Thorsten Fink beim Sky Podcast DAB | Der Audiobeweis über die Lizenzprobleme bei der Wiener Austria: „Es wäre fatal, wenn die Austria nicht mehr in der Bundesliga wäre“

via Sky Sport Austria
  • Fink über eine mögliche Rückkehr zur Austria: „Es hat noch keinen Kontakt gegeben. Wenn gar kein Geld da ist, dann wird es auch schwierig, etwas zu machen“
  • Der Ex-Austria Trainer angesprochen auf seine Zeit in Wien: „Ich hatte andere Ziele. Ich wollte auch mal Tabellenerster werden und nicht immer nur Zweiter oder Dritter“
  • Fink über über das Abenteuer Japan und über Spieler wie Andres Iniesta: „Es ist eine Herausforderung, wenn man mit Stars spielt, die wirkliche Stars sind und die sich nicht nur so fühlen”
  • Alfred Tatar über die Lizenzverweigerung in 1. Instanz für den FAK: „Nur einer, der im Fußball nicht Bescheid weiß, hätte gedacht, dass die Austria in 1. Instanz gleich die Lizenz erhält“
  • Der Sky Experte weiter: „Die Austria kämpft ums Überleben”
  • Der Podcast DAB | Der Audiobeweis ist ab sofort frei empfangbar auf skysportaustria.at sowie auf den gängigen Plattformen Spotify, Apple Podcast, Google Podcast, FYEO und Deezer abrufbar

Zu Gast im Sky Sport Austria Podcast DAB | Der Audiobeweis waren Thorsten Fink, ehemaliger Austria Wien-Trainer und Sky Experte Alfred Tatar.

Alle Stimmen zu „DAB | Der Audiobeweis“

Thorsten Fink (Ex-Trainer Austria Wien):
…über seine Zeit in Japan bei Vissel Kobe und über Star-Spieler wie z.B. Andres Iniesta oder Lukas Podolski: „Es ist dann immer eine Herausforderung, wenn man mit Stars spielt, die wirkliche Stars sind und die sich nicht nur so fühlen (lacht, Anm.). Denen kann man nicht irgendwas erzählen oder irgendwelche taktische Ausrichtungen geben, die nicht passen. Weil die sagen dir dann schon was anderes. Da muss man jeden Tag top sein und muss sich auch top vorbereiten. Gerade wenn man mit solchen Stars arbeitet, dann merkt man am Ende auch, wie hoch man eigentlich im Fußballbereich arbeiten kann. Aber insgesamt hat es mir sehr viel Spaß gemacht, in einem anderen Land zu arbeiten. Japan ist ja ganz wo anders, ist eine ganz andere Kultur und der Fußball ist hervorragend. Eine Top-Erfahrung, die ich mitnehmen kann.“

…über Andres Iniesta: „Er war sehr froh, weil er einen Titel außerhalb von Barcelona gewonnen hat. Es war ja für ihn eine ganz neue Herausforderung, eine Mannschaft zu führen und einen Titel mit einer Mannschaft zu holen, die eigentlich gar nicht Titelanwärter war. Die Zusammenarbeit war sehr, sehr gut. Er ist ein einfacher Mensch, der sich aber seine Freiheiten auch selber herausnimmt. Der sagt: ,Trainer, was machen wir diese Woche?´ Es wird alles mit seinem Physiotherapeuten abgesprochen. Da wird am Anfang der Woche schon genau geplant und gesagt: ,Montag, Dienstag möchte ich mein Programm machen, Mittwoch, Donnerstag möchte ich gerne mit der Mannschaft trainieren.´ Er hat sich seinen Teil selbst eingeteilt. Solchen Leuten muss man dann auch zugestehen, dass sie das auch machen dürfen.“

…über seine Zeit als Trainer bei der Austria: „Ich verfolge auf jeden Fall immer die Austria. Es hat mir auch sehr viel gegeben und wir haben ja auch sehr viel erreicht. Wir waren ja zwei mal in die Europa League. Im ersten Jahr sind wir ja Dritter geworden (Anm. in der Liga) und im zweiten Jahr Zweiter. Da war auch eine Steigerung da. Im Nachhinein, war es eine meiner schönsten Zeiten, weil der Zusammenhalt der Mannschaft und auch die Zusammenarbeit mit den Verantwortlich war top. Man hat dann das Stadion gebaut und man brauchte dann auch das Geld (dafür, Anm.), was ich als ehrgeiziger Trainer auch nicht verstanden habe. Wir haben dann viele junge Spieler eingesetzt, hatten dann auch ein paar Verletzungsprobleme gerade bei den Führungsspielern und es ist dann immer ein Problem, wenn man ohne Führungsspieler spielt, aber eigentlich besser werden will. Dann muss man halt auch ein Jahr unten durch. Diese Ausdauer hatten wir und auch ich, muss ich ganz ehrlich sagen, damals nicht. (…) Ich hatte andere Ziele. Ich wollte auch mal Tabellenerster werden und nicht immer nur Zweiter oder Dritter. (…) Dann hat man sich halt getrennt. Das passiert im Fußball. Ich bin da nicht nachtragend und ich habe auch weiterhin einen guten Kontakt zur Austria.“

