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Christian Fuchs vor Salzburger CL-Hit an der Anfield Road: „Ich denke, es ist was möglich dort”

via Sky Sport Austria
  • Christian Fuchs über sein Debüt als Co-Kommentator: „Ich werde natürlich mein Bestes geben, um auch ein paar Inside-Storys zu liefern“
  • Christian Fuchs über die Faszination Anfield Road: „Es hat mich beeindruckt als ich das erste Mal dort gespielt habe“
  • Christian Fuchs über die aktuelle Liverpool-Mannschaft: „Was Jürgen Klopp im Moment mit Liverpool zusammenbringt, das ist schon sehr, sehr sehenswert“
  • Christian Fuchs über seine aktuelle Rolle bei Leicester: „Ich weiß genau, was meine Rolle ist und mit dem kann ich leben“
  • Christian Fuchs über den Meistertitel: „Wir sind als Anti-Barcelona tituliert worden, aber darauf bin ich sehr stolz“
  • Christian Fuchs über den Brexit: „Man merkt, dass die Briten eigentlich damit auch nimmer so recht zufrieden sind, was aktuell passiert und dass sich die meisten eigentlich wünschen, nicht aus der EU auszutreten.“

Wien, 29. September 2019 – Christian Fuchs, Spieler von Leicester City und Ex-Nationalteam-Kapitän, gibt am Mittwoch beim Champions-League-Spiel FC Liverpool – FC Salzburg auf Sky Sport Austria 1 HD (ab 20:15 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport Austria 1 HD – streame das Spiel sofort mit SkyX – monatlich kündbar) an der Seite von Kommentator Martin Konrad sein Debüt als Co-Kommentator. Mit Thomas Trukesitz sprach er in einem Skype-Interview bereits vorab über das anstehende Spiel des Jahres der Salzburger, seine Rolle in Leicester, die Auswirkungen des Brexit und den Hund von Jürgen Klopp.

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Christian Fuchs (Spieler Leicester City):
…auf die Frage, ob das Duell zwischen Liverpool und Salzburg schon ein Thema in England sei: „Ja, auf alle Fälle! Die Vorfreude von Liverpool ist auch dementsprechend groß, weil sie im ersten Spiel Punkte liegen gelassen haben. Sie haben auswärts gegen Napoli verloren und wollen natürlich schauen, dass sie mit einem Sieg zuhause an der Anfield Road nachlegen, um eben die Chancen auf einen Aufstieg zu wahren.“

…über das Gefühl an der Anfield Road zu spielen: „Es ist schon das, was man sich eigentlich erwartet oder was man ganz einfach hört: Dass es ein spezielles Stadion ist. Das werden die österreichischen Fans dann selbst miterleben – auch diejenigen, die anreisen. Wenn ,You‘ll Never Walk Alone‘ vor dem Spiel im Prinzip vom ganzen Stadion gesungen wird – das ist schon sehr speziell. Das hat mich auch beeindruckt als ich das erste Mal an der Anfield Road gespielt habe. Aber mit Anpfiff muss man das eigentlich alles zur Seite legen. Man muss eigentlich noch motivierter dadurch sein, dort spielen zu können und das mitzuerleben. Von dem her denke ich, wird es ein super Trip für Salzburg werden.“

…auf die Frage, was für ihn die Faszination Anfield und FC Liverpool ausmacht: „Ich denke, die Geschichte, dass sie eine große Mannschaft sind, aber eigentlich schon jahrelang einen Premier-League-Titel verfolgen, aber diesen nicht erreicht haben. Das ist schon eine spezielle Situation, muss man sagen. Aber was Jürgen Klopp im Moment mit Liverpool zusammenbringt und den Lauf, den sie auch in der Premier League aktuell haben, das ist schon sehr, sehr sehenswert. Sie haben aktuell noch kein Spiel, noch keinen Punkt abgegeben in der Premier League. Also der hat den Verein richtig gut umgekrempelt und sie sind aktuell auf einem sehr guten Kurs.“

…darüber, welche Frage er Jürgen Klopp stellen würde: „Wie es seinem Hund geht. (lacht) Ja, das ist eine spezielle Geschichte: Als er das erste Jahr in Liverpool war, haben wir dort gespielt und kurz bevor wir mit der Mannschaft aufs Spielfeld gegangen sind, um eben ,You’ll Never Walk Alone‘ zu hören kurz vor dem Anpfiff, stehen wir so im Spielertunnel und sagen: ,Hallo, wie geht’s? Schon gut eingelebt?‘ Und er hat gesagt: ,Ja, mein Hund ist gerade noch in Quarantäne. Der ist noch sechs Wochen nicht bei uns, aber ansonsten geht’s gut.“ In den nächsten Sekunden gehen wir aufs Spielfeld und dann hat es geheißen: Liverpool gegen Leicester.“

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…auf die Frage, ob er glaube, dass für Klopp der Premier-League-Titel heuer wichtiger ist als die Champions League: „Er ist sehr authentisch und ich denke, so wie er sich gibt, ist ganz klar zu sagen, dass für ihn jeder Titel wichtig ist. Er ist sehr ehrgeizig natürlich, damit er die Premier League mit Liverpool gewinnt, damit er den sogenannten Fluch eben zur Seite legt und dann Liverpool endlich mal wieder die Premier League gewinnt. Aber wenn du Champions-League-Sieger bist oder erfolgreich bist und das schnupperst, dann willst du den Erfolg wieder haben. Man kennt ihn natürlich aus seiner Dortmund-Zeit, wo er sehr viel erreicht hat und ich denke, dass er – auch wenn es der Carabao Cup oder der FA-Cup ist – ganz einfach so viel wie möglich gewinnen will.“

