Pöltl bereit für NBA-Debüt

via Sky Sport Austria
Toronto (APA) – Jakob Pöltl ist bereit für sein Debüt in der National Basketball Association (NBA), die diese Woche in die Saison 2016/17 startet. Der 21-jährige Center der Toronto Raptors schloss die Preseason mit durchschnittlich 13 Spielminuten, 5,6 Punkten und 4,0 Rebounds ab. 2,4 Offensiv-Rebounds waren der Bestwert im Team, seine Trefferquote von 56,3 Prozent aus dem Feld die drittbeste in der Mannschaft.

“Es gibt schon einige Sachen, die ich gerne im ersten Anlauf schon besser und anders gemacht hätte, aber ich kann mich nicht beschweren. Ich konnte doch immer wieder aufzeigen und habe einen guten Eindruck hinterlassen”, lautete das Resümee von Pöltl zur Vorbereitung auf die erste Partie, die in der Nacht auf Donnerstag mit dem Heimspiel gegen die Detroit Pistons auf dem Programm steht.

“Meine Rolle, die in erster Linie aus Defense und Rebounding besteht, ist wie erwartet nicht groß, aber ich habe sie recht gut erfüllt. Ich treffe auch meine Mitteldistanzwürfe, die ich deutlich mehr als am College bekomme, recht konstant. Auch im Training erhalte ich von den Coaches gutes Feedback”, erklärte der Wiener, der aufgrund von Verletzungsproblemen der “Big Men” in Torontos Reihen wohl gleich in der ersten Saisonpartie am Mittwoch (Ortszeit) zum Zug kommen wird.

Nachdem sich Jared Sullinger, der am Montag am Fuß operiert werden sollte, bereits im ersten Testspiel verletzt hatte, schied im letzten Lucas Nogueira mit einer leichten Knöchelblessur aus. “Man muss abwarten, wie schnell er wieder fit ist. Sullinger wird wohl einige Wochen ausfallen. Dadurch erhöht sich für uns junge Spieler die Wahrscheinlichkeit auf längere Einsätze”, meinte Pöltl, der zuletzt in der Vorbereitung hinter Nogueira die Nummer zwei auf der Center-Position gewesen war.

“Ich muss im Training Gas geben und die Chance nützen, wenn ich Minuten bekomme”, weiß Pöltl, der sich erst an die NBA-Regeln gewöhnen musste. “Es fühlt sich noch immer nicht natürlich an, die Umstellung auf die defensive Drei-Sekunden-Regel ist eigentlich am schwierigsten. Ich muss nicht mehr ununterbrochen darüber nachdenken, aber dadurch, dass du dich anders positionieren musst als im College- und internationalen Basketball, wird das Rundherum komplizierter”, erläuterte der 2,13 m große Österreicher.

Pöltl macht sich aber “keinen großen Kopf darüber, ob ich schon im ersten Spiel Minuten bekommen werde. Falls nicht, muss ich mich wie gesagt im Training beweisen. Ich habe in den letzten Wochen Selbstvertrauen sammeln können und gesehen, dass ich bei einer entsprechenden Entwicklung mittelfristig eine gute Rolle in dieser Liga einnehmen kann. Die Vorfreude auf Mittwochabend ist jedenfalls riesig, es kommen ja jetzt die ersten ‘richtigen’ NBA-Spiele”, betonte Pöltl, der ausgerechnet am österreichischen Nationalfeiertag sein Debüt in der besten Basketball-Liga der Welt geben könnte.

“Offizielles Saisonziel” habe sein Club, der in der abgelaufenen Saison erst im Halbfinale am späteren Champion Indiana Pacers gescheitert war, keines ausgegeben. “Aber klar ist, dass wir besser sein wollen als letztes Jahr. Wir schielen also auf die Finals, aber zuerst müssen wir uns auf unser Spiel konzentrieren und den Play-off-Einzug fixieren. Mit unserem Team gehen wir in jedes Spiel mit der Erwartung, es zu gewinnen, auch wenn wir natürlich nicht immer siegen können. Da wir zunächst viele Heimspiele haben, sollten wir die meisten davon gewinnen, aber es wird von Beginn an nicht leicht werden”, stellte Pöltl klar.

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