Pajovic-Ära endet mit Happy End: „Haben etwas bewegt“
In Graz hat sich am Sonntag der Kreis für Ales Pajovic geschlossen. Der Slowene, der 2015 in der steirischen Landeshauptstadt als Spielertrainer angeheuert hatte, beendete im ausverkauften Sportpark seine Ära als Teamchef von Österreichs Handball-Männern. Mit einem 34:33-Sieg gegen die Schweiz und dem damit verbundenen EM-Ticket für die ÖHB-Equipe. „Wir haben etwas bewegt in Österreich“, meinte Pajovic bei seinem Abschied vor 3.100 Fans.
2019 hatte der Handballverband den sympathischen wie akribischen Coach von Graz weggelotst zum Nationalteam. Ein Coup, der aufging. Drei EM- und zwei WM-Teilnahmen später ist die ÖHB-Auswahl ein Publikumsmagnet mit einer sehenswerten Bilanz. 2020 und 2024 wurde Rot-Weiß-Rot jeweils EM-Achter, historische Bestmarken. Dass sich Österreich nun im letzten Spiel unter Pajovic auch für die kontinentalen Titelkämpfe im nächsten Winter in Dänemark, Norwegen und Schweden qualifizierte, mutet da mittlerweile fast normal an.
Pajovic nach letzter Partie als ÖHB-Coach: „Die 6 Jahre waren einfach überragend“
„Das perfekte Ende“
„Ich hatte Angst, dass wir dieses Spiel verlieren und dass wir uns nicht qualifizieren. Das wäre schlimm gewesen“, gestand Pajovic nach der Partie gegen starke Schweizer. „So ist es das perfekte Ende. Es waren wunderschöne sechs Jahre“, bilanzierte der 46-Jährige, der wie bei seinem erfolgreichen Teamchef-Einstand im April 2019 gegen Spanien (29:28) einen Sieg bejubeln durfte. Man habe viel bewirkt, „das zeigen auch die vollen Hallen in den letzten Jahren.“
Er sei traurig, nun nicht mehr Teil dieses Teams zu sein. „Aber so ist das Leben. Ein Angebot von der SG Flensburg Handewitt kann man nicht ablehnen“, meinte Pajovic mit Blick auf seine neue Aufgabe. Vom Grazer Publikum gab es für den erfolgreichsten Männer-Teamchef der ÖHB-Geschichte frenetischen Abschiedsbeifall, von seinen Spielern ein emotionales Abschiedsvideo. „Wir werden Pajo alle vermissen, aber wir können seinen Schritt nachvollziehen und wünschen ihm nur das Beste“, sagte Team-Oldie Janko Bozovic im ORF.
Kapitän Lukas Hutecek erklärte, er habe dem Trainer viel zu verdanken. „Ich wurde unter ihm Nationalspieler, also bin ich natürlich sehr traurig. Aber Pajo geht seinen Weg und wir werden unseren Weg auch weitergehen. Er wird immer ein Teil dieser Mannschaft bleiben.“ Der scheidende Coach gab das Kompliment zurück. „Ich habe keine Angst um die Zukunft dieser Mannschaft. Sie sind noch jung und können noch viele Jahre zusammenspielen.“
Romero übernimmt
Dafür wird künftig Iker Romero zuständig sein. Der 44-jährige Spanier war vor zwei Wochen vom ÖHB als Pajovic-Nachfolger vorgestellt worden. Der Weltmeister von 2005, der parallel bis 2026 noch beim deutschen Club Bietigheim arbeitet, hat einen Dreijahresvertrag erhalten. Sein Debüt wird Romero im Herbst geben, geplant ist dieses in Wien am 1. November gegen Ungarn. Das erste Highlight und Bewährungsprobe wird dann im Jänner die EM sein – Platz acht ist der Maßstab, den Pajovic gesetzt hat.
(APA) / Foto: GEPA