…auf die Frage, ob eine Chance bestehe, dass Salzburg von Liverpool vielleicht ein bisschen unterschätzt wird: „Ich denke nicht, dass sie sie unterschätzen. Auch wie sich Salzburg – nicht nur im letzten Spiel, sondern auch in den letzten Jahren – ganz einfach dargestellt hat: Dass sie eine sehr gute Mannschaft sind, ein sehr gutes Teamgefüge haben und ganz einfach sehr frech spielen. Also ich denke schon, dass sich Jürgen Klopp die vergangenen Spiele von Red Bull anschauen wird und ganz einfach auch sehen wird, dass – wie soll ich sagen, ich möchte es nett ausdrücken – sich die Salzburger ganz einfach nichts scheißen. Also die pressen vorne an und ich denke auch nicht, dass sie erstarren werden vor irgendeinem großen Namen. Für das haben sie in den letzten Jahren schon sehr viel international gespielt und auch international große, anerkannte Mannschaften geschlagen. Also ich hoffe und ich wünsche mir, dass sich Salzburg sehr engagiert gibt und sehr mutig nach vorne spielt. So wie in den letzten Spielen und dann denke ich, ist was möglich dort.“

…auf die Frage, inwiefern die Spielanlagen der beiden Teams ähnlich sind: „Sehr ähnlich, ja! Von dem her bin ich wirklich gespannt, wer dann letztendlich das Rennen macht. Noch einmal: Liverpool wird natürlich probieren, alles auf Sieg zu setzen. Sie werden natürlich sehr viel Druck von Anfang an machen. Aber wenn Salzburg das einfach so frech wie in den letzten Spielen spielt… Und Salzburg, ich glaube, von der Anlange wie sie spielen, wollen sie sich gar nicht anders aufstellen, wollen sie sich gar nicht anders geben und werden vorne pressen, werden ihr Spiel durchziehen. Und auf den Schlagabtausch bin ich schon sehr gespannt.“

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…über sein Debüt als Co-Kommentator: „Ja, da bin ich selbst sehr gespannt darauf. Das erste Mal. Ich werden natürlich mein Bestes geben, um auch ein paar Inside-Storys zu liefern, um auch vergangene Erlebnisse mit Liverpool zu liefern und mal schauen. Ich bin sehr gespannt, wie ich mich schlage.“

…über seine Rolle in dieser Saison bei Leicester: „Ich habe schon wesentlich mehr Minuten in der Premier League als letzte Saison. Das ist natürlich schon mal was sehr positives. Man muss sagen, mit der Verpflichtung von Brendan Rodgers hat sich schon einiges getan in eine positive Richtung. Er ist ein sehr umgänglicher Typ. Ein Typ, der immer das Gespräch mit seinen Spielern sucht und der sehr offen und geradeaus ist. Und ich weiß genau, was meine Rolle ist und mit dem kann ich leben. Aber er weiß auch, wenn er mich braucht – und ich glaube, das habe ich ihm auch schon dementsprechend gezeigt –, dass er sich immer wieder auf mich verlassen kann. Deswegen habe ich auch schon meine Spiele in der Premier League und im Cup gehabt. Und er ist sehr zufrieden und es macht richtig Spaß da.“

…auf die Frage, inwiefern es für ihn immer noch ein Traum ist, in der Premier League zu spielen: „Es ist das, wovon ich als Kind geträumt habe. Natürlich, als ich dann meinen Wechsel hatte, als ich 27, 28 Jahre war, war es relativ spät. Aber ich hatte schon sieben schöne Jahre in der deutschen Bundesliga verbracht. Wenn man in die Premier League wechselt und im ersten Jahr gleich Premier-League-Champion ist, dann ist das natürlich viel größer als ein Traum. Das ist was, das für viele – und ich denke, da kann ich für einige in der Mannschaft oder die, die das damals miterlebt haben, sprechen – ganz einfach noch immer nicht wirklich realisierbar ist, was wir damit erreicht haben. Vor allem mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben. Wir haben eigentlich sehr viel verteidigt und dann mit, glaube ich, 25 Prozent Ballbesitz über die ganze Saison gesehen die Meisterschaft gewonnen. Das ist schon sehr irre, muss man sagen. Wir sind auch als Anti-Barcelona tituliert worden, aber darauf bin ich sehr stolz. Ich muss sagen, fußballerisch sind wir jetzt um einiges besser. Wir haben echt eine gute Mannschaft, sind echt gut drauf und von dem her macht es richtig Spaß, noch immer bei Leicester zu sein.“

…auf die Frage, wie er derzeit in Großbritannien angesichts dieser spannenden gesellschaftspolitischen Situation rund um den Brexit lebt: „Die Frage ist natürlich: Was hört man lieber? Ist man lieber im Fußball oder über Brexit? Also es beeinflusst einen schon, muss ich sagen. Vor allem, wenn man – aus meiner persönlichen Erfahrung – eine familiäre Situation hat, bei der die Familie in New York lebt. Da hat sich schon einiges geändert. Dadurch bin ich auch nach London gezogen, weil ganz einfach – und das ist für mich sehr wichtig – nach East Midlands, der eigentlich der nächste Flughafen gleich neben Leicester war, die Flüge gestrichen wurden und dadurch gleich zwei Stunden Fahrzeit statt einer halben Stunden am Programm gestanden sind für meine Familie. Und das wollte ich ihnen ganz einfach nicht antun. Und dann habe ich mich eben dazu entschlossen nach London zu ziehen, weil es da viel praktischer ist für Familie und Kinder. Aber man merkt schon, dass da einiges los ist. Dass die Briten eigentlich damit auch nimmer so recht zufrieden sind, was aktuell passiert und dass sich die meisten eigentlich wünschen, nicht aus der EU auszutreten.“