RIO DE JANEIRO,BRAZIL,17.FEB.16 - TENNIS - ATP World Tour, Rio Open. Image shows Dominic Thiem (AUT). Photo: GEPA pictures/ Fotoarena/ Celso Pupo - ATTENTION - COPYRIGHT FOR AUSTRIAN CLIENTS ONLY

Thiem gegen Tsonga in Indian Wells diesmal chancenlos

via APA

Nichts wurde aus dem zweiten Viertelfinale bei einem Masters-1000-Tennisturnier für Dominic Thiem nach Miami 2015. Der 22-jährige Niederösterreicher, der in diesem Jahr bis dato der ATP-Spieler mit den meisten Siegen ist, musste sich am Mittwochabend (Ortszeit) im Achtelfinale in Indian Wells dem als Nummer 7 gesetzten Franzosen Jo-Wilfried Tsonga nach nur 66 Minuten mit 3:6,2:6 beugen.

Damit ist der Erfolgslauf des in diesem Jahr schon zweifachen Turniersiegers (Buenos Aires, Acapulco) vorerst gestoppt worden. Zuletzt hatte Thiem inklusive Davis Cup seit Acapulco schon wieder neun Matches in Folge gewonnen. Im insgesamt 14. Duell mit einem Top-Ten-Spieler war es für Österreichs Jungstar die elfte Niederlage, die auch ein zweites Kräftemessen im Viertelfinale mit dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic verhinderte. Thiem, der im Doppel am Donnerstag noch an der Seite von Philipp Kohlschreiber im Viertelfinale spielt, tritt kommende Woche beim zweiten 1000er-Turnier in Miami an.

Thiem war in der Night Session auf dem Center Court des mit 7,037 Mio. Dollar dotierten Events in der kalifornischen Wüste eigentlich von Beginn weg in der Defensive. Ein bärenstarker Tsonga musste nur im Auftakt-Game bei seinem Aufschlag mehrmals über Einstand gehen, in der Folge war der 30-jährige Weltranglisten-Neunte bei seinem Service aber schlichtweg unantastbar.

Der Lichtenwörther konnte von Beginn weg sein Spiel nicht aufziehen, Tsonga übernahm das Kommando. Der Franzose, der das bis dato einzige Duell 2013 im Wien-Viertelfinale hauchdünn mit 7:6 im dritten Satz für sich entschieden hatte, geriet diesmal – im letzten noch fehlenden Achtelfinale – nie in Gefahr.

Mit einem Break zum 3:1 stellte der Weltranglisten-Neunte, der in Indian Wells als Nummer 7 gesetzt ist, die Weichen für die 1:0-Satzführung. Schon nach 37 Minuten und einer 12:2-Bilanz an Winnern hatte Tsonga den ersten Durchgang in der Tasche. Thiem, der im Ranking nur sechs Plätze hinter Tsonga liegt, konnte an diesem Tag sein bestes Tennis nie auspacken.

Thiem hat in diesem Jahr eine beeindruckende Bilanz in Entscheidungssätzen und war zudem mit einer 22:4-Saisonbilanz in dieses Match gegangen – kein Spieler hat 2016 mehr Matches auf der Tour gewonnen als der Weltranglisten-13. Doch Tsonga zeigte sich davon unbeeindruckt und ließ Thiem gar nicht an einen möglichen Entscheidungssatz heranschnuppern. Der ÖTV-Davis-Cup-Spieler hielt noch bis zum 2:2 mit, musste aber mit einem Doppelfehler ein weiteres Mal seinen Aufschlag zum 2:3 abgeben. Spätestens als Tsonga das Doppelbreak zum 5:2 geschafft hatte, zweifelte niemand mehr am Sieg des Franzosen. 23 gegenüber nur 4 Winnern von Thiem, zwölf Asse gegenüber nur einem des Österreichers.

Der Schützling von Günter Bresnik fand auch mit dem Aufschlag nie richtig ins Match. Er bleibt nun aber noch in Indian Wells, wo er am Donnerstag (Ortszeit) an der Seite von Philipp Kohlschreiber sein erstes Doppel-Viertelfinale bei einem 1000er-Turnier spielt. Kommende Woche tritt Thiem beim zweiten Event dieser Kategorie in Miami an, wo er aus dem Vorjahr ein Viertelfinale zu verteidigen hat.

Thiem ließ nach dem Match allen Respekt für die Leistung Tsongas erkennen, aber auch durchblicken, dass er selbst nicht sein bestes Tennis gezeigt hat. “Die Woche war auf jeden Fall in Ordnung, aber heute war der Jo einfach zu stark. Das muss ich anerkennen und abhaken und ab nach Miami”, sagte der Niederösterreicher nach dem Match.

Abgesehen von seinem Doppeleinsatz gilt der Fokus freilich schon dem nächsten Trip nach Florida. “Ich muss jetzt schauen, dass ich wieder neue Kraft tanke für Miami. Ich glaube, dass es gut sein wird, dass ich jetzt ein paar Tage habe”, sagte Thiem, der auch froh ist, dass sein Coach Günter Bresnik kommende Woche wieder mit von der Partie ist. Da werde man “die ganzen leichten Patzer ausmerzen, die sich jetzt sicher eingeschlichen haben in den letzten Wochen. Dann bin ich zuversichtlich, dass ich in Miami wieder frisch und gut spielen werde.”

Thiem hat im Vergleich zum Vorjahres-Aus in Runde eins aber diesmal 90 Punkte gewonnen und ein Brutto-Preisgeld im Einzel von 67.590 US-Dollar (rund 61.000 Euro) geholt.

Titelbild: GEPA