 im Kader den Gehaltsrahmen bei PSG mit seinen 35 Mio. Euro netto, die der sechsfache Weltfußballer im Jahr verdienen soll, sprengen. Laut Angaben der „L’Equipe“ vom Frühjahr lag Neymar mit 2,5 Mio. Euro im Monat netto bisher voran. Mbappe folgte als Nummer zwei mit 2,1 Millionen, die sich bei einer Vertragsverlängerung noch einmal erhöhen werden.

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In Frankreich wurde spekuliert, dass PSG den Franzosen womöglich abgeben wird, um Messis Kosten zu refinanzieren. Präsident Nasser al-Khelaifi sagte am Mittwoch dazu kurz und knapp: „Er ist ein Spieler von Paris.“ Mbappe soll bleiben. „Er wollte ein schlagkräftiges Team und ich denke, wir haben das wettbewerbsfähigste der Welt. Deshalb gibt es keine Entschuldigungen für ihn. Er kann nicht anders, als zu bleiben“, scherzte der Katarer.

Geld spielt bei Eigentümer Qatar Sports Investments (QSI), einer vom Staat Katar finanzierten Gesellschaft, scheinbar keine Rolle. Auf eine Frage, wie der Coup mit dem Financial Fairplay der UEFA einhergehe, winkte Al-Khelaifi ab. „Wir schauen auf das Financial Fairplay. Alles wird innerhalb des Regulativs bleiben.“ In Spanien regte sich indes Unmut. „Die Art und Weise, in der (UEFA-Präsident) Ceferin die Richtlinien des finanziellen ‚Fairplay‘ außer Acht lässt und es verschiedenen staatlichen Clubs oder solchen mit ‚Petromillionären‘ im Rücken erlaubt, dieses Thema völlig zu ignorieren, ist beschämend“, schrieb die Sportzeitung „AS“ am Dienstag.

Zehn Spieler sollen Verein verlassen

PSG soll jedoch nun immerhin gewillt sein, zu sparen. So habe der Club die Nationale Kontroll- und Managementabteilung (DNCG) der französischen Liga laut Medienberichten davon in Kenntnis gesetzt, Gehälter abzubauen. Zehn Spieler soll der Club gewillt sein, abzugeben. Darunter auch den argentinischen Angreifer Mauro Icardi, den PSG erst im Vorjahr um mehr als 50 Mio. Euro verpflichtet hatte.

Auf der Ausgabenseite hat Frankreichs Vizemeister – Lille gelang vergangene Saison eine Überraschung – im Sommer für Ablösen verhältnismäßig nicht so viel ausgegeben. Für Rechtsverteidiger Achraf Hakimi überwies Paris 60 Mio. Euro an Real Madrid, für Mittelfeldmann Danilo Pereira 16 Mio. an den FC Porto. Das Duo Neymar (222 Mio.) und Mbappe (145 Mio.) kostete dem Club vor wenigen Jahren noch Ablösesummen von insgesamt über 360 Millionen Euro. Die Millionen liegen nun in den Gehältern begraben. Sergio Ramos (davor Real), Georginio Wijnaldum (Liverpool), Torhüter Gianluigi Donnarumma (Milan) und Messi kamen ablösefrei. Ramos soll laut Medienberichten 15 Mio. im Jahr erhalten, Donnarumma 10.

Mit nun auch Messi in der Mannschaft stellen sich einige Beobachter auch die Frage, inwiefern so viele Stars in einer Auswahl für das Teamgefüge günstig sind. Die Trainer Unai Emery und Thomas Tuchel scheiterte daran, die Interessen in ihr Korsett zu zwängen. Mauricio Pochettino soll dies gelingen. Einer seiner Pluspunkte: Als Argentinier sollte er mit den vielen Südamerikanern im Kader klarkommen. Das große Ziel soll verbinden. Für Messi ist PSG die letzte Chance, die Champions League zum insgesamt fünften Mal zu gewinnen. Die Fans der Pariser feierten dieser Tage bereits, als wär es schon gelungen.

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(Red./APA) / Bild: Imago