NHL-Saisonvorschau Teil 4: Metropolitan Division
Die neue NHL-Saison ist voll im Gange. In der Global Series in Prag duellierten sich die San Jose Sharks und Nashville Predators gleich zweimal. Diese und rund 300 weitere Spiele der besten Eishockey-Liga der Welt sind live auf Sky zu sehen.
Kurz nach dem offiziellen Start der Saison stellt Sky-Redakteur Mathias Blaas alle 32 NHL-Teams etwas genauer vor. Im vierten und letzten Teil werden die acht Mannschaften der Metropolitan Divison unter die Lupe genommen.
Carolina Hurricanes:
Die Carolina Hurricanes sind seit mehreren Jahren ein Stammgast in den Playoffs. Die Mannschaft von Head-Coach Rod Brind’Amour musste sich in den vergangenen zwei Spielzeiten jeweils in der zweiten Runde geschlagen geben, heuer soll das große Ziel Stanley-Cup-Finale erreicht werden.
Center Sebastian Aho ist das Aushängeschild des Franchises, der Finne bringt seit Jahren konstant gute Leistungen. Mit Max Pacioretty und Brent Burns wurden in der Offseason zwei Veteranen geholt.
Die Stärken von Carolina liegen in der Defensive. Die ersten zwei Verteidigungs-Reihen zählen zu den besten der NHL, dahinter bilden mit Frederik Andersen und Antti Raanta zwei erfahrene Goalies ein sicheres Gespann.
Alles andere als eine Playoff-Teilnahme der Hurricanes wäre eine Überraschung. Das Team ist im Sommer etwas älter geworden, ob die neu-verpflichteten Routiniers den zweiten Stanley-Cup der Franchise-Geschichte nach Raleigh holen können, wird sich zeigen.
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Columbus Blue Jackets:
Eine interessante, aber durchaus beachtliche Offseason erlebten die Columbus Blue Jackets. Das Franchise aus dem US-Bundesstaat Ohio gelang mit der Verpflichtung von Free-Agent Johnny Gaudreau ein wahrlicher Coup.
Der 29-jährige Flügelstürmer war in der letzten Saison mit 115 Punkten der zweitbeste Scorer der NHL. Trotzdem beschloss Gaudreau im Sommer, die Calgary Flames zu verlassen, um näher bei seiner Familie in den Vereinigten Staaten zu sein. Die Blue Jackets machten ihm das beste Angebot.
Außerdem konnte Patrik Laine gehalten werden, mit Oliver Björkstrand verließ nur ein wichtiger Spieler das Team. Die Kaderstruktur von Columbus ist dennoch nicht ideal. Ein namhafter Center fehlt, auch wenn der junge Cole Sillinger viel Potenzial besitzt.
Die Blue Jackets verpassten zuletzt zweimal in Serie die Postseason. General Manager Jarmo Kekalainen hat es allerdings geschafft, in recht kurzer Zeit einen Umbruch zu vollziehen. In der Metropolitan Division gibt es viele gute Teams, die Eastern Conference ist generell ein harter Brocken. Columbus hat aber die Möglichkeiten, um die Playoff-Plätze mitzukämpfen.
New Jersey Devils:
„Dieses Jahr werden die Devils den nächsten Schritt machen.“ Diese Aussage geistert seit mehreren Jahren in den Saison-Vorschauen herum. Die junge Truppe sieht auf dem Papier äußerst konkurrenzfähig aus, in der Realität waren die letzten vier Saisons der Devils miserabel.
Mit dem Schweizer Nico Hischier (2017) und Jack Hughes (2019) haben die Devils zwei ehemalige First-Overall-Picks in ihren Reihen. Luke Hughes (2021) und Simon Nemec (2022) sind weitere Top-Fünf-Picks. Dementsprechend jung und talentiert ist die Mannschaft von Head-Coach Lindy Ruff.
Sowohl die Defensive als auch die Offensive ist nicht schlecht. In der letzten Spielzeit war die Torwartposition die große Baustelle der Devils, nach zahlreichen Verletzungen kamen insgesamt sieben Tormänner zum Einsatz.
Eine Prognose ist nach mehreren enttäuschenden Spielzeiten schwierig. In der engen Metropolitan Division wird es auch in diesem Jahr zäh für die Devils. Noch so eine desaströse Saison wie 2021/22 kann New Jersey sich nicht mehr erlauben.
New York Islanders:
Eine turbulente Offseason haben die New York Islanders hinter sich. Auf zwei überragende Spielzeiten, in denen jeweils das Eastern-Conference-Finale erreicht wurde, folgte im letzten Jahr eine Horror-Saison. Die Islanders legten einen kompletten Fehlstart hin und belegten in der Metropolitan Division lange die hinteren Plätze. Gegen Saisonende fing sich das Team, die Postseason war allerdings kein Thema mehr.
Im Sommer musste Head-Coach Barry Trotz seinen Posten räumen. Trotz, der für seine defensive Spielweise bekannt ist, wurde durch Lane Lambert ersetzt. Der 57-Jährige soll die „Isles“ wieder zurück in die Playoffs führen.
Namhafte Neuzugänge holte General Manager Lou Lamoriello nicht nach New York. Lange galten die Islanders als der Favorit auf die Unterschrift von Center Nazem Kadri, auch Johnny Gaudreau war ein Thema. Letztlich entschieden sich beide Spieler gegen die Islanders.
