LAKE LOUISE,CANADA,03.DEC.22 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, downhill, ladies. Image shows the rejoicing of Nina Ortlieb (AUT). Photo: GEPA pictures/ Mario Buehner

Ortlieb dachte nie an Rücktritt: „Wäre viel zu früh gewesen“

via Sky Sport Austria

Mit Platz zwei in der zweiten Lake-Louise-Abfahrt hat Nina Ortlieb gezeigt, dass nach langer Absenz vom Ski-Weltcup wieder mit ihr zu rechnen ist.

„Ich glaube, ich mache es einfach unglaublich gern. Darum fällt es mir leicht, mich da wieder runterzuschmeißen“, sagte die Vorarlbergerin. An ein Karriereende wegen ihrer Knieverletzung habe sie nie gedacht. „Meine Verletzung ist passiert, da war ich 24 Jahre alt. Das wäre viel zu früh gewesen, da einen Schlussstrich zu ziehen.“

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Crans-Montana als gemeinsamer Unglücksort

Mit der hohen Startnummer 26 schob sich die nun 26-Jährige am Samstag zwischen Siegerin Sofia Goggia aus Italien und die Schweizerin Corinne Suter. „Hinter der Sofia Goggia Zweite zu sein, ist keine Schande. Ich bin stolz auf meine Leistung und kann nur den Hut vor der Sofia ziehen“, sagte Ortlieb. Im Jänner 2021 war die Tochter von Abfahrts-Olympiasieger Patrick Ortlieb beim Training in Crans-Montana schwer gestürzt und hatte sich dabei Kreuzband-, Innenband-, Außenmeniskus- und Patellasehenriss im rechten Knie zugezogen.

Seitdem war sie im vergangenen März nur Trainingsläufe – ausgerechnet – in Crans-Montana gefahren und hatte danach Abfahrt und Super-G bei den österreichischen Meisterschaften im Montafon bestritten. Dass Ortlieb beim Renncomeback im Weltcup offenbar ohne mentale Handbremse mit vollem Einsatz attackierte, nötigte ihren Konkurrentinnen höchsten Respekt ab.

„Aber ich habe schon auch eine Vorbereitung gebraucht“, spielte sie ihre Leistung herunter. „Ich bin jetzt nicht direkt vom Krankenbett da hergekommen, sondern da waren viele Monate hartes Training – Konditionstraining und Skitraining.“ 23 Monate ohne Weltcup-Rennen seien eine lange Zeit, „aber in dem Fall hat es sich ausgezahlt“. Bedenken habe sie in Hinblick auf die weitere Lebensplanung keine. „Man muss auch an die Zukunft denken. Aber ich habe immer gesagt, dass ich dann halt ein Jahr länger fahre.“

Hütter kämpft womöglich mit Folgen von Gehirnerschütterung

Cornelia Hütter stieg unterdessen in Hinblick auf ihre Gesundheit auf die Bremse und verzichtete auf die Abfahrt. „Ich bin heute in der Früh aufgestanden und habe einfach gemerkt, dass es mir überhaupt nicht gut geht“, sagte die Steirerin und berichtete in erster Linie von Kopfweh und Sehbeschwerden. „Es ist alles ein wenig verschwommen. Wenn ich mit 140 runterfahre und da nicht richtig scharf sehe, wird es gefährlich“, so Hütter. „Ich bin oft genug im Netz gelegen. Wenn es echt nicht geht oder wenn es nicht funktioniert, dann macht es keinen Sinn.“

Die Symptome könnten im Zusammenhang mit ihrer im Februar 2022 in Crans-Montana erlittenen Gehirnerschütterung stehen. „Es ist schwer zu sagen. Ich habe das früher nie gehabt. Aber es könnte natürlich schon sein, weil ich es halt über den Sommer das erste Mal gespürt habe, dass so Tage da sein können“, sagte Hütter, die von einer der schwersten Entscheidungen in ihrer Karriere sprach, sich vom Start zurückzuziehen. Beim (heutigen) Super-G will sie aber wieder mit von der Partie sein, wenn das Befinden entsprechend ist.

(APA)/Bild: Imago