…auf die Frage, ob es kürzlich Kontakt zur Austria gegeben hat und ob er sich eine Rückkehr zur Austria vorstellen kann: „Im Moment hat man darüber noch nicht geredet. Grundsätzlich kann ich mir immer alles vorstellen, wenn ein Verein eine gute Ausrichtung hat, d.h. wenn alle Nasen in eine Richtung stehen, wenn man mir was gibt und sagt: ,Das wollen wir erreichen, kannst du dich damit identifizieren?´ Das heißt, ich muss mich mit gewissen Dingen bei einem Verein identifizieren können. Natürlich lese ich auch, dass Lizenz-Probleme da sind, finanzielle Probleme da sind. Ich weiß nicht, was am Ende passiert. Ich lese ja auch nur die Zeitung und habe keine Interna, dass ich sagen kann: Da kann man was machen. Grundsätzlich bin ich zu allen Dingen bereit, wo man eine gute Entwicklung mit einem Verein mitgestalten kann. Es hat aber noch keinen Kontakt gegeben. Wenn gar kein Geld da ist, dann wird es auch schwierig, etwas zu machen. Dann muss man sich auch damit abfinden als Trainer, dass man sagt, man setzt total auf die jungen Leute, man wird ein Ausbildungsverein.“

…angesprochen auf das Potential des FAK: „Der Verein hat so viel Potenzial und so gute Fans, dass man sicherlich noch den Weg nach oben schaffen kann. Die Mannschaft finde ich nicht sehr schlecht. Ich finde sie recht ordentlich. Aber es sind dann immer andere Dinge. Wenn die Mannschaft merkt, dass es hier nicht richtig zugeht und irgendwas gerade passiert und man Probleme hat, dann ist sie auch nicht voll überzeugt von ihrem Klub und dann kann sie nicht die Leistung bringen, die sie eigentlich kann. Zum Finanziellen kann ich auch nur sagen, was ich lese. Mehr weiß ich auch nicht.“

…auf die Frage, ob eine österreichische Bundesliga ohne den Traditionsverein Austria Wien vorstellbar sei: „Ein Traditionsverein, den man sich nicht aus der Liga wegdenken kann. Es wäre fatal, wenn die Austria nicht mehr in der Bundesliga wäre.“

…über Peter Stöger und die momentane Situation im Verein, wo viele Verträge auslaufen und über die sportliche Situation: „Stöger ist ein guter Trainer, der gewisse Dinge auch gut moderieren kann. Er wird seine Spieler schon auf die richtigen Wege bringen. Die wollen ja auch zu guten Vereinen oder die Verträge verlängert bekommen. Ich bin davon überzeugt, dass er das schon richtig macht. Gehen Sie einmal davon aus, dass die Austria auch nächstes Jahr in der Liga bleibt. Davon gehe ich einmal aus. Ich glaube nicht, dass die Lizenz am Ende nicht erhalten wird.“

…über Adi Hütter, der auch Spieler unter ihm bei Red Bull Juniors Salzburg war: „Er hat als Mittelfeld-Stratege den Fußball verstanden und ich konnte mich super mit ihm über fachliche und taktische Dinge unterhalten. Aber auch in der Mannschaft – ich glaube, er hat ein gutes Gespür, wie man eine Mannschaft führt. Man braucht eine gewisse Intelligenz und ein Gespür, um eine Mannschaft zu führen.“

…über eine mögliche Rückkehr als Trainer nach Österreich: „Es ist immer alles möglich. Es wird was kommen. Österreich war mir immer sympathisch, es hat gut gepasst – Salzburg, Austria Wien. Ich würde gern die Sachen weitergeben, die ich in den letzten Jahren mitgenommen habe. Schauen wir einmal.“

Alfred Tatar (Sky Experte):
…über die Lizenzverweigerung für den FAK: „Sie war antizipierbar. Nur einer, der im Fußball nicht Bescheid weiß, hätte gedacht, dass die Austria in 1. Instanz gleich die Lizenz erhält. Es war klar, dass es sich nicht ausgeht. Es ist ja auch von dieser sogenannten Investoren-Gruppe noch kein Geld geflossen.“

…über die Außendarstellung der Austria nach der Lizenzverweigerung in 1. Instanz: „Mit Markus Kraetschmer ist einer da, der eigentlich alle Paragraphen, die im österreichischen Fußball relevant sind, in und auswendig kennt und natürlich auch jene, die die Lizenzierung betreffen. Daher muss schon von vornhinein klar gewesen sein, was zu tun gewesen wäre. Das ist aber nicht geschehen. Das heißt aus meiner Sicht, dort ist es noch viel ärger im Argen, als wir es alle vielleicht glauben. Was ich denke ist: Die Austria kämpft ums Überleben. Das ist für mich ganz klar. Die Frage ist, wie man es schafft, dass man in der Bundesliga bleibt. Weil alles andere wäre eine Rückversetzung in den Amateurbereich. (…) Ein Armutszeugnis für die Führungsetage der Wiener Austria.“

…auf die Frage, ob Peter Stöger bis zum Ende der Saison Trainer der Austria bleibt: „Peter Stöger, glaube ich, will auf jeden Fall das zu Ende führen, was er begonnen hat. Ich glaube nicht, dass er jetzt wie ein Kapitän ist, der das Schiff als Erster verlässt. Das ist der Peter nicht. Die Austria ist ja sein Herzensverein.“

…angesprochen auf mögliche Abgänge von FAK-Spielern: „Die Spieler, die am Markt gefragt sind, werden sicherlich auch das Weite suchen. Es wird noch einige Abgänge geben. Ich glaube sogar, dass Monschein (Christoph, Anm.) vielleicht schon in sehr innigem Kontakt mit dem LASK ist. Wenn es die Austria schafft, die Lizenz zu erhalten, dann muss man damit rechnen, dass man im Sommer einen völligen Relaunch des Kaders machen muss.“

DAB | Der Audiobeweis ist der Fußball- und Sport-Podcast von Sky Sport Austria. Hier diskutiert Kommentator Otto Rosenauer mit Moderator Martin Konrad, Sky Experten und Gästen über die Tipico Bundesliga, das ÖFB-Team, Österreichs Legionäre und internationalen Fußball, wie die Deutsche Bundesliga, die Premier League, die UEFA Europa League sowie die UEFA Champions League.