LENZERHEIDE,GERMANY,12.MAR.16 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, Super G, ladies. Image shows the rejoicing of Cornelia Huetter (AUT). Photo: GEPA pictures/ Harald Steiner

Ski alpin: Hütter feiert ersten Weltcupsieg im Super-G von Lenzerheide

via APA

Lenzerheide (APA) – In ihrem 60. Rennen im alpinen Ski-Weltcup hat es für Cornelia Hütter mit dem ersten Sieg geklappt. Die gebürtige Grazerin war am Samstag im Lenzerheide-Super-G 0,10 Sekunden schneller als die Schweizerin Fabienne Suter, auf Platz drei kam mit Tamara Tippler (+0,35 Sek.) eine weitere Steirerin. In Tränen aufgelöst konnten die beiden anschließend ihr Glück kaum fassen.

Conny Hütter stormed to her maiden World Cup win in #worldcuplenzerheide SG! F. Suter +0.10 & Tippler +0.35! Superb performance, congrats!

Posted by FIS Alpine World Cup Tour on Samstag, 12. März 2016

“Ich bin normalerweise nicht auf den Papp’n gefallen, aber heute fällt mir nichts ein”, stammelte die 23-jährige Hütter im ersten TV-Interview. “Ich bin am Start gestanden und habe gewusst, dass ich’s drauf hab’ und schnell Ski fahre. Ich habe ein gutes Gefühl gehabt”, sagte Hütter, die im vorletzten Super-G in diesem Winter mit Startnummer 22 als Letzte der Topgruppe an der Reihe war. Ihr Handy stellte sie im Zielraum auf lautlos. “Ich glaube, daheim drehen sie jetzt durch.”

Vor Hütter hatte Tippler die zwischenzeitliche Bestzeit in den Schnee gezogen. “Ich kann es gar nicht glauben. Ich habe so viele Fehler gemacht eigentlich”, meinte die immer unbekümmert wirkende 24-Jährige, die heuer im Super-G bereits in Lake Louise und Soldeu als Zweite bzw. Dritte auf dem Podest gestanden war. “Dass zwei Steirer vorne sind, ist voll cool. Ich vergönne es der Conny wirklich”, sagte Tippler, die bei der Landung nach dem letzten Sprung nur mit Mühe einen Sturz vermeiden könnte.

Der Platz in der Mitte – ein großer Traum ging in Erfüllung!!! Es ist ein soooo unglaubliches Gefühl, ich bin noch immer…

Posted by Conny Hütter on Samstag, 12. März 2016

Für die österreichischen Damen war es der dritte Sieg in diesem Weltcup-Winter, nachdem Eva-Maria Brem bereits zwei Riesentorläufe gewonnen hatte. Zum überaus erfreulich Abschneiden des ÖSV-Teams trugen auch Elisabeth Görgl als Neunte, Stephanie Venier auf dem elften Platz und Rosina Schneeberger bei, die auf Position 19 kam. Die nach ihrem Sturz im Jasna-Riesentorlauf am Knie lädierte Michaela Kirchgasser wurde 27. “Ich kann sagen, das Knie hält”, stellte die Salzburgerin klar.

Im Gesamtweltcup machte unterdessen Lara Gut einen weiteren wichtigen Schritt zu ihrem ersten großen Triumph. Die Schweizerin kam vor ihrem lautstarken Heimpublikum auf Rang fünf, ihre Konkurrentin Viktoria Rebensburg musste sich diesmal mit dem 18. Platz begnügen. Die Deutsche geht damit mit einem Rückstand von 295 Punkten in ihre letzten drei Rennen. Hat Gut nach der Kombination am Sonntag einen Polster von 300 Punkten oder mehr, hat sie die große Kristallkugel in der Tasche.

In der Super-G-Disziplinenwertung ist nach wie vor die verletzte Lindsey Vonn mit 420 Zählern in Führung, dahinter folgen Gut (401), Hütter (340) und Tina Weirather (336), die Vierte wurde. Das finale Rennen der Saison findet in der kommenden Woche in St. Moritz statt. Nicht am Start sein wird Mirjam Puchner, die als Tages-29. den Sprung unter die besten 25 im Super-G-Weltcup verpasste.

“Ich bin zufrieden, dass wir in der Schweiz sind, aber nicht so mit meiner Fahrt. Aber ich habe wieder etwas gelernt und werde probieren, es morgen besser zu fahren”, erklärte Gut gegenüber dem ORF. An den zum Greifen nahen Glaspokal habe sie angeblich keine Gedanken verschwendet. “Eigentlich war es mir heute wichtiger, das Rennen zu fahren und schnell zu sein. Es ist die beste Lösung, sich Rennen für Rennen zu konzentrieren.”

“Ich habe leider aus verschiedenen Gründen mein Optimum heute nicht abrufen können”, sagte unterdessen Rebensburg, die auf die Kombination am Sonntag nun doch verzichten wird. “Ohne wirkliches Slalomtraining ist es schwierig, eine Chance zu haben. Die Saison war und ist schon lange, und man muss mit den Kräften etwas haushalten.”

Der Gesamtweltcup sei für sie kein Thema mehr. “Wenn man wirklich realistisch ist und auf die nackten Zahlen schaut, dann habe ich vor dem Rennen nicht daran gedankt, dass große Chancen bestehen, außer wenn die Lara große Fehler macht. Rein realistisch ist das gegessen.” Gut widersprach ihr in diesem Punkt allerdings: “Nein überhaupt nicht. Mathematisch ist es noch nicht vorbei.”

Artikelbild: GEPA