Nachgetreten – die Analyse: Mattersburg vs. RB Salzburg

via Sky Sport Austria

Die Sky Sport Austria-Analyseredaktion wirft einen Blick auf das Spiel mit dem sicherlich überraschendsten Ausgang der 1. Bundesliga-Runde – dem 2:1 von Aufsteiger Mattersburg über Meister Salzburg.

 

Szene 1:

Die Erwartungshaltung der Bullen für dieses Spiel ist bereits beim Anstoß deutlich zu erkennen: Die Außenpositionen auf beiden Seiten (links: Ulmer; rechts: Schmitz und Reyna) sind sofort extrem offensiv ausgerichtet. Beginnend mit dem schlechten Pass von Soriano in den Rücken von Reyna werden diese Ambitionen aber umgehend gebremst. Mattersburg ist im Gegensatz zu Salzburg beim Einwurf nach wenigen Spielsekunden hoch fokussiert und schaltet hervorragend in die Offensive um. Die beiden Salzburger Innenverteidiger stehen plötzlich drei Angreifern (Perlak, Onisiwo und Pink) gegenüber, die konsequent in die Tiefe starten. Ulmer hingegen schaltet nach Ballverlust viel zu langsam in die Defensive um, wo er in der letzten Linie Hinteregger unterstützen/absichern müsste. Würde er seine Position richtig einnehmen, was ihm durch seine sehr offensive Ausrichtung beim Anstoß natürlich erschwert wird, könnte er den perfekt gespielten Pass in den Rücken Hintereggers wahrscheinlich abfangen. So aber fällt die schnelle Führung für den Aufsteiger bereits nach 16 Sekunden.

 

 

 

Szene 2:

Wieder schalten die Burgenländer schnell und aggressiv um und Miranda leistet sich seinen ersten großen Schnitzer des Spieles (ein weiterer Fehler in der Nachspielzeit ermöglicht Mattersburg am Ende sogar den Sieg). In der Folge müsste Schmitz den direkten Weg zum Tor zustellen und trotz Salzburger Überzahl kommt Perlak zum Ball und kann in den Strafraum eindringen. Außerdem ist Keita schlecht gestaffelt und öffnet dadurch den Passweg in den Rückraum, wodurch Sprangler dort daraufhin eine Großchance vorfindet.

 

 

 

Szene 3:

Eine weitere Torchance findet Mattersburg nach typischer Salzburger „System-Schwäche“ vor. Ulmer eröffnet das Spiel mit einem klassischen Pass ins Zentrum, der von Jano abgefangen wird. Dies ist für die Bullen das Zeichen zum sofortigen Gegenpressing. Die Rückeroberungs-Bemühungen gehen aber dieses Mal ins Leere. Dies ist einerseits mangelnder Abstimmung und zu weiten Abständen auf Seiten des Meisters geschuldet, anderseits haben die Mattersburger mit einer One-Touch-Passfolge aber auch das richtige Mittel parat, um den Offenfußball des Meisters zu kontern. Wieder ist es Jano mit dem Pass in die Tiefe und Perlak trägt den Ball in den Strafraum. Dort hat er trotz 5:3-Unterzahl zwei potentielle Anspielstationen, doch Stankovic kann in Handballer-Manier klären.

 

 

 

Fazit: Mattersburgs Plan, selbst die Initiative zu ergreifen, geht perfekt auf. Durch das aggressive Auftreten, Durchsetzungsvermögen im offensiven 1:1 und einem starken Kollektiv mit auffallenden Akteuren wie Jano, Perlak und Onisiwo gelingt eine glückliche aber letztendlich verdiente Überraschung. Beim Meister hingegen muss noch an einigen Systemrädern justiert werden und die individuellen sowie systeminhärenten Fehlerquellen reduziert werden.