Schlussjubel Stuttgart über den Klassenerhalt. V.li. Oriol Romeu (VfB) , Trainer Huub Stevens (VfB) . SC Paderborn-VfB Stuttgart . Paderborn, GER, 23.05.2015, 34. Spieltag Fussball-Bundesliga 2014-2015.

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VfB-Coach Stevens geht am Saisonende

via Sky Sport Austria

(SID) Nach erneut vollbrachter Rettungsmission beim VfB Stuttgart war für Huub Stevens Zeit zum Abschiednehmen. “Schalke 04 hat mit ihm einen Jahrhunderttrainer – vielleicht hat der VfB Stuttgart jetzt ja einen Jahrhundert-Retter. Das war eine ganz tolle Zusammenarbeit mit ihm”, sagte VfB-Sportdirektor Robin Dutt am Pfingstsonntag im Doppelpass bei Sport1 und verkündete die schon lange erwartete Trennung vom niederländischen Coach, der wie 2014 die Schwaben wieder ans rettende Ufer in der Bundesliga geführt hatte.

Laut Dutt habe der 61-Jährige bereits vor geraumer Zeit angedeutet, am Saisonende den Platz auf der VfB-Bank räumen zu wollen. “Er wollte dies aber unbedingt von der Mannschaft fernhalten. Er sieht seine Mission als erfüllt an”, äußerte Dutt. Seinem Wunsch wurde entsprochen, seit geraumer Zeit wird Alexander Zorniger als neuer Cheftrainer beim deutschen Ex-Meister gehandelt.

Am Montagnachmittag (14.30 Uhr) soll auf einer Pressekonferenz wohl die Verpflichtung des neuen Coaches verkündet werden. Eine Bestätigung von Dutt gab es allerdings im Doppelpass nicht: “Natürlich wird es Veränderungen geben.” Ein Plan B sei seit geraumer Zeit festgezurrt worden.

Am Samstag nach dem 2:1 (1:1)-Erfolg beim SC Paderborn und dem Sprung ans rettende Ufer hatte Stevens noch sehr zurückhaltend seine Zukunft kommentiert. “Das werde ich nicht sofort bekannt geben. Ich habe letzte Woche gesagt: Wenn ich auf Mallorca bin und einige Tage abgeschaltet habe, dann kann ich meine Geschichte erzählen”, sagte Stevens. “Aber vielleicht muss ich ja auch schnell wieder in Stuttgart sein zur Vorbereitung”, schob der 61-Jährige süffisant nach.

Diese Bemerkung erwies sich als Ablenkungsmanöver. Bei der internen VfB-Feier nach der Rückkehr aus Paderborn in Stuttgart sah man Stevens sehr gelöst – er war mit sich ganz offensichtlich im Reinen. Zu Recht! Laut Dutt wurde schon zu diesem Anlass die Mannschaft über Stevens’ Abschied informiert.

Der Name Zornigers schwebt seit Monaten über der Mercedes-Benz-Arena. Bestätigt wurde die Verpflichtung des früheren VfB-Assistenztrainers zum 1. Juli offiziell nie – der Stuttgarter Vorstand vermied allerdings selbst nach dem Vorstoß des mittlerweile zurückgetretenen Aufsichtsratsmitglieds Hansi Müller im April bei Servus TV ein eindeutiges Dementi.

Zufrieden sind die Stuttgarter trotz des Klassenverbleibs nicht. Dutt am Sonntag: “Es wird eine schonungslose Analyse geben.” Die daraus resultierenden möglichen weiteren personellen Konsequenzen sollen am Montag präsentiert werden.

Stevens hat die ganze Diskussion nicht gefallen, das wurde nach dem 34. Spieltag einmal mehr deutlich. “Für mich muss kein Denkmal aufgestellt zu werden”, wies er eine Frage nach dem Stellenwert seiner Leistung für den Verein barsch zurück.

Lieber lobte der Niederländer seine Spieler, die sich vom frühen Rückstand durch Paderborns Marc Vucinovic (4.) nicht schrecken ließen und dank der Tore von Daniel Didavi (36.) und Daniel Ginczek (72.) vor 2000 mitgereisten Fans die umjubelte Rettung klar machten. “Es macht Spaß, mit dieser Mannschaft zu arbeiten. Sie hat immer gelebt”, sagte Stevens.

Für das “Leben” hat der als Schleifer bekannte Coach mitunter selbst gesorgt. Nicht zuletzt die “Affen-Affäre” an Christi Himmelfahrt warf auch öffentlich die Frage nach seiner Menschenführung auf. “Der Trainer hat einen großen Anteil an der Rettung. Er hat eine klare Linie, auch wenn er die eine oder andere fragwürdige Methode hatte”, betonte Martin Harnik.

Stevens dürfte das kalt lassen. Der “Knurrer aus Kerkrade” hat seine Mission dank drei Siegen an den letzten drei Spieltagen imposant und verdient erfüllt. Zum zweiten Mal in Folge beim VfB – nur das zählt!