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Salzburg nimmt aus Liverpool keine Punkte, aber Erfahrung mit

via Sky Sport Austria

Die 3:4-Niederlage im Champions-League-Hit bei Titelverteidiger Liverpool hat am Mittwochabend gemischte Gefühle bei Salzburgs Fußballern hinterlassen. Denn nach der atemberaubenden Aufholjagd von 0:3 auf 3:3 schien zumindest ein Remis für die “Bullen” möglich. “Es hat nicht viel gefehlt”, meinte Kapitän Andreas Ulmer. Abgesehen von Punkten könne seine Truppe aber “sehr viel mitnehmen”.

Die Erkenntnis, die vielleicht beste Mannschaft der Welt vor deren eigenem Publikum an den Rand eines Punkteverlusts, vielleicht sogar einer Niederlage gebracht zu haben, soll sich für die großteils junge Salzburger Truppe noch als wertvoll erweisen. “Vielen war es möglicherweise noch nicht so bewusst, dass wir so stark sein können. Jetzt wissen wir es”, stellte Innenverteidiger Maximlian Wöber fest und attestierte seinen Kollegen “unglaubliche Mentalität”.

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“Wenn man gegen Liverpool an der Anfield Road zumindest 75 Minuten bestehen kann, kann man das gegen jeden. Komme, wer wolle, wir sind bereit”, meinte er im Hinblick auf die kommenden Partien gegen Napoli am 23. Oktober zuhause und am 5. November auswärts. “Der Punkt ist, dass wir gesehen haben, dass wir auch gegen einen solchen Gegner immer eine Chance haben – wenn wir unseren Fußball zeigen”, sagte auch Trainer Jesse Marsch. Denn in der ersten Hälfte, “das waren nicht wir”.

Wie schwer es ist, in einem legendären, lauten Stadion trotz mangelnder Erfahrung gegen ein Weltklasseteam zu bestehen, zeigte sich am Mittwoch jedenfalls durchaus. “Wir haben zu viel Respekt gehabt”, befand Marsch, der in dieser Phase auch zu wenig Aggressivität monierte. Gefundenes Fressen für den Ex-Salzburger Sadio Mane, Andy Robertson und Mohamed Salah, die nach 36 Minuten scheinbar im Spazierengehen auf 3:0 gestellt hatten. Salzburg wirkte in ungewohnter Rolle völlig hilflos. “Das könnte heute richtig schiefgehen”, habe Wöber gedacht.

Systemumstellung leitet Wende ein

Dann aber kam vor 53.000 Zuschauern, darunter 3.000 Salzburg-Fans, die Wende, befeuert durch Marsch’ noch vor dem 3:0 erfolgter Umstellung auf eine Mittelfeldraute. “Das war entscheidend”, meinte Wöber. “Liverpool hat davor über die Seiten so viele Räume gehabt. Wir sind ein bisschen wie blinde Hühner herumgelaufen.” Das sollte sich ändern, noch vor der Pause gelang schließlich durch den bestens aufgelegten Hwang Hee-chan das 1:3, das als Zeichen zur Aufholjagd fungierte.

Nach Wiederbeginn stellten die Gäste die Partie dann auf den Kopf. “Man hat gesehen, dass sie etwas unruhiger geworden sind, das haben sie noch nicht oft erlebt”, sagte Tormann Cican Stankovic. Erst traf der an diesem Abend so wie Hwang beeindruckende Takumi Minamino (56.), rund fünf Minuten später Goalgetter Erling Haaland. Der Norweger hatte nach einer Erkrankung nur auf der Bank begonnen, durfte aber sein viertes Champions-League- bzw. 18. Pflichtspieltor in dieser Saison bejubeln.

Stankovic: “Hätten uns den Punkt verdient”

“Wir hätten uns den Punkt dann verdient”, war Stankovic überzeugt. Dass man sich nach einem unnötigen Ballverlust von Dominik Szoboszlai noch den entscheidenden Gegentreffer durch Salah und die erste Niederlage im 13. Saisonpflichtspiel einfing, sei quasi “geschenkt”. Stankovic blickte bereits mit Vorfreude auf die kommenden Auftritte in der Königsklasse. “Vor allem zuhause werden wir ganz anders auftreten”, versprach er. Die mitgereisten Salzburger Fans freilich hatten schon in Anfield viel Spaß mit ihrer Mannschaft, feierten das Team nach dem Abpfiff noch eine gute halbe Stunde.

Auch wenn das offizielle Ziel Platz drei und damit ein Umstieg in die Europa League ist: Mit einem Heimerfolg gegen Napoli von Startrainer Carlo Ancelotti wäre zumindest Platz zwei und damit das CL-Achtelfinale in Reichweite. Ein Erfolgsmuster hat man ja schon im Frühjahr dieses Jahres produziert. Nach einem 0:3 in Neapel mussten sich die “Bullen” im EL-Achtelfinale mit einem 3:1-Heimsieg insgesamt nur knapp beugen. Mit ähnlichem Fußball wie in der zweiten Hälfte bei Liverpool darf Salzburg guten Mutes in die Neuauflage gehen. “Hoffentlich können wir gegen Napoli von Anfang an in dieser Art und Weise auftreten”, sagte Marsch.

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Beitragsbild: GEPA
(APA)