Ohne Luhukay läuft’s: Hertha schlägt Mainz

via Sky Bundesliga HD

Bundesliga, 20. Spieltag: Ohne Jos Luhukay läuft’s bei Hertha BSC plötzlich wieder. Zwei Tage nach der Entlassung des niederländischen Trainers gewann der abstiegsbedrohte Hauptstadtklub beim FSV Mainz 05 2:0 (2:0) und feierte mit Interimscoach Pal Dardai den ersten Sieg in der Fußball-Bundesliga seit dem 13. Dezember 2014.

(sid) – Jens Hegeler brachte die Berliner vor 26.756 Zuschauern per Foulelfmeter in Führung (35.). FSV-Torwart Loris Karius (31.) hatte zuvor wegen einer Notbremse gegen Valentin Stocker die Rote Karte gesehen, Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) lag mit seiner Entscheidung richtig. Roy Beerens erhöhte noch vor der Halbzeit (42.).

Lustenberger sieht Gelb-Rot

Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger sorgte mit seiner Gelb-Roten Karte (58.) im zweiten Durchgang unnötig wieder für ausgeglichene Kräfteverhältnisse auf dem Rasen.

Dardai, der Berlin zunächst nur in den “nächsten Wochen” (Manager Michael Preetz) trainieren soll, hatte die alte Dame neu aufgestellt – mit fünf Änderungen in der Startelf sollte der Aufschwung beginnen. Immer wieder lief Herthas Urgestein (286 Bundesliga-Einsätze zwischen 1997 bis 2003) zudem an den Rand seiner Coaching-Zone und verteilte Anweisungen an seine zuletzt so verunsicherten Spieler.

Hertha überlässt Mainz das Spiel

Mit der Hypothek von drei Pleiten in Folge zogen sich die Gäste zunächst weit zurück und überließen den Mainzern, die mit vier Punkten gut in die Rückrunde gestartet waren, das Spiel. Die Rheinhessen wussten damit aber kaum etwas anzufangen.

So ergaben sich (Konter-)Chancen für die Hertha: Erst versuchte es Beerens mit einem Schuss aus der Distanz, Karius musste aber nicht eingreifen (17.). Dann scheiterte Julian Schieber nur knapp (18.).

Okazaki wieder von Beginn

Die Mainzer, die wieder mit Angreifer Shinji Okazaki begannen, blieben ungefährlich und machten zu wenig aus ihrem Ballbesitz. Und dann schwächte Karius sein Team unglücklich: Nach einem Stockfehler wusste sich der Torwart gegen den nachsetzenden Stocker nur mit einem Foul zu helfen – und flog vom Platz.

Für ihn kam Nachwuchskeeper Stefanos Kapino, der sein Bundesliga-Debüt feierte – und nur sieben Minuten später seinen ersten Gegentreffer nicht verhindern konnte. Allerdings sah bei Beerens Billardtor die komplette Mainzer Hintermannschaft schlecht aus.

Berlin zu aggresiv

Auch nach der Pause waren die Gäste gegen zehn Mainzer lange das bessere Team. Die Berliner gingen allerdings zu aggressiv zu Werke: Lustenberger musste nach zwei Fouls innerhalb von vier Minuten vorzeitig vom Platz.

Beim FSV versuchte immerhin Johannes Geis das Spiel zu ordnen, bei der Hertha überzeugten Stocker und Schulz.

Michael Preetz (Manager Hertha BSC): „Es war heute eine sehr engagierte Leistung der Mannschaft. Aber man hat in der zweiten Halbzeit auch gesehen, dass die Mannschaft immer noch nicht frei ist. Da war immer noch Verunsicherung im Spiel. Wir sind einfach froh, dass wir heute die drei Punkte mitgenommen haben, denn das war eminent wichtig.“
Pál Dárdai  (Trainer Hertha BSC): „Ich hatte zwei Tage, in denen ich versucht habe, die mentale Stärke ein bisschen aufzufrischen und für bessere Laune bei den Jungs zu sorgen. Ich wollte heute in erster Linie Mentalität und Kampfgeist sehen und das hat gut geklappt.“