Ski-Männer glauben in Teamkombination an Medaillenchance
Nach der Königsdisziplin die Olympia-Premiere: Nach einer Abfahrt ohne Medaille wollen sich Österreichs alpine Ski-Männer die nächste Chance auf Edelmetall in der Teamkombination nicht entgehen lassen. Ähnlich wie im ersten Bewerb sind die erklärten Favoriten am Montag (10.30/14.00 Uhr) andere. Vincent Kriechmayr und Manuel Feller oder auch eines der anderen drei ÖOC-Teams sollen im Duett aus Abfahrer und Slalom-Artist in Bormio die Kohlen aus dem Feuer holen.
Die Erwartungen wachsen allerdings nicht in den Himmel. Von 45 möglichen Podestplätzen in diesem Weltcup-Winter in Abfahrt und Slalom gingen magere zwei an Österreich – Kriechmayr als Abfahrtszweiter in Wengen und Feller als Sieger des Kitzbühel-Slaloms. Zudem waren die besten drei Schweizer und zwei Italiener am Samstag in der Abfahrt vor Kriechmayr als bestem Österreicher. „Schweizer und Italiener werden in der Abfahrt heiß sein“, sagte Daniel Hemetsberger. Er war mit Fabio Gstrein bei der Saalbach-WM 2025 bei der Format-Premiere Fünfter geworden.
Kriechmayr/Feller, Hemetsberger/Schwarz, Babinsky/Gstrein, Haaser/Matt
Diesmal wurde Hemetsberger vom Trainerteam mit Marco Schwarz kombiniert. Der Siebente der Abfahrt ist nach seinem Trainingssturz vom Donnerstag auf dem Weg der Besserung. „Der Regenerationstag schadet nicht. Ich sollte halbwegs gut aufgestellt sein.“ Er habe bei der WM in diesem Bewerb ein bisschen mehr Druck als beim Einzelstart verspürt. „Weil man kann es auch für einen Teamkollegen verbocken.“ Schwarz bezeichnete er als „gewaltigen Partner“. Der zog den Hut vor dessen Abfahrtsleistung. „Wir werden schauen, dass wir überraschen können.“
Kriechmayr wurde wieder mit Feller zusammengespannt. „Ich hoffe, dass ich zumindest in Tuchfühlung bin und ihm nicht so eine Mammutaufgabe hinterlasse wie letztes Jahr. Eine Team-Medaille wäre sehr viel wert“, erinnerte der Speed-Spezialist an die Heim-WM. Damals hatte er nur als 13. an Feller übergeben, der dann mit vollem Risiko ausschied. Feller bezeichnete den Slalom-Hang als den „schwersten im Jahr zum schnell sein, weil da nicht viel drinnen ist.“ Es sei aber für den Spezialslalom ein Vorteil, den Hang, den Untergrund und das Rennfeeling schon zu spüren bekommen.“
Slalom-Spezialist Gstrein wird diesmal von Stefan Babinsky auf der Stelvio vorgelegt. „Ich hoffe, dass ich es morgen besser mache als gestern“, sagte der Steirer am Tag nach Abfahrtsrang 26. „Es ist ein sehr ansprechender Bewerb, spannend und attraktiv für die Zuschauer.“ Für ihn sind es wie für Gstrein seine ersten Spiele. „Richtig lässig, mit Stefan fahren zu dürfen, wir passen zusammen. Wir sind beide eher ruhige Leute, die nicht das zeigen, was wir draufhaben. Die zwei Läufe müssen passen.“ Der Hang sei „recht lässig zum Gasgeben. Man muss schauen, dass man auf Zug kommt.“
Odermatt greift mit Meillard an
Das vierte ÖOC-Duo bilden Allrounder Raphael Haaser als Abfahrer und Michael Matt als der Mann im Stangenwald. „Du kannst im Slalom ein bisschen etwas rausholen, oder man steht komplett daneben“, erklärte Letzterer. „Es ist cool, dass man auf dem Rennhang schon einmal fahren kann. Dass man sich darauf bewegen kann, ist schon ein Vorteil.“ Haaser möchte es besser machen als bei Rang 15 in der Spezial-Abfahrt. „Da noch einmal runterzufahren, ist sicher kein Nachteil für den Super-G“. Dieser Meinung schloss sich Babinsky an.
ÖSV-Männer-Chefcoach Marko Pfeifer gab sich zuversichtlich, nachdem es in den Abfahrten keinen Podestplatz gegeben hat: „In der Teamkombi sind wir gut dabei. Wäre cool, wenn uns da eine Medaille gelingt.“ Auf dem WM-Podest standen vor einem Jahr nur Schweizer – Franjo von Allmen/Loic Meillard, Alexis Monney/Tanguy Nef und Stefan Rogentin/Marc Rochat. Marco Odermatt passte, diesmal tritt er im vielversprechenden Gespann mit Meillard an. Abfahrts-Olympiasieger Van Allmen/Tanguy Nef, Monney/Daniel Yule und Rogentin/Matthias Iten greifen ebenso an.
Für die starken norwegischen Slalomläufer bleibt mit Adrian Smiseth Sejersted nur ein Abfahrer, der allerdings am Samstag ausschied. Giovanni Franzoni und Dominik Paris haben mit Alex Vinatzer und Tommaso Sala die Weltranglisten-15. und 23. im Slalom quasi zur Auswahl. Nicht zu vergessen die Franzosen Nils Allegre/Maxence Muzaton und Clement Noel/Paco Rassat.
(APA) / Artikelbild: Imago