Die Defensive ist sehr solide, das Tormann-Duo um Semyon Varlamov und Ilya Sorokin gehört zu den besten der NHL. In der Offensive fehlt den Islanders ein richtiger Torjäger.
In einer umkämpften Metropolitan Division gehören die New York Islanders nach der letzten Spielzeit wohl nicht zu den Top-Teams. Eine Prognose ist kurz vor dem ersten Saisonspiel schwierig.
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New York Rangers:
Mit viel Euphorie starten die New York Rangers in die Saison 2022/23. Das junge Team erreichte vor wenigen Monaten das Eastern-Conference-Finale, wo man sich den Tampa Bay Lightning geschlagen geben musste.
Damit haben die Rangers ihre Rebuild-Phase endgültig überwunden. Artemi Panarin ist der Offensiv-Star der Mannschaft, Adam Fox der Hoffnungsträger in der Defensive. Besonders stark besetzt ist New York im Tor. Igor Shesterkin sicherte sich in der abgelaufenen Saison die Vezina-Trophäe als bester Goalie der NHL.
Aufgrund des niedrigen Durchschnittsalters zählen die Rangers zu den großen Stanley-Cup-Aspiranten der nächsten Jahre. Mit Vincent Trochek wurde im Sommer ein erfahrener Center geholt, der das Team näher an den ersten Titel seit 1994 heranführen soll.
Das erste Ziel für die bevorstehende Spielzeit sind die Playoffs. Junge NHL-Teams haben in der Vergangenheit oft dazu tendiert, eine gute Saison nicht bestätigen zu können. Wenn Panarin, Fox und Co. an die Leistungen des Vorjahrs anknüpfen können, sind die Rangers ein heißer Anwärter auf den Stanley-Cup-Triumph.
Philadelphia Flyers:
Die Philadelphia Flyers beendeten die letzte Saison als viertschlechtestes Team in der gesamten NHL. Für das Franchise aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania war es auf allen Ebenen ein Jahr zum Vergessen.
Im Laufe der letzten Spielzeit ging mit Claude Giroux der langjährige Kapitän von Bord, Sean Couturier fiel über weite Strecken verletzt aus. Die anfällige Defensive wurde im Sommer mit Enfant Terrible Tony DeAngelo verstärkt, in der Offensive gab es keine nennenswerten Neuzugänge.
Ein neues Gesicht steht bei den Flyers hinter der Bande. John Tortorella wurde in der Offseason mit einem Vierjahresvertrag ausgestattet und als Head-Coach präsentiert. Der exzentrische US-Amerikaner soll Ordnung ins Spiel von Philadelphia bringen.
Das mehr als fragwürdige Goalie-Duo und die miserable Vorsaison sprechen im Vorfeld der neuen Spielzeit nicht für die Flyers. Eine Playoff-Qualifikation wäre angesichts der starken Konkurrenz eine große Überraschung.
Pittsburgh Penguins:
Die Pittsburgh Penguins sind seit fast zwei Dekaden ein Powerhouse der Eastern Conference. Superstar Sidney Crosby führte seine Mannschaft 16-mal in Folge in die Playoffs. Der mittlerweile 35-jährige Center ist der beste Spieler seiner Generation und hat seit 2005 alles gewonnen, was ein Eishockeyspieler gewinnen kann.
Die Penguins gewannen drei Stanley Cups (2009, 2016, 2017) in neun Jahren, eine Playoff-Runde konnte allerdings nach 2018 nicht mehr gewonnen werden.
Das Team von Head-Coach Mike Sullivan ist etwas in die Jahre gekommen. Crosby fiel in den vergangenen Jahren immer wieder mit kleinen Verletzungen aus, sein kongenialer Partner Evgeni Malkin hat noch größere Probleme, fit zu bleiben. In der Offseason verzichtete das Franchise auf größere Trades, mit Jeff Petry wurde immerhin ein erfahrener Verteidiger geholt.
Crosby und Co. wollen in der bevorstehenden Saison zum 17.mal in Serie in die Postseason einziehen. In der Metropolitan Division gibt es viele gute Teams mit Playoff-Ambitionen, gegen die Penguins wetten nach wie vor nur die Wenigsten.
Washington Capitals:
Für die Washington Capitals um Superstar Alex Ovechin gilt Ähnliches wie für die Pittsburgh Penguins. Das Team aus der US-amerikanischen Hauptstadt verpasste seit 2008 nur einmal die Playoffs.
Der absolute Superstar der Mannschaft ist Torjäger Alexander Ovechkin. Der 37-jährige Russe erzielte in seiner illustren Laufbahn bisher 780 NHL-Tore, nur Rekordhalter Wayne Gretzky hat mehr (894). Neunmal erzielte „Ovi“ mehr als 50 Saisontore, trotz seines fortgeschrittenen Alters hat der Capitals-Kapitän bisher keinen Gang zurückgeschraubt.
Washington gewann zum bisher einzigen und letzten Mal 2018 den Stanley Cup. Danach folgten vier Eliminationen in der ersten Playoff-Runde. Diesen Trend will die erfahrene Truppe in dieser Saison stoppen.
In der Offseason wurde mit Darcy Kuemper ein neuer Goalie verpflichtet, ansonsten hatten die Capitals einen ruhigen Sommer. Ovechkin und Co. werden auch in dieser Spielzeit ein Playoff-Anwärter sein, ob es für den ganz großen Wurf in der Postseason reicht, ist aber fraglich.
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Verfasst von: Mathias Blaas
Beitragsbild: Imago
