VIENNA,AUSTRIA,15.OCT.14 - OLYMPICS - Preview to the Olympic Summer Games 2016, OEOC, Projekt Rio, press conference. Image shows minister of sports Gerald Klug. Photo: GEPA pictures/ Christian Ort

Olympia: Sicherheitslage in Rio anhaltend schwierig

via Sky Sport Austria
Rio de Janeiro/Wien (APA/Reuters) – Aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise in Brasilien steigt auch in der Olympia-Stadt Rio de Janeiro die Kriminalität wieder an. Im Vorjahr ging in der Gastgeberstadt der Sommerspiele 2016 die Zahl der Raubdelikte um 25 Prozent nach oben. Eine so hohe Steigerungsrate ist seit 1991 noch nie verzeichnet worden. Auch im ersten Quartal 2015 hielt der Trend mit 10 Prozent plus an.

Die Mordrate ist in der Millionenmetropole unverändert hoch. Mit 20 Morden pro 100.000 Einwohner gilt Rio als gefährlichste Großstadt der Welt. Die Zahl ist dreimal höher als in den vier vorherigen Gastgeberstädten von Sommerspielen zusammen.

Die vielen Arbeitslosen, eine gewisse Perspektivenlosigkeit der Favela-Bewohner und Motivationsprobleme innerhalb der Polizei sind laut Experten die Gründe für die insgesamt wieder schwieriger werdende Lage. Beispielhaft für die Angst vor einem Rückfall in die alten, noch düstereren Tage ist der erste Schusswechsel zwischen Drogendealern und Sicherheitskräften seit sieben Jahren in einem der zuvor durch zahlreiche Polizei-Maßnahmen befriedeten Favelas im Mai.

Nahezu vergessen sind angesichts dessen zwischenzeitliche Erfolge, die von massiver Polizeipräsenz in heiklen Vierteln, durch den zunehmenden Wohlstand von benachteiligten Bevölkerungsschichten und staatliche Sozialprogramme begünstigt worden waren. “Die Jahre, als sich die Sicherheitslage besserte, waren die Jahre, als die Wirtschaft boomte. Das Leben der Menschen besserte sich und sie hatten Hoffnung. Aber jetzt verschwindet das”, sagte Theresa Williamson, die für eine Wohlfahrtsorganisation in den Favelas von Rio arbeitet.

Nun geht die Befürchtung um, dass die Sommerspiele nicht so reibungslos verlaufen könnten, wie die 2014 auch in Rio ausgetragene Fußball-WM. Während des Großereignisses hatte es nur wenige Zwischenfälle gegeben. Nächsten Sommer sollen bis zu 60.000 Sicherheitskräfte dafür sorgen, dass auch die erwarteten 500.000 Olympia-Besucher möglichst unbehelligt bleiben